„Jedes Mal, wenn wir uns in der Eisdiele treffen …“ – Carlton Mellick III

“ … Aber bevor ich ihr sagen konnte, wie hübsch sie aussah, explodierte ihr Gesicht.
Blut und Fleischfetzen klatschten mir ins Gesicht, in meinen Mund und überall auf meine Kleidung. Ihre Lippen klebten in meinen Haaren …“ (Seite 14)  

Eine irre Liebesgeschichte, ebenso gruselig wie herzerwärmend.
Ethan ist in das seltsamste Mädchen der Schule verliebt. Die mit den Spinnen im Haar. Die, die sie Spiderweb nennen.
Obwohl sie alle anderen Kinder in der Schule abschreckt, hält Ethan Spiderweb für das süßeste Mädchen der Welt. Aber es gibt ein Problem: Jedes Mal, wenn sie starke Gefühle hat … nun ja … explodiert ihr Gesicht.
Je näher die beiden sich kommen, desto absonderlicher wird ihr Zustand …
Der neue Roman vom Kultautor der Bizarro-Fiction. Verstörend explosiv.
Carlton Mellick III zu lesen ist, als falle man in das Kaninchenloch, das dich ins Wunderland bringt.

Na  aber hallo, was war das denn? Total durchgeknallt, abgedreht, verrückt, aber irgendwie auch süß und romantisch, Teenager-Lovestory trifft auf bizarren Alptraum.^^
Ethan ist 13 und unsterblich verliebt in Jill, in der Schule nur „Spiderweb“ genannt, weil sich einmal eine fette Spinne auf ihren Kopf abgeseilt hat. Jeden Tag sitzen die beiden im Schulbus nebeneinander ohne miteinander zu reden, nachdem seine Angebetete ihm einen Zettel zusteckt, sind sie offiziell ein Paar. Doch Jill ist anders, ihr Gesicht aus verschiedenfarbigen Hautstücken zusammengenäht. Den Grund dafür erfährt der Junge beim Ausflug ins Eiscafé, die Haut in ihrem Gesicht beginnt Blasen zu bilden und dann explodiert es einfach. Doch selbst das kann Ethan nicht abschrecken, für ihn ist seine Freundin das das schönste Girl der Welt und er muss einfach mit ihr zusammen sein, auch wenn der Preis dafür hoch ist …

„Jedes Mal, wenn wir uns in der Eisdiele treffen, explodiert dein verdammtes Gesicht“ ist für mich definitiv der Titel des Jahres, ich bin mir sicher, den toppt sicherlich niemand mehr.^^
Meine erstes Werk von  Carlton Melick III war, wie sollte es auch anders sein, „Die Kannibalen von Candyland“, das kleine Büchlein war ja schon allein optisch ein Hingucker und die Geschichte sehr amüsant, alle folgenden haben mich aber dann nicht mehr so richtig überzeugt, „Adolf im Wunderland“ war gar nicht meins, aber „Jedes Mal, wenn wir uns in der Eisdiele treffen, explodiert dein verdammtes Gesicht“ klang wieder nach einer Menge Spaß. Gut, ein bisschen traurig war ich schon, dass das Originalbild nicht verwendet wurde, Mellicks Comic-Cover sind einfach zuckersüß … Aber egal, darum gehts ja nicht.^^

Wie meine innere Stimme mir prophezeite, hatte ich eine Menge Spaß mit dem Büchlein aus der Festa Special Reihe und selbst mit dem Cover hab ich mich inzwischen angefreundet.
Ethan und Jill sind schon irgendwie total putzig, beide schüchtern, beide Außenseiter, dem Schicksal blieb wohl nichts anderes übrig, als sie zusammenzuführen. Doch während Ethan in der Schule öffentlich angegriffen wird, haben vor „Spiderweb“ alle Angst. Sie sind die Freaks, die Ausgestoßenen und dennoch Liebenswerten. Dabei ist Ethan eigentlich ganz normal, im Gegensatz zu seiner Angebeteten und deren Familie, das erkennt er spätestens bei seinem ersten Besuch in deren gigantischen Haus und der Begegnung mit den Hunden.
Doch nicht nur das Pärchen trifft einen mitten ins Herz, auch Jills Vater ist, finde ich, ein sehr faszinierender Charakter, ich war mir nie so ganz sicher, ob ich ihn mögen oder verabscheuen soll. Zu allen Figuren wird der Hintergrund beleuchtet, so versteht man, warum sie eben genau so und nicht anders handeln, lediglich de Mutter bleibt etwas außen vor, schade, denn gerade zu ihr hätte ich gern etwas mehr erfahren.

Wer auf abgedrehte Geschichten mit einem klitzekleinen Schuss Romantik steht, der ist hier genau richtig. Aber Achtung, auch wenn es ein bisschen noch einer putzigen Lovestory klingt, es gibt jede Menge Blut, Hautfetzen und herumfliegende Körperteile. Natürlich kann man Mellick nicht wirklich ernst nehmen, trotzdem möchte ich eine kleine Warnung aussprechen, nicht dass sich einer auf die rosa Plüschpantoffeln erbricht …^^
Für mich endlich wieder ein Titel gleichauf mit „Die Kannibalen von Candyland“, ich vergebe 4 von 5 Miezekatzen und hoffe auf weitere Bücher des Autors.

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