„Die Welt im Schatten so grau“ – Constantin Dupien

“ …Es war eine dieser Nächte, von denen es so viele gab, seit sich alles verändert hatte.
Seit die Welt aufgehört hatte, zu existieren, und die Hölle auf die Erdoberfläche umgezogen war. …“

Zerstörte Städte, ein Leben in Hoffnungslosigkeit und ein gesichtsloser Feind. Was bleibt, wenn deine Welt in Schutt und Asche liegt und du niemandem mehr trauen kannst?
Kurz vor der völligen Vernichtung der Erde stoppen die geheimnisvollen Schatten ihre Angriffe. Wie eine stille Drohung kreisen ihre Raumschiffe und Drohnen weiterhin am Himmel.
Zurück bleiben Trümmer, zerplatzte Träume und ein perfides Überwachungsnetz, in dem jedes menschliche Miteinander fatale Konsequenzen hat.
Misstrauen ersetzt Nähe. Jedes Treffen, jede Berührung, jedes Wort zu viel könnte den Tod bedeuten.
In den Ruinen von Leipzig stellen sich Maik, Anna-Maria, Sebastian und Torben gegen das gnadenlose Regime der Schatten.
In einer Welt ohne Halt kämpfen sie nicht nur um ihr eigenes Überleben, sondern auch um ihre Menschlichkeit. Doch was, wenn der größte Feind nicht aus dem All kommt, sondern aus den eigenen Reihen?

Als die Lebensbedingungen auf ihrem Heimatplaneten immer schlechter werden, macht sich das Kontinuum, eine Alienspezies, in der alle miteinander verbunden sind und nur die Gemeinschaft und nicht das einzelne Wesen zählt, sich auf die Suche nach einer neuen Heimat und landen so auf der Erde, deren Bewohner sie zu ihren Untertanen machen. Doch trotz oder gerade wegen ihrer brutalen Herrschaft stoßen sie auf Widerstand, so auch in Leipzig. 

Constantin Dupien wirft seine Lesermitten ins Geschehen, denn gleich zu Beginn begleiten sie Maik und seinen Trupp bei einem Angriff auf dem Leipziger Augustusplatz. Es dauert ein wenig, bis man versteht, was hier abgeht, denn unmittelbar darauf springt das Geschehen zum Kontinuum. „Zum was?“ höre ich jetzt schon einige Fragen und das vollkommen zu Recht, also kläre ich euch auf. In „Die Welt im Schatten so grau“ haben Außerirdische die Erde angegriffen und alles in Schatten gehüllt. Ihre Raumschiffe kreisen noch immer über den Städten, Drohnen überwachen deren Einwohner, es ist nicht gestattet, sich mit anderen Menschen zusammenzutun, ansonsten wird man kurz und schmerzlos eliminiert. Diesmal spielt dieses Szenario jedoch nicht in Millionenstädten wie New York oder London, auch wenn die Eindringlinge auch dort gelandet sind, sondern im doch eher überschaubaren Leipzig. Hier führt Maik den Widerstand an und kämpft zusammen mit seinen Freunden Torbenund Sebastian. Als er ein weiteres Mal mit ansehen muss, wie ihre Angriffe ins Leere laufen und viele Leben kosten, beschließt er zusammen mit seiner Freundin Anna-Maria zu fliehen, sich aus der Stadt zu schleichen und woanders ein neues Leben zu beginnen. Doch dazu kommt es nicht, denn Maik muss auf eine sehr schmerzhafte Art erkennen, dass nicht nur die Außerirdischen eine Gefahr darstellen.
Ich mag Dystopien, bei Außerirdischen bin ich allerdings immer etwas skeptisch. Aber hey, das Buch spielt in meiner Heimatstadt, also konnte ich schlecht nein sagen. So hatte ich einen Vorteil gegenüber anderen Lesern, denn ich kannte viele Orte, die im Buch vorkommen und konnte so tief ins Geschehen eintauchen. Natürlich sagten mir aber längst nicht alle Schauplätze etwas und so kam ab und an tatsächlich der Wunsch auf, mir diese oder jene Location mal anzuschauen. Außerdem mochte ich die Zeitsprünge in die Vergangenheit, die zeigen, was für ein Leben die Figuren vor der großen Invasion geführt und wie sie sich weiterentwickelt haben. Anders als in den meisten Büchern oder Filmen liegt der Hauptaugenmerk hier nicht auf Explosionen und Kämpfen, sondern der Beziehung der Figuren zueinander, auf Vertrauen, das zu bröckeln beginnt, auf Beschuldigungen und genau das gibt dem Geschehen einen sehr dunklen und hoffnungslosen Beigeschmack.
Überhaupt ist „Die Welt im Schatten so grau“ eine sehr düstere Geschichte, die wenig Hoffnung auf ein glückliches Ende macht und so ganz nebenbei auch anklingen lässt, was die Menschheit ihrem Planeten angetan hat und wenn das selbst eine weitgereiste fremde Rasse erkennt, sollten wir das vielleicht auch. Aber ich will gar nicht belehrend den Finger heben, sondern abschließend nur sagen: Wenn ihr neugierig auf eine Alieninvasion außerhalb von Hollywoods Glitzerwelt seid, dann gebt diesem Buch eine Chance.

Auch wenn Constantin Dupiens postapokalyptischer Roman zu fesseln weiß, hoffe ich doch, dass Leipzig und natürlich auch dem Rest der Welt dieses Schicksal erspart bleibt. Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten und bei mir auch die eine oder andere Frage aufgeworfen, dafür vergebe ich 4 von 5 Miezekatzen.

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