„Cutterfly“ – Nico von Cracau

“ … Körperflüssigkeiten besudelten ihren Leib, denn während er ihr die Augen bei vollem Bewußtsein herausgeschält hatte, hatte sie sich eingenäßt und der Urin vermischte sich mit der angetrockneten Scheiße, die ihren Damm besudelt hatte, als er sie vorher brutal in den Arsch gefickt hatte. … “ (Seite 9)

Yuna hat nur ein Ziel im Leben: Sie möchte Mutter werden! Um das zu erreichen, ist ihr jedes Mittel recht. Eva hat ebenfalls einen Wunsch für ihr Leben: Sie möchte auf gar keinen Fall Mutter werden. Durch eine Vergewaltigung wird sie schwanger und bringt es nicht über sich, das kleine Wesen in ihr sterben zu lassen. Als Yuna plötzlich ebenfalls ein Kind erwartet, scheint ihre Welt perfekt, doch lauert das Grauen und böse Erwachen bereits auf sie. Eine unheilvolle Verkettung brutaler Ereignisse verknüpft die Schicksale der beiden Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und es entwickelt sich ein grausamer Strudel aus Ekel, Gewalt, Brutalität, Folter, Blut und Tod, der nicht mehr aufzuhalten ist.

„Cutterfly“ erzählt die Geschichte von 2 Frauen. Eine von ihnen möchte unbedingt ein Baby, koste es, was es wolle, die andere will definitiv keine Kinder, sehr zum Leidwesen ihres Freundes, wird aber vergewaltigt und so natürlich schwanger. Außerdem treibt ein Serienkiller sein Unwesen, der Frauen foltert und brutal missbraucht. 

„Cutterfly“ startet schon im Prolog mit einer brutalen Szene, einer sehr anschaulich beschriebenen Vergewaltigung, man weiß als Leser also schon auf den ersten Seiten, worauf man sich hier einlässt. Bereits hier war ich skeptisch, denn eigentlich kenne ich Nico von Cracau eher als kleinen Wortakrobaten, die „Einleitung“ hier war aber einfach nur flach, darauf ausgelegt zu schockieren und leider wurde es nicht besser.
Im Buch geht es um 2 sehr unterschiedliche Frauen: Yuna will unbedingt ein Kind, sie war bereits einmal schwanger, hat das Baby aber verloren. Nun dient der Sex mit ihrem Freund nur noch dazu, endlich Mutter zu werden und nach jedem negativen Schwangerschaftstest bestraft sie sich selbst, indem sie sich ritzt. Ihr Freund Malte weiß zwar davon, ihn scheint das allerdinga nicht so wirklich zu interessieren. Eva hingegen will um nichts in der Welt ein Kind, sie liebt ihr unabhängiges Leben und streitet sich deswegen immer wieder mit ihrem Freund Neo, der sich einen Stammhalter wünscht.
Außerdem treibt ein brutaler Killer sein Unwesen, der Frauen verstümmelt, missbraucht und dann einfach ablädt. Eine dieser Leichen findet ausgerechnet Neo im Wald. 
Dann wird Eva niedergeschlagen, vergewaltigt und natürlich schwanger, wer hätte das erwartet. Von da an wird es immer unglaubwürdiger, die Charaktere immer langweiliger und es tun sich Logiklücken auf.
Was ist denn hier passiert? Eigentlich mag ich die Bücher von Nico von Cracau, aber diesmal habe ich mich echt schwergetan und war sogar kurz davor, das Buch abzubrechen. Nicht nur, dass der Schreibstil total anders ist, total plump, sowohl sprachlich (4x hätte in einem Satz finde ich schon hart), als auch inhaltlich, die Story hat mich nicht abgeholt, allein schon weil wirklich jeder Dreck am Stecken hat und mit Dreck meine ich ganze Klumpen. Außerdem gibt es viel zu viele Charaktere, von denen scheinbar keiner auch nur ein ganz kleines bisschen normal ist. Hätte sich die Story auf die beiden Frauen im Klappentext beschränkt, wäre das vielleicht sogar interessant geworden, aber so ist es einfach nur zu viel von allem. Unrealistisch und platt, keine der Figuren mochte ich, es war mir egal, was mit ihnen passiert und dann war das Ganze auch brutal nur um der Brutalität Willen, sowas mag ich ja gar nicht. Gerettet hat es das Ganze auch nicht und nur weil ich wissen wollte, wie das Ganze am Ende zusammengeführt wird, habe ich bis zum Ende durchgehalten und mich danach über die verschwendete Zeit geärgert. Dabei haben mir „Flussgott“, „Du wirst brennen“ und auch „Nuklearer Winter“ gut gefallen, man fast könnte meinen, die Bücher wären von 2 unterschiedlichen Autoren.

So sehr ich die anderen Bücher von Nico von Cracau auch mag, das war nichts, zumindest für mich. Ich habe ja kein Problem mit brutalen Geschichten, aber Gewalt sollte halt nicht das Hauptthema sein und hier hatte ich echt das Gefühl, der Autor wollte sich einfach mal so richtig austoben und hat es dabei maßlos übertrieben. Schade, aber mehr als 2,5 Miezekatzen sind da einfach nicht drin.

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