„Red Riding Hood: Revenge“ – Mary Sardarjan

“ … Ich bin aber auch nicht hier, um meinesgleichen umzubringen. Alles, was ich will, ist, dem Werwolf in seiner tierischen Gestalt in die Augen zu blicken und ihn dann zu töten. Erst dann werde ich frei sei. …“ (Seite 10)

Das Mädchen mit dem roten Käppchen ist wieder da – und dieses Mal will sie den Wolf bluten sehen!

Er hat ihr alles genommen: Die Familie, die Liebe, das Glück.
Ihr einziger Lebenssinn: Rache. Mit einer Axt bewaffnet zieht Rotkäppchen in die düsteren Wälder, auf der Jagd nach dem gefürchteten Werwolf.
Doch auch die Bestie hat ihren Geruch bereits aufgenommen.
Das brutale Rache-Spiel kann beginnen.

Verlasse dich auf deine Instinkte. Hüte dich vor den Schatten … Doch wenn auch dies nicht genügt?

Rotkäppchen lebt mit ihrer Schwester Blauäuglein und ihren Eltern in einem Haus im Dorf und steht kurz vor ihrer Hochzeit mit dem stattlichen Matteo.
Ihr Vater ist Wolfsjäger und natürlich kommt es, wie es kommen muss, er wird getötet.
Doch das ist noch nicht alles, denn kurz darauf fällt auch Rotkäppchens restliche Familie und ihr zukünftiger Ehemann dem Raubtier zum Opfer.
Die junge Frau hat nur noch ein Ziel: Rache an der Bestie, koste es, was er wolle …

Wir alle kennen Rotkäppchen als das kleine, süße, unschuldige Mädchen, dass der Großmutter Kuchen und Wein bringt. Mary Sardarjans Rotkäppchen hingegen ist etwas anders.
Zu Beginn ist es noch brav und tugendhaft, nach dem Tod der Familie verliert es allerdings den Boden unter den Füßen, trinkt und mit der Keuschheit ist es auch vorbei.
Zu allem Übel wendet sie sich dann auch noch einem Männerberuf zu, der Wolfsjagd.
Wir haben es hier also mit einer kleinen Rebellin zu tun, die sich gegen die üblichen Konventionen auflehnt und schon allein das sollte sie eigentlich sympathisch machen, aber irgendwie bin ich einfach nicht mit ihr warm geworden, zu sehr nervte mich ihr permanentes Selbstmitleid und die ständig neuen Männer, die an ihrer Seite auftauchen, nur um irgendwann wieder durch einen anderen ersetzt zu werden.
Den „üblichen“ Wolf zum Werwolf zu machen, der nur einmal im Monat loszieht, um sich an Fleisch zu laben, hat den Vorteil, dass er ganz normal unter den Menschen lebt, mit ihrem Handeln vertraut ist, sich seine Opfer sogar gezielt aussuchen kann. Er ist kräftig, sexy und natürlich ein Mann, denn nur die können sich in die Bestie verwandeln.

Leider war das Buch für mich viel zu lang, die Hälfte der Seiten hätte es auch getan, das ist aber nur meine ganz persönliche Meinung.
Auch die Entwicklung von Rotkäppchen war mir zu viel des Guten.
Natürlich verändert sich ein Mensch, wenn er viel durchgemacht hat und sie hat alles verloren, aber blinder Hass war noch nie ein guter Antrieb und das zeigt sich auch hier immer wieder.

Ich habe ein kämpferisches Rotkäppchen erwartet und das habe ich bekommen, allerdings nicht so, wie erhofft, dabei habe ich an der Story an sich gar nichts auszusetzen, nur zieht sie sich für mich viel zu lange. Außerdem ist die junge Frau niemand, den ich ins Herzgeschlossen habe, also konnte ich mit ihr auch nicht wirklich mitfiebern. Zwar wollte ich dennoch wissen, wie die Geschichte ausgeht, aber gefesselt hat sie mich leider nicht, dafür waren die verschiedenen Charaktere für mich zu austauschbar und ich habe tatsächlich ein paar Mal darüber nachgedacht, das Buch erstmal zur Seite zu legen und mich einem anderen zu widmen.
Und so gibt es für das Mädchen mit der Axt von mir leider auch nur 3 von 5 Miezekatzen. 

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