„Mein Leben als Tod“ – Der Tod

…“Denken Sie daran: Faul rumliegen können Sie auch noch, wenn sie tot sind“, schallt es hinter mir her. Ph, von wegen. Schon wieder einer, der meinen Beruf völlig unterschätzt, …“ (Seite 236)

Death Comedy – zum Sterben schön!

Der Sensenmann berichtet knochentrocken von seinen unzähligen Versuchen, sein schlechtes Image wieder aufzupolieren. Er erzählt von seinen familiären Wurzeln, seiner ungewöhnlichen Karriere und vom harten Arbeitsalltag mit allen Höhen und Tiefen.
Auf diese Weise will er um Verständnis werben und den Menschen die Berührungsängste nehmen. Dokumentiert wird alles mit exklusiven Fotos und intimen Tagebucheinträgen.
Schräg, schwarz, kultig!

Der kleine Tod ist unzufrieden, wie sein Gevatter das Unternehmen führt, alle haben Angst vor ihm, dabei ist sterben doch gar nicht so schlimm, man muss halt nur ein bisschen Werbung machen. Doch jeder Vorschlag wird rigoros abgeschmettert und so bleibt nur ein Ausweg, weg von zu Hause. Allerdings ist es ohne Geld recht schwer, eine Bleibe zu finden und so landet der Tod erstmal in einer Studenten WG, in der er einiges über das Leben lernt, auf einer Hochzeit zum Beispiel oder bei seinem Nebenjob als Krankenpfleger …

Ja, natürlich muss man schon ein bisschen schwarzhumorig veranlagt sein, um sich über den Tod amüsieren zu können, aber er ist einfach zu putzig, teilweise sehr naiv und vor allen voller Ideen und Tatendrang. Er pflegt seine Freundschaft zu einer alten Dame, die er eigentlich längst abgeholt haben sollte, ist für Vanilleeis während des Übergangs ins Jenseits und führt Buch über die letzten Worte seiner Kunden, es gibt da sogar eine Top 10. Kurz und knapp, man muss den Kuttenträger einfach gern haben.

Im Buch findet man neben Interviews und Fotos aus dem Alltag eines ganz normalen Todes auch Tagebucheinträge und ganz am Ende den persönlichen Vorsorge-Bogen, den muss ich dann erstmal noch ausfüllen. Auch wenn ich hoffe, dass mir noch etwas Zeit bis zu seinem Besuch bleibt, muss man ja immer vorbereitet sein.
Natürlich ist das Buch nicht vergleichbar mit dem Bühnenprogramm, schon allein die Stimme fehlt natürlich, aber da zur Zeit ja so gut wie alles an kulturellen Veranstaltungen ausfällt, ist es eine recht gute Alternative, das Buch zur Hand zu nehmen, denn Lachen ist auch hier vorprogrammiert, auch wenn Exitussi nur kurz am Rande erwähnt wird. Aber jeder hat halt mal klein angefangen, auch der Tod.^^

Bestens geeignet für alle Freunde des schlechten Geschmacks, denn es gehört sich ja absolut nicht, Witze über den Tod zu machen. Aber hey, die sind nun mal verdammt lustig. Und bis es auf unseren Bühnen wieder was zu sehen gibt, werde ich auf jeden Fall zu dem einen oder anderen Buch greifen oder zum Merch, um unsere Künstler zu unterstützen. Und weil ich abgeschweift bin, hätte ich doch tatsächlich fast die Bewertung vergessen, fürs Sterben mit einem Lächeln auf den Lippen gibt es von mir 4 von 5 Miezekatzen, aber meine sind echt.^^

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