“ … Meine Kinder werden nicht einfach nur in die Triskele eingeführt. Sie werden zum Carrier geweiht, indem sie das Buch unterschreiben.
Die reinste Unterschrift eines Menschen ist der Klang seiner Furcht.
Und das Buch der Hexen hält sie alle für immer gefangen. … “ (Seite 21/22)
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Getrennt durch Jahrhunderte, doch verbunden durch ein verfluchtes Buch.
1594 wird Alison Balfour auf den Orkney-Inseln der Hexerei beschuldigt. Sie soll lebendig verbrannt werden.
Mehr als 400 Jahre später sitzt Clem am Krankenbett ihrer Tochter Erin. Sie hat an einem Strand der Orkney-Inseln schwerste Verbrennungen erlitten. Neben ihr wurde die verkohlte Leiche ihres Freundes entdeckt, ihre beste Freundin ist verschwunden.
Als Erin aus dem Koma erwacht, erkennt sie ihre Mutter nicht und kann sich an nichts erinnern. Sie behauptet, ihr Name sei Nyx.
Fest entschlossen herauszufinden, was ihrer Tochter wirklich zugestoßen ist, reist Clem auf die schottischen Inseln. Bei ihren Erkundungen macht sie beunruhigende Entdeckungen: Was, wenn Erins Trauma auf einen uralten Fluch zurückzuführen ist? Und werden die Schatten der Vergangenheit weitere Opfer fordern?
Ein unheimlicher Roman, der von der wahren Geschichte von Alison Balfour inspiriert wurde.
„The Book of Witching“ begleitet zwei starke Frauen in unterschiedlichen Zeiten. Alison wird im Jahre 1594 der Hexerei bezichtigt, Clems Tochter findet man 2024 mit starken Verbrennungen am Strand einer Insel vor der Küste Schottlands. Beide verbindet ein uraltes heidnisches Buch, das einen ganz eigenen Willen hat.

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Als Clementine erfährt, dass ihre Tochter Erin mit einem Rettungsflugzeug in ein Glasgower Krankenhaus geflogen wurde, ist sie schockiert und macht sich sofort auf den Weg dorthin. Die Frau im Bett vor ihr kann sie erstmal nicht mit Erin in Verbindung bringen, ihre Augen sind zugenäht, die Hände unter den Verbänden zu Krallen gekrümmt, Zehen mussten amputiert werden. Eine Welt bricht zusammen, denn eigentlich wollte sich Erin mit zwei Freunden auf die Spuren ihrer Familie begeben und hat ihre kleine Tochter bei Clem gelassen.
Erins Verbrennungen geben Rätsel auf und es kommt noch schlimmer, denn Arlo, ihr Freund, wurde mit gefesselten Händen verbrannt am Strand neben ihr gefunden, von Senna, der dritten im Bunde, fehlt jede Spur. Und so werden neben Clem und ihrem Ex-Mann Quinn auch Ermittler der Polizei zu Dauergästen in Erins Krankenzimmer.
In Erins Notizbuch findet die besorgte Mutter schließlich einen Eintrag, den sie unbedingt verschwinden lassen muss, denn dort steht ein Satz, der sie schockiert: „Arlos Hände müssen gefesselt sein“. Was haben die Jugendlichen auf der abgelegenen Insel gesucht, an deren Strand man zwei von ihnen gefunden hat? Wo ist Senna und warum behauptet Erin, als sie endlich erwacht, ihre Mutter nicht zu kennen und auf den Namen Nyx zu hören?
Es gibt Bücher, die ziehen einen von der ersten Seite an in ihren Bann und dazu gehört definitiv auch „The Book of Witching“. Bereits der Einstieg wirft Fragen auf, Fragen, die sich durch die gesamte Geschichte ziehen und schließlich zwei völlig unterschiedliche Erzählstränge zusammenführen. Unmittelbar nachdem eine Rangerin am Strand einer der zu Schottland gehörenden Orkney-Inseln eine grauenvolle Entdeckung macht, springt die Handlung ins Jahr 1594 auf die Insel Gunn, auf der Alison mit ihrer Familie lebt. Ihr Mann ist Steinmetz, sie hat einen Sohn und eine kleine Tochter und erwacht nachts, als sich ihre Kinder aus dem Haus schleichen. Sie folgt ihnen und wird Zeuge, wie sie den Tiskelen, einem alten schottischen Clan beitreten, den Alison vor Jahren verlassen hat. Um dazuzugehören, muss man auf ein altes Buch schwören, dass in Borkenrinde gebunden ist, das „Book of Witching“.

C. J. Cooks Buch hat also zwei Protagonistinnen, zwei starke Frauen in ganz unterschiedlichen Zeiten, die dennoch etwas verbindet, die Sorge um ihre Kinder. Dabei ist der Weg von Alison von Anfang an klar, sie wird als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt, das erfährt man bereits auf den ersten Seiten. Das mindert allerdings keineswegs die Spannung, denn der Weg dorthin zeigt, wie schwer es Frauen damals hatten und wie ungerecht sie behandelt wurden, dass sie nur Bauernopfer in einem Spiel um Macht und Geld waren. Ein Begriff fällt im Laufe der Geschichte immer wieder, die Triskelen, deren Symbol drei miteinander verbundene Spiralen sind. Sagte mir erstmal nichts, als ich dann aber gegoogelt habe, kam mir dieses Zeichen doch sehr bekannt vor. Wir alle kennen dieses keltische Dreifachspirale von Flaggen, Inschriften oder Tattoos, sie steht für die Dreifaltigkeit, für Geburt, Tod und Wiedergeburt, für Erde, Luft und Wasser, Vater, Mutter und Kind. Sie ist älter als die Pyramiden und verleiht dem Buch einen mystischen Touch. Doch hier geht es noch um so viel mehr: um zerbrochene Familien, das Gefühl, nirgendwo dazuzugehören, die Sehnsucht nach Geborgenheit, die Bereitschaft, sich für andere zu opfern.
Mit Alison und Clementine hat C . J. Cooke zwei tolle Figuren geschaffen, in die man sich ohne Probleme hineinversetzen kann, deren Sorgen und Nöte man teilt und mit denen man von Anfang an mitfiebert, auch wenn da bereits weiß, wohin ihr Weg eine von ihnen führen wird. Und gerade deshalb habe ich Alison sofort in mein Herz geschlossen und fand es wirklich schwer zu lesen, was ihr alles angetan wird und wie mutig sie sich dennoch ihrem Schicksal stellt.
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„The Book of Witching“ ist spannend, berührend und mysteriös, es lebt von seinen wunderbar ausgearbeiteten Figuren und einer Geschichte, die zu fesseln weiß und wütend macht. Und auch wenn 2026 bis jetzt ja noch nicht so alt ist, ist C. J. Cooks Buch mein erstes Jahreshighlight, dass ich eucxh allen nur wärmstens empfehlen kann und für dass ich voller Überzeugung 5 von 5 Miezekatzen vergebe.
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