„Unter Grund“ – Nadine Teuber

„Geh zu Greg! Wir treffen uns dort!“, schreit Judith panisch ins Telefon, bevor die Verbindung unterbrochen wird und sie verschwindet. Für Hagen ist der Fall klar: Sie fiel dem Virus zum Opfer! Oder der Regierung, die etwas zu vertuschen sucht.
Die Aussicht, sich mit Greg allein in Isolation zu begeben, ist alles andere als reizvoll. Doch dann kommt es noch schlimmer …

Ein Virus hat die Welt im Griff, na, kommt ins das nicht irgendwie bekannt vor? Und wo fängt das Ganze an? In China, richtig.
Hagen und Greg landen zusammen im Bunker, nicht ganz freiwillig. Judith, Hagens Schwester, Gregs Freundin, verbindet beide, trotzdem macht sie das nicht unbedingt zu Freunden. Doch Judith hat Hagen zu Greg geschickt, dort wollten sie sich eigentlich treffen, doch seitdem fehlt von ihr jede Spur und nun ist er eingesperrt mit ihrem Macker, den er noch nie sonderlich sympathisch fand. Essen gibt es aus dem 3D-Drucker, hergestellt aus einer Unmenge von Legosteinen, eine sehr interessante Idee übrigens.
So geht das zehn lange Jahre, Hagen hat die Schnauze voll, vom Bunker, von Greg und seinem Leben, doch dann kommt der große Moment, die beiden verlassen ihr selbstgewähltes Gefängnis…

Wie zuvor schon Nici Hope, so stellt sich auch Nadine Teuber der Herausforderung eine Story rund um die fünf Worte Wattestäbchen, Reizwäsche, Goldring, Sturm und Lego zu schreiben, „Unter Grund“ widmet sich jedoch einem völlig anderem Thema und lässt sich wohl am Besten dem Genre Dystopie zuordnen.
Leider bleiben sowohl Hagen, als auch Greg relativ flacht. Gut, man könnte jetzt sagen, es ist eine Kurzgeschichte, da bleibt nicht viel Zeit, näher auf die Charaktere einzugehen und trotzdem habe ich es irgendwie vermisst. Ihre Rangeleien werden nur grob angerissen, dabei hätte ich gerade das sehr spannend gefunden, zwei Männer auf doch sehr begrenztem Raum, ein düsteres Kammerspiel… Die Beziehung der beiden kommt mir etwas zu kurz, aber das fand ich nicht ganz so schlimm wie das Ende. Mag sein, dass das den einen oder anderen überrascht hat, ich fand es leider sehr unpassend, kann mich darüber aber leider nicht näher auslassen ohne zu spoilern…

Ganz überzeugt hat mich „Unter Grund“ nicht, die Story an sich war interessant, irgendwie ja auch brandaktuell, der Anfang vielversprechend und man will die ganze Zeit über wissen, was denn nun eigentlich los ist. Leider lässt die Spannung im Laufe der Zeit etwas nach und das Ende war dann überhaupt nicht meins. Einige mögen es überraschend finden, für mich hingegen hat es gar nicht gepasst, schade, aber unterm Strich bleiben 3,5 von 5 Miezekatzen.

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