„Scythe – Die Hüter des Todes“ – Neal Shusterman

Unsterblichkeit,
Wohlstand,
unendliches Wissen.
All das haben die Menschen in der Zukunft erreicht.
Doch auch in einer perfekten Welt müssen Menschen sterben.
Bist du bereit zu entscheiden, wer leben darf und wer gehen muss?
Bist du bereit zu töten?
Citra und Rowan sind es nicht.

In einer Welt, in der die Menschen keines natürlichen Todes mehr sterben, muss man eine andere Lösung für das Problem der Überbevölkerung finden und so entstehen die Scythes, die Hüter des Todes. Sie sind dafür zuständig, einen Teil der Bevölkerung zu töten, sie nachzulesen, wie sie es nennen. Scythes sind gefürchtet und sie bilden Nachwuchs aus. Sowohl Citra, als auch Rowan werden von Scythe Faraday als Lehrlinge ausgesucht, sehr ungewöhnlich, denn normalerweise bildet ein Scythe nur einen Schüler aus und genau diese Tatsache wird den beiden noch zum Verhängnis. Zunächst einmal hadern sie mit ihrer Berufung, doch sie erkennen bald, dass ihr Meister keineswegs ein hartherziger Mörder ist, so wie einige andere, denen das Töten Spaß zu machen scheint. Und auch unter den ehrenwerten Hütern gibt es Machtkämpfe …

Eigentlich bin ich erst durch eine Empfehlung des Ehepaares Barth auf den ersten Band der Reihe aufmerksam geworden, sowohl Michael, als auch Kerstin waren voll des Lobes und da ich die „Vollendet“ – Reihe von Neal Shusterman schon toll fand, hab ich mir schließlich auch den ersten Band von „Scythe“ geleistet. Dann lag er erstmal eine Weile unbeachtet im Regal, bis er mir mal wieder in die Augen stach und hatte mich bisher die Dicke doch etwas abgeschreckt, so wollte ich nun doch endlich wissen, ob das Buch wirklich so toll ist. Ich nehme es gleich mal vorweg, nachdem ich das Buch beendet habe, hab ich mir gleich die anderen beiden Bände bestellt.
Warum? Sowohl mit Citra, als auch mit Rowan hat der Autor wunderbare Charaktere geschaffen, die zwar grundverschieden sind, sich aber ohne Zweifel hervorragend ergänzen. Beide wollen diese Ausbildung nicht, doch immerhin bekommen ihre Familien für diese Zeit Immunität gewährt, heißt, sie werden nicht nachgelesen, allein das ist natürlich ein Ansporn. Citra ist rebellisch, sagt, was sie denkt und das hinterlässt Eindruck bei ihrem Kommilitonen. Sind sie sich zuerst völlig fremd, so lernen sie sich schon bald schätzen und das, obwohl sie wissen, dass sie Konkurenten sind, denn nur einer von ihnen wird am Ende den Scythering tragen. Dann passiert etwas Unvorhersehbares und die beiden werden getrennt, während Citra bei einer Vertrauten ihres alten Lehrmeisters unterkommt, landet Rowan auf der dunklen Seite und findet Gefallen daran, die Gesetze zu brechen.
Die Entwicklung der beiden Teenies wird glaubwürdig geschildert, man leidet mit ihnen, denn leicht haben sie es beide nicht. Und ist es wirklich immer so leicht, Gut und Böse zu unterscheiden? Doch nicht nur Rowan und Citra sind mir ans Herz gewachsen, nein, auch Faraday und Curie, die anfangs so kaltschnäuzig erscheint. Doch auch sie ist nicht, was sie vorgibt zu sein …
Der erste Teil schließt mit seinem Ende die Geschichte zwar ab, lässt aber gleichzeitig erahnen, was noch kommen wird und schon allein deswegen freue ich mich auf die Folgebände.
Etwas schade finde ich, dass das metallic Cover nicht beibehalten wurde, das Buch sieht dadurch sehr edel aus, aber leider gibt es Band 2 und 3 nur noch in der neuen Aufmachung, die gefällt mir nicht wirklich, aber was zählt, ist der Inhalt, nicht das Cover.

Ich ärgere mich inzwischen ein bisschen, dass ich das Buch so lange ungelesen im Regal stehen hatte, denn wie schon „Vollendet“, so hat mich auch „Scythe“ bisher begeistert, wieder geht es bei Neal Shusterman um den Tod, nur wird diesmal nicht vollendet, sondern nachgelesen, doch auch dabei geht es gesellschaftskritisch zur Sache. Ich bin gespannt, welche der beiden Reihe am Ende mein persönlicher Favorit wird, der erste Band von „Scythe“ hat sich mit 4,5 von 5 Miezekatzen schon mal recht tapfer geschlagen. Wer gern Dystopien liest, sollte hier unbedingt zuschlagen.

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