„Der Rätselmann“ – Elias Haller

„… Jede Missetat kommt irgendwann ans Licht und jede Schuld muss irgendwann beglichen werden. Sie werden die Chance dazu bekommen, versprochen. Schon sehr bald. 63/04/1101 … „

Ein neuer Fall für den Kryptologen Arne Stiller von Bestsellerautor Elias Haller.
Seine Rätsel fragen nach Schuld und Unschuld. So lange niemand die Antworten kennt, werden Menschen sterben.
Splitternackt und von rostigen Nägeln durchbohrt wird am Boulevardtheater Dresden die Leiche eines pensionierten Polizeipräsidenten entdeckt. Als wäre der Mord an dem hochrangigen Ex-Polizisten nicht schon brisant genug, befindet sich am Körper des Toten eine Postkarte mit einem chiffrierten Text. Selbst Kryptologe Arne Stiller steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Die Inszenierung weist Parallelen zu den Verbrechen des »Rätselmanns« auf, der in der Nachkriegszeit in der Stadt zwölf Menschen umgebracht hat.

Während Stiller unter Zeitnot die Buchstaben auf der Karte entziffern muss, plant der Killer präzise und kaltblütig seinen nächsten Schritt. Denn auf jedes neue Rätsel folgt ein weiteres blutiges Verbrechen.

Arnes neuer Fall hat es in sich. Jemand hat den ehemaligen Polizeipräsidenten ermordet, ans Kreuz genagelt und an der Leiche eine verschlüsselte Postkarte hinterlassen. Die führt den Kryptologen auf die Spur des Rätselmannes, der im Nachkriegsdeutschland sein Unwesen getrieben hat.

Als Arne nach einem Date mit Rechtsmedizinerin Martina Schweitzer auds dem Kino kommt, sieht er wie ein bekannter Obdachloser von Halbstarken angegriffen wird, die behaupten, er hätte sein Auto stehlen wollen. Als sich herausstellt, dass Arne Polizist ist, kassiert er die Prügel und findet dann einen Zettel unter seinem Scheibenwischer, der ihn Böses ahnen lässt, denn darauf steht nicht nur, dass jeder irgendwann füpr seine Fehler geradestehen muss, sondern auch das Aktenzeichen eines mehr 18 Jahre alten Falles.
Doch auch der nächste Tag hält eine böse Überraschung bereit, denn gegenüber des Boulevardtheaters findet man die Leiche des ehemaligen Polizeipräsidenten, mit Händen und Füßen ans Kreuz genagelt, mit einem weiteren Nagel ist eine alte Schwarz-Weiß-Postkarte mit chiffriertem Text am Körper der Leiche befestigt. Steht dieser Mord in Zusammenhang mit der Nachricht, die Arne gefunden hat?
Nach dem Auffinden der Leiche geht bei einer Zeitung ein Bekennerschreiben ein, das ein weiteres Rätsel enthält, in dem sich der Täter auf den Fall des Rätselmannes bezieht, der im Jahre 1947 mehrere Morde begangen hat.
Hach ja, Elias Hallers Arne Stiller Reihe zu lesen, fühlt sich immer so ein bisschen wie Nachhausekommen an, denn Arne und auch Inge sind für mich inzwischen fast so etwas wie Familie geworden. Der Ermittler überzeugt durch seine ganz eigene Art, er ist kein gebügelter Schönling, mit ihm auszukommen ist nicht leicht, aber er weiß, was er tut und seine schrulligen Lebensweisheiten bringen mich immer wieder zum Grinsen. Fast noch mehr mag ich allerdings Inge, die ihm eigentlich nur zugeteilt wurde, weil niemand mit ihr zusammenarbeiten will und sie die letzten Tage bis zu ihrer Rente rumkriegen muss. Doch die alkoholkranke Frau blüht in ihren neuen Aufgaben förmlich auf und wird so zu einer wichtigen Stütze für den Kryptologen.
Neben den brutalen Morden nimmt der Autor seine Leser diesmal aber auch mit auf einen kleinen Geschichtsausflug ins Nachkriegsdeutschland und man erfährt einiges über die Enigma-Maschine, mit deren Hilfe im zweiten Weltkrieg Nachrichten verschlüsselt wurden. Hier kann Arne natürlich mit seinem Wissen glänzen.
Das blaugraue Cover mit der roten Schrift ist wie immer sehr minimalistisch gehalten, passend zur Story sind darauf diesmal blutige rostige Nägel zu sehen, man ahnt also bereits da, dass es sehr unangenehm wird. Ich persönlich mag es ja, wenn man beim ersten Blick auf das Buch zumindest ahnt, in welche Richtung es geht und rege mich immer furchtbar auf, wenn das Titelbild etwas zeigt, das absolut nichts mit der Handlung zu tun hat. Hier passt es perfekt und man erkennt allein durch die Farbgebung sofort, zu welcher Reihe es gehört.
Insgesamt ist „Der Rätselmann“ für mich nicht ganz so fesselnd wie „Der Kryptologe“, aber trotzdem ein guter Thriller mit einem schrullig genialen Ermittler-Duo. Nur mit der Auflösung war ich diesmal aber irgendwie nicht ganz so glücklich.

In „Der Rätselmann“ dreht sich diesmal alles um Schuld und Elias Haller versteht es erneut, seine Leser zu fesseln, sei es mit brutalen Morden oder kleinen Ausflügen in die Geschichte der Kryptologie. Arne und Inge muss man einfach lieben und auch wenn ihre Kollegen damit wahrscheinlich Probleme haben, sind sie für mich fast perfekt, dafür vergebe ich 4 von 5 Miezekatzen. 

01. „Der Kryptologe“
02. „Die Chiffre“
03. „Das Zeichen“
04. „Der Rätselmann“
05. „Die Schrift“
06. „Das Quadrat“
07. „Der Seher“
08. „Die Sättigung“
09. „Das Zodiak-Kind“

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert