“ … Während Brady weitgehend an Zimmer 217 und an einen Körper gefesselt war, der nicht mehr funktionierte, hatte er viele Monate Zeit zu planen, die Pläne zu revidieren und die Revisionen erneut zu revidieren. Dabei hat er zwar Fehler gemacht, … , aber er hat durchgehalten, und nun steht er tatsächlich an der Schelle zum Erfolg. …“ (Seite 302)
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In Zimmer 217 ist etwas aufgewacht. Etwas Böses.
Brady Hartsfield, verantwortlich für das Mercedes-Killer-Massaker mit vielen Toten liegt seit fünf Jahren in einer Klinik für Neurotraumatologie im Wachkoma. Seinen Ärzten zufolge wird er sich nie erholen. Doch hinter all dem Sabbern und In-die-Gegend-Starren ist Brady bei Bewusstsein – und er besitzt tödliche neue Kräfte.
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Nachdem Holly Brad Hartsfield außer Gefecht gesetzt hat, liegt der schon einige Jahre ohne Gehirnaktivität im Krankenhaus. Doch der Schein trügt, denn Hartsfield kann sich in das Bewusstsein anderer Leute „Einhacken“ und so draußen herumstreifen, ohne sein Zimmer zu verlassen. Und er arbeitet bereits an einem Plan, um sich an Bill zu rächen.

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Anders als in den ersten beiden Teilen der Bill Hodges Trilogie, die ja reine Thriller sind, wird es im Abschlussband übernatürlich. Brady Hartsfield, der mit einem gestolenen Mercedes in eine Menschenmenge gefahren ist und einen Bombenanschlag auf ein Boyband-Konzert verüben wollte, dämmert auch Jahre nach Hollys beherztem Eingreifen mit einem Hirnschaden im Krankenhaus vor sich hin. Doch die Schwestern, die sich um ihn kümmern, fühlen sich unwohl, erzählen von Gegenständen, die ihren Standort verändern und dann sind da noch diese merkwürdigen Selbstmorde, deren Opfer alle irgendwie mit Brady in Verbindung stehen. Bill hat ein ganz mieses Gefühl, er will Brady endgültig zur Strecke bringen und ahnt, dass ihm dafür nicht mehr allzu viel Zeit bleibt. Auch Hartsfield will Rache, Rache an dem Mann, dem er seinen jetztigen Zustand zu verdanken hat, wobei es ja eigentlich Holly war, die ihn buchstäblich niedergeprügelt hat. Und in all den Jahren im komaähnlichem Zustand hat er viel Zeit gehabt, seine ganz besondere Fähigkeiten zu trainieren uns auszubauen, er kann in das Bewusstsein anderer eindringen und sie so kontrollieren und zu seinen Werkzeugen machen, ohne dabei sein Krankenzimmer verlassen zu müssen.
Es hat lange gedauert, bis ich mir endlich den letzten Band von Stephen Kings Bill Hodgens Trilogie vorgenommen habe, immer wieder hab ich ihn vor mir hergeschoben, denn ich mag den grummeligen Bill und wollte ihn einfach nicht gehen lassen, denn er ist nach langer Zeit mal wieder einer von Kings Charakteren, den ich sofort ins Herz geschlossen habe. Doch wie heißt es so schön? Alles hat einmal ein Ende und da ich die Serie ja schon gesehen und auch „Holly“ gelesen habe, wusste ich natürlich, was mich erwartet. Ein paar Tränchen vergossen habe ich trotzdem und muss gestehen, ich hätte lieber mehr von Bill gelesen als von Holly, der ollen Nervensäge. Wobei ich schon zugeben muss, dass sie sich irgendwie von Buch zu Buch gebessert hat, aber so richtig glücklich bin ich mit ihr immer noch nicht.
Zum großen Finale sind jedenfalls wieder alle angetreten, neben Bill, Holly und Brady gibt es natürlich auch ein Wiedersehen mit Pete, Izzy, Barbara und Jerome. Ich persönlich freue mich ja, wenn mich eine Figur länger als nur ein Buch begleitet und gerade Stephen King ist ja bekannt dafür, seine Charaktere immer mal wieder aus der Versenkung auftauchen zu lassen, wofür ich ihn übrigens heiß und innig liebe.^^ Aber auch mit Gesellschaftskritik hält sich King wie gewohnt nicht zurück, obwohl diesmal die Geltungssucht eines Arztes der Auslöser für das Geschehen ist.
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Ich liebe Bill und es war schwer, Abschied von ihm zu nehmen, viel schwerer als von Holly. Und auch wenn viele darüber meckern, ich mag die übernatürlichgen Einflüsse bei „Mind Control“, sie erinnern mich an Kings alte Werke und dafür gibt es von mir 4,5 von 5 Miezekatzen..
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01. „Mr. Mercedes“
02. „Finderlohn“
03. „Mind Control“

