“ … Mo ließ die Gedanken noch einmal über den Tatort wandern … Das Geweih, das Blut, die Spuren im Staub. in ihm begann sich eine dunkle Ahnung zu regen, als würde jemand ein altes, vergessenes Kapitel seiner eigenen Geschichte aufschlagen. …“
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Hamburg. In einer stillgelegten Fabrik wird die Leiche eines jungen Afrikaners entdeckt. Am Kopf trägt er ein Hirschgeweih, kunstvoll befestigt. Der Fall zwingt Kriminalhauptkommissar Morpheus Winter alias ‚Der Sandmann‘, sich seiner eigenen Vergangenheit zu stellen, denn sowohl sein Vater als auch sein Bruder waren berüchtigte Mörder, und die Schatten ihrer Taten lasten bis heute auf ihm.
Jemand scheint nun ihre Taten nachzustellen. Der Einzige, der ihm helfen kann, den Mörder zu finden, ist sein Bruder Ares, der eine lebenslange Haftstrafe in der berüchtigten Vollzugsanstalt Fuhlsbüttel verbüßt. Doch Ares schweigt.
Morpheus erkennt, dass an den Ort seiner Kindheit zurückkehren muss, wenn er Antworten finden will. Ein längst verfallener Hof in Brandenburg, der dunkle Geheimnisse hütet, die ihn auf die Spur des Mannes bringen, den alle nur den ‚Wolf‘ nennen, aber bald ist nicht mehr klar, wer Jäger und wer Gejagter ist.
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Sein neuester Fall ruft in Mordermittler Morpheus Erinnerungen wach, die er lieber weiter verdrängen würde, doch wenn er herausfinden will, was mit dem Opfer passiert ist, muss er sich ihnen stellen und sich auif eine schmerzhafte Reise zurück in seine Kindheit begeben.

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Morpheus ist Mordermittler, steigt aber in regelmäßigen Abständen als „Der Sandmann“ bei illegalen Boxkämpfen in den Ring, weil er das Preisgeld braucht. Immer an seiner Seite ist dabei die Luxus-Escortdame Luana, beide verbindet eine tiefe Freundschaft und eine schwierige Vergangenheit. Während Luana vor 20 Jahren auf der Flucht aus Albanien in einem dunklen Wald ihre Schwester Zana verloren hat, plagt Mo ein ganz anderes Familienproblem. Als er an einen Tatort gerufen wird, weckt das Mordopfer, ein Afrikaner, dem mit Draht ein Geweih am Kopf festgemacht ist, Erinnerungen an seinen Vater und den gr0ßen Bruder Ares, die sich mit Vorliebe auf Jagden der ganz besonderen Art begeben haben. Doch sein Dad ist inwischen tot und Ares sitzt seit vielen Jahren im Gefängnis, wer also stellt ihre Verbrechen nach und sucht damit nach seiner Aufmerksamkeit? Um den Fall zu lösen, muss sich Morpheus seiner Vergangenheit stellen und alte Wunden aufreißen.
Mo ist ein Polizist mit düsterem Familiengeheimnis, ein kantiger Antiheld, der sich nur an seine eigenen Regeln hält und niemanden an sich heranlässt. Mit Ausnahme von Luana, die ihren Körper für Geld verkauft und immer noch nach ihrer versschwundenen kleinen Schwester sucht. Zwei gescheiterte Existenzen, die sich gegenseitig Halt geben und trotzdem von ihrer dunklen Vergangenheit eingeholt werden. Wer auf der Suche nach einem spannenden Thriller ist, wird hier fündig, sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass der Protagonist niemand ist, der gute Laune versprüht, aber hey, genau dafür mag ich ihn. „Der Sandmann“ ist der erste Band der Morpheus Winter Reihe und ich hoffe, dass Rainer Wekwerth mich nicht so lange auf die Fortsetzung warten lässt, denn einige Fragen bleiben offen, auch wenn der Fall an sich natürlich abgeschlossen ist.
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Auch wenn die Story keine großen Twists zu bieten hat, weiß sie allein schon mit ihren Figuren zu zu überzeugen und Rainer Wekwerths fesselnder Schreibstil sorgt dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will, nur das Ende wirkt für mich etwas überstürzt. Wer auf düstere Stimmung steht und sich nicht davor scheut, einen Blick in menschliche Abgründe zu werfen, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Von mir gibt es 4 von 5 Miezekatzen für Mo.
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