„Fernweh“ – Skye Warren

“ … Seine Worte setzten sich in meinem Kopf wie Puzzleteilchen zusammen und lösten ein Rätsel, das ich längst begriffen hatte. Er wollte so sein, verrückt und böse und gemein. …“ (Seite 123)

Evie lebt in der Einöde von Texas und träumt davon, die Welt zu sehen. Sie ist schon 20 Jahre alt, aber ihre paranoide Mutter lässt sie nicht aus dem Haus.
Und dann, eines Tages, nimmt Evie all ihren Mut zusammen und läuft davon …

Als der Trucker sie zum ersten Mal sieht, weiß er, dass er sie mehr will als alles andere. Und Hunter holt sich auf grausame Weise das, was er will – und lässt Evie nicht mehr frei.
Während sie das Land durchqueren, spürt die Gefangene paradoxerweise zum ersten Mal das Gefühl von Freiheit.
Doch Evie kann nicht vergessen, was Hunter ihr angetan hat und will fliehen. Aber sie könnte verlieren, was sie schon immer gesucht hat.

TotallyBooked: »Beängstigend, und dennoch voller Humor, extrem dunkel und verstörend, aber auch sehr erotisch.«

Romantic Book Affairs: »Wappne dich für eine unglaubliche und intensive Lovestory, in der es keine Helden gibt, nur schockierend schöne Monster.«

Evies Mutter hält ihre Tochter von allem fern. Vom Leben enttäuscht, will sie sie vor allem bewahren, doch Evie kommt sich vor wie im Gefängnis. An ihrem 20. Geburtstag will sie nun endlich ausbrechen und die Welt kennenlernen. Schon vor Jahren hat sie aus der Bibliothek ein Buch über die Niagarafälle entwendet, dort möchte sie unbedingt hin.
Doch ihre Reise ins Unbekannte endet recht abrupt auf einem Rasthof, dort ein Trucker hat ein Auge auf sie geworfen. Obwohl ihr der Mann von Anfang an Unheimlich ist und sie versucht, ihm aus dem Weg zu gehen, schafft er es, Evie in seine Gewalt zu bringen. Ist die Welt da draußen wirklich so schlecht, wie ihre Mutter immer behauptet hat?

Auch wenn es jetzt wahrscheinlich merkwürdig klingt, kann ich mich eher mit Hunter als mit Evie identifizieren, dabei stehe ich eigentlich nicht auf die bösen Jungs. Na gut, manchmal vielleicht doch.^^ Aber irgendwie ist mir Evie trotz allem zu naiv, zu sehr im Unreinen mit sich selbst. Sie bricht zu Hause aus um dann genau in so einer Situation zu landen, vor der sie ihre Mutter immer gewarnt hat. Und dennoch, oder vielleicht auch genau deswegen, ist da ein gewisser Nervenkitzel, eine erotische Anziehungskraft, der sie sich einfach nicht widersetzen kann, gerade, weil sie nichts davon kennt. Doch immer wieder ist sie hin- und hergerissen, mal glaubt sie, diesen Mann, der sie entführt hat zu lieben, mal will sie nichts anderes als fliehen, ein ständiges Auf und Ab.
Hunter hingegen ist geheimnisvoll und nimmt sich, was er will, in diesem Fall Evie. Er entführt sie zwar, ist aber jetzt nicht wirklich brutal, was natürlich keineswegs heißen soll, dass ich seine Vorgehensweise gut finde, Zwang bleibt Zwang. Trotzdem ist er der mysteriöse Antiheld, bei dem man von Anfang an weiß, dass er etwas zu verbergen hat, aber was ist sein Geheimnis?
Von der Auflösung hab ich mir ein bisschen mehr erhofft, doch sie macht seine Handlungen nachvollziehbarer, auf eine irgendwie verdrehte Art und Weise kann man durchaus verstehen, worauf er hinaus will.
Lange Rede, kurzer Sinn, ein wohlbehütetes Mädchen mit „Fernweh“ und einer Schwäche für Wasserfälle trifft auf einen Trucker mit etwas härteren sexuellen Vorlieben und es rumst gewaltig, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch auch die Vorgeschichte der beiden wird beleuchtet und macht deutlich, dass sie sich anscheinend gar nicht so unähnlich sind.
Ich bin jetzt nicht unbedingt der Dark Romance Fan, aber so ab und an greife ich doch mal zu solch einer „Liebesgeschichte“ und hier bin ich angenehm überrascht, dass sie sich doch etwas von den anderen Vertretern abhebt, dass der böse Bube eben nicht ständig die Peitsche schwingt und seine Angebetete zu ihrem Glück zwingt und das mit allen Mitteln. Außerdem mag ich das verspielte Cover und die Idee, jedem Kapitel einen Satz aus dem Buch über die Niagarafälle voranzustellen, dass Evie von zu Hause mitgenommen hat. 

Ein bisschen Sex, ein bisschen Gewalt, zwei kaputte Menschen, wer sich hier angesprochen fühlt, wird von „Fernweh“ nicht enttäuscht sein, zumal es im Buch auch darum geht, warum die Charaktere eben genau so und nicht anders reagieren. Im Gegensatz zu anderen Werken aus dem Genre ist es hier für mich jedoch durchaus nachvollziehbar und ich vergeben 4 von 5 Miezekatzen. 

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