“ … Vermutlich werde ich immer daran denken, wie ich sie das erste Mal gesehen habe, als sie in diesem halbdunklen Flur stand, und neben ihr der Page aus einem Provinzhotel, der wie der Affe eines Leierkastenspielers angezogen war und sich mit einem schiefen Grinsen beinahe an sie lehnte. … (Seite 11)
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Sie hat das Gesicht einer Madonna, aber ein Herz aus Dollarscheinen.
Nach seinem Ausbruch aus dem Gefängnis begegnet Tim Sunblade der Prostituierten Virginia. Als er feststellt, dass die ungewöhnlich wortgewandte Zehn-Dollar-Schlampe sich nur für Geld interessiert, weiß er, dass er für seinen geplanten Raubüberfall die richtige Partnerin gefunden hat.
Tim ahnt nicht, dass dieser Engel mit den lavendelgrauen Augen sein Albtraum wird …
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Tim will an Geld kommen und plant einen Überfall, vorher gönnt er sich in einem Hotel aber erstmal eine Prostituierte. Von der ist er so fasziniert, dass er Virginia erst als Reisebegleitung mitnimmt und sie dann kurzerhand zu seiner Partnerin macht, ein schwerer Fehler.

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Nach einigen harten Wochen auf einer Ölbohrinsel gönnt sich Tim ein Bad in einem billigen Hotel und eine Prostituierte. Doch Virginia ist nicht, was er erwartet hat. Obwohl sie sich Mühe gibt im Ghetto-Slang zu sprechen, erkennt er schnell, dass sie aus einer wesentlich angeseheneren Gesellschaftsschicht kommen muss. Die hübsche junge Frau fasziniert ihn, auch oder vielleicht gerade weil sie alles außer Geld komplett kalt lässt.
Tim hat einen Plan um an Geld zu kommen, keinen legalen natürlich, und dabei ist eine Frau eigentlich nur im Weg, trotzdem nimmt er sie mit auf seine Reise, überzeugt davon, sie unterwegs einfach irgendwo abzusetzen wenn er genug von ihr hat. Doch dass das nicht passieren und es für Tim kein guten Ende nehmen wird, ist von Anfang an klar.
„Schwarze Flügel hat mein Engel“ ist in der Festa Special Reihe erschienen und ja, ich habe mich mit diesem Buch schwer getan. Das liegt vor allem daran, dass Krimis jetzt nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre sind und man dem Buch sein Alter definitiv auch anmerkt, immerhin wurde es bereits 1953 veröffentlicht. Hinzu kommt, dass ich mich in den Protagonisten Tim absolut nicht hineinversetzen konnte, aber hey, ich bin auch kein Mann, bei mir wäre das alles anders gelaufen. Obwohl Tim von Anfang an weiß, dass seine „Geliebte“ es nur aufs Geld abgesehen hat, redet er sich ihre Beziehung immer wieder schön, völlig egal, was Virginia sich leistet. Kann man wirklich so blind sein? Gerade wenn man einen Raub plant, muss man sich auf seinen Partner verlassen können, ihm blind vertrauen. Das ewige Katz-und-Maus-Spiel der beiden ist anfangs unterhaltsam, da es sich aber durch die gesamte Story zieht, bin ich es schnell leid und wirklich mehr gibt es hier eigentlich nicht.
Tim schildert seinen Trip in den Untergang rückblickend als Ich-Erzähler und selbst da gerät er noch ins Schwärmen, was mich nur den Kopf schütteln lässt. Der Weg dorthin ist teilweise durchaus interessant, Elliott Chaze lässt seinen Helden blind und mit wehenden Fahnen in den Abgrund rennen. Deswegen mag ich das Ende, wenn das Karma zuschlägt, denn dem kann bekanntlich niemand entkommen. Bin ich garstig wenn ich Tim sein Schicksal gönne? Ja, definitiv, aber wer sich so einwickeln lässt, hat es einfach nicht anders verdient.
„Schwarze Flügel hat mein Engel“ ist dreckig, düster und doch immer wieder auch voller Poesie, kann mich aber auf Dauer nicht bei der Stange halten. Wer düstere Noir Krimis und schlüpfrige Szenen mag, kommt hier auf seine Kosten, ich als Thriller-Fan bin aber nur mäßig begeistert.
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Ein Mann, der sich komplett zum Trottel macht und das, obwohl er genau weiß, dass die Frau, auf die er sich verlässt nur Interesse an Geld hat. Ich weiß nicht, irgendwie gönne ich Tim sein Schicksal. Doch meine Schadenfreude, wenn ich das so nennen kann, hilft nicht darüber hinweg, dass die Story mich nicht vom Hocker gerissen hat und ich mich nicht mal ansatzweise in Tim hineinversetzen konnte. Kann man lesen, muss man aber nicht, von mir gibt es 3 von 5 Miezekatzen.

