„Parasit: Er frisst deinen Verstand“ – G. S. Foster

“ … Ich betrachtete Cravenville als Bühne, auf der ich – sobald ich gewählt worden war – vier Jahre lang das Sagen haben würde. Die Einwohner würden meine Schauspieler sein, die ich anleitete, und ich würde mit meinem Wahlsieg sozusagen vom Autor zum Regisseur aufsteigen. …“

Er frisst deinen Verstand …
Er ernährt sich durch dein Leid …
Er zerstört dein Leben …
Auf dem Rückweg von einer Wahlkampfveranstaltung überfährt Doug Callahan in einer regnerischen Nacht eine unbekannte Frau. Aus Angst, der Vorfall könnte ihn die Wahl zum Bürgermeister der Stadt Cravenville kosten, lässt er die Leiche heimlich verschwinden.
Damit gerät Dougs Leben jedoch aus den Fugen. Von nun an fühlt er sich beobachtet, scheint vom Pech verfolgt und wird von seltsamen Visionen heimgesucht. Anfangs tut er dies als Paranoia ab, doch als seine Familie in tödliche Gefahr gerät, muss er den Folgen seiner Tat ins Auge sehen.
Jemand will sich an ihm rächen. Aber wer weiß von dem Unfall? Oder ist tatsächlich der Geist der Unbekannten zurückgekehrt? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn die Angst vor Vergeltung ist wie ein Parasit, der Doug langsam in den Wahnsinn treibt …

Bis vor kurzem hat Doug noch erfolgreich Theaterstücke für den Broadway geschrieben, doch nun werden seine Wertke verrissen und so entschließt er sich, mit seiner Familie in seine alte Heimat zurückzukehren und sich dort der Wahl zum Bürgermeister zu stellen. Zu Beginn stehen seine Chancen recht gut, doch als er eines nachts eine Frau überfährt und deren Leiche im naheliegenden Fluß entsorgt, weil er um seinen guten Ruf fürchtet, gerät sein Leben aus den Fugen. Doch ist es wirklich die Tote, die dafür die Schuld trägt oder meldet sich nur sein schlechtes Gewissen?

Neben der Penny Archer Reihe und den Fenton Chroniken ist „Parasit: Er frisst deinen Verstand“ bereits der dritte Einzelband von G. S. Foster. In diesem Buch erzählt er die Geschichte des Familienvaters Doug Callahan, der bisher Broadwaystücke geschrieben hat. Als der Erfolg bei seinen letzten Werken ausbleibt, entscheidet er sich zusammen mit seiner Frau Lenny und den beiden 17-jährigen Zwillingen Hope und Noah in das von seiner Mutter geerbte Haus in seinem Heimatstädtchen umzuziehen. In Cravenville will er sich nun an der Politikfront versuchen, indem er als Bürgermeister kandidiert und damit erregt er von Anfang an Aufsehen, vor allem bei der Presse. Dummerweise fährt er eines Abends auf dem Weg nach Hause eine junge Frau über den Haufen und da er Angst hat, dass dieser Unfall seinem Wahlkampf schaden könnte und das Opfer eh tot ist, entsorgt er die Leiche kurzentschlossen über eine Brücke in den nahen Fluß. Keine gute Entscheidung, wie sich schon wenig später zeigt, denn der Geist der Frau verfolgt ihn und nicht nur er muss schon bald um sein Leben fürchten. Doch nicht nur die Tote bringt Unruhe in sein bisher so geregeltes Leben, denn es taucht plötzlich auch eine Gegenkandidatin auf, die seinen guten Ruf in den Dreck zieht.
G. S. Foster ist ja bekannt für seine Geistergeschichten und Geister gibt es natürlich auch in „Parasit“, allerdings spielen sie hier eine etwas untergeordnetere Rolle. Dafür hat er Gänsehautfeeling mit Thrillerelementen gemischt, eine sehr gelungene Mixtur, wie ich finde und obwohl ich Doug jetzt nicht unbedingt ins Herz geschlossen habe, weil er mir etwas zu sehr von sich selbst überzeugt ist und immer so ein bisschen auf die Anderen herabzusehen scheint, tut er mir schon irgendwie leid. Auch wenn ich selbt, denke ich, nicht so handeln würde wie der Protagonist, kann ich seine Entscheidung zwar nicht gutheißen, aber zumindest nachvollziehen und so seine Ängste und Zweifel sehr gut Nachvollziehen.
Im Gegensatz zu den anderen Büchern des Autors geht es hier etwas ruhiger und auch unblutiger zur Sache, die Story ist fast ein wenig mehr Psychothriller als Horror, aber das macht sie nicht weniger spannend. Wahlkampf ist halt auch etwas für Hartgesottene.^^

Nach Serienkillern, verfluchten Leuchttürmen und Hexen entführt G. S. Foster seine Leser diesmal in die Politik und dass die Leute dort Dreck am Stecken haben, wissen wir ja alle. Doug ist für mich keine sympathische Figur, in der Beziehung kann er weder Penny noch Fox das Wasser reichen, aber gerade das macht den besonderen Reiz des Buches aus, für das ich 4 von 5 Miezekatzen vergebe.

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