„Eaten“ – Moe Teratos

“ … Ich hatte mich bisher als Einziger meiner Art gesehen, als Individuum, dem eine Tasse im Schrank fehlt. Nie kam ich auf die Idee, meine Sucht zu googeln. Hätte ich das früher getan, hätte ich sie eher gefunden. Sie, die Gleichgesinnten, die mir die Träume erfüllen können, die mich seit meiner Kindheit begleiten. …“

Rob Kleinmann ist ein unauffälliger Familienvater, der ein gutbürgerliches Leben führt. Im Wesentlichen unterscheidet er sich kaum von Ihnen, mir oder Ihren Nachbarn. Doch eines seiner Lebensziele weicht von der Norm ab: Rob wünscht sich nichts sehnlicher, als gegessen zu werden.

Wir alle haben schon von Kannibalen gehört, Menschen, die das Fleisch ihrer Mitmenschen verspeisen möchten. Eine Nachfrage ist also schon mal da, nun fehlt nur noch jemand, der diese Ware anbietet. In „Eaten“ ist das Familienvater Rob, der schon von klein auf davon träumt, verspeist zu werden. Seine Sehnsucht treibt ihn in ein Kannibalenforum in der Hoffnung, dort auf einen geeigneten Kandidaten zu treffen. 
Tatsächlich melden sich auf seinen Post einige Leute, aber ist auch der Richtige dabei?

Bücher aus der Sicht eines oder über Kannibalen hab ich schon einige gelesen, doch noch nie Geschichten aus der Sicht des „Spenders“. Normalerweise habe ich mit Ich-Erzählungen keine Probleme, hier habe ich mich allerdings erstmal etwas schwer getan. Warum? Ich habe keine Ahnung, der flapsige Anfang hat mir den Einstieg etwas schwer gemacht.^^
Dabei hatten es Rob und sein Bruder Chris nicht leicht, doch jetzt hat er eine eigene Firma, eine Frau, eine Tochter. Und dennoch ist diese Sehnsucht immer noch da. Ich muss zugeben, ich fand es schon etwas blauäugig, wie einfach sie Rob das alles vorgestellt hat. Er will endlich haben, was er schon so lange will und der Rest wird damit schon klarkommen, für mich war das doch eine recht befremdliche Ansicht, aber gut, man steckt nicht drin, ich verspüre keinen Zwang, mich essen zu lassen und ich kenne auch niemanden, den das anmachen würde, also bin ich da wohl raus.
Die Art und Weise, wie Rob versucht, sein Dilemma zu lösen, ist zwar ganz unterhaltsam, auf der Suche nach angehenden Fleischvertilgern macht er ganz unterschiedliche Erfahrungen, aber irgendwann dacht ich mir, hey, da muss doch noch mehr kommen und natürlich hat die gute Moe mich auch diesmal nicht enttäuscht.
Der Klappentext weckt eine gewisse Erwartungshaltung, aber die Autorin spielt mit den Gefühlen ihrer Leser. War ich mir anfangs noch nicht ganz sicher, was ich von dem Mann halten soll, der am liebsten als Mahlzeit auf einem Teller landen würde, kam ich später nicht umhin ihm die Daumen zu drücken und die Zehen gleich noch dazu.
Warum? Das müsst ihr schon selbst lesen, aber eins kann ich euch verraten, es ist keine leichte Kost. Haha, welch passendes Wortspiel.^^

Nach leichten Einstiegsschwierigkeiten hat Moe Teratos mich auch diesmal wieder gepackt, ganz böse sogar, einmal wäre mir fast mein Steak im Halse stecken geblieben.
Eaten“ zeigt einmal mehr, egal wie unterschiedlich Menschen sind, was für merkwürdige Gelüste sie auch haben, wenn es drauf ankommt, ticken wir doch alle gleich. Wer also kein Problem mit Gewalt hat oder damit, sich quasi im Kopf eines saftigen Stück Fleisches zu befinden, sollte hier unbedingt zugreifen, von mir gibt es 4 von 5 Miezekatzen. 

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