„Header 3“ – Edward Lee, Ryan Harding

“ … „Denk dran“, warnte Eamon. „Erzwing´s nich´, Junge. Lass die Säge die Arbeit machen, dann kriegste ´nen viel feineren Schnitt.“ (Seite 105)

Manche Dinge sind noch schlimmer als das Werk des Teufels…

Drei reiche Kerle aus Manhattan, die nach dem
absoluten Kick suchen, eine schöne junge Frau,
die in einem Dasein perverser Prostitution
gefangen ist, und ein Hinterwäldler-Kaff, das
ein so wahnsinniges Geheimnis umgibt, dass
es kaum beschrieben werden kann.

Der finale HEADER-Roman.
Mit Illustrationen und Titelbild von Glenn Chadbourne.

Drei Männer auf dem Weg ins Nirgendwo, wo es in einem kleinen Hinterwäldlerkaff Luntville den ultimativen Stripclub geben soll. Augie, sein Bruder Brice und Clark wollen mal so richtig die Sau rauslassen. Der Club ist abgeranzt wie erwartet, die Mädels allerdings Bombe. Doch dann erfahren sie, dass es weiter draußen in einer heruntergekommenen Trailerpark noch viel mehr  die Post abgehen soll. Obwohl sie mehrfach gewarnt werden, machen sie sich auf den Weg dorthin. Und während Augie und Clark mächtig auf die Kacke hauen und schließlich völlig die Kontrolle verlieren, findet Brice heraus, was es mit all den Strichmännchenzeichnungen auf sich hat, auf die er immer wieder trifft…

Was soll ich sagen, nachdem ich „Header“ nicht ganz so toll fand, habe ich mich über Band 2 köstlich amüsiert. Das lag natürlich nicht an den blutig in Szene gesetzten Kills, sondern an der Schreibweise, mit der Edward Lee seine Hinterwäldler liebevoll in Szene setzt und das ist ihm auch diesmal perfekt gelungen. Denn obwohl die Einwohner von Luntville alle mächtig einen an der Klatsche haben, kommt man irgendwie nicht umhin, eine gewisse Sympathie für sie zu empfinden, immerhin trifft ihre brutale Rache keine Unschuldigen. Ja, das ist meine offizielle Begründung, warum ich nicht vor Abscheu gegenüber dem Rednecks fassungslos den Kopf schüttle, sondern oftmals sogar grinsen muss. Eamon ist halt ein Bürgermeister, der in seiner Stadt auf ganz eigene Art für Gerechtigkeit sorgt.
Den Rednecks gegenüber stehen die drei reichen Pinkel aus der Stadt, die meinen, sich alles erlauben zu können, immerhin lassen sie ja ihr Geld da und somit können sie schalten und walten, wie sie wollen. Gleich zu Beginn hab ich eine Abneigung gegen die Männer entwickelt, die wie eine Plage ins Hinterland einfallen,  sich am Elend der anderen ergötzen und immer wieder damit herausreden, dass sie ja schließlich dafür zahlen und somit den Leuten helfen, das beste Beispiel hierfür ist der Spuckwettbewerb, der sicherlich für einige unruhige Mägen gesorgt hat … Clark und Augie sind echte Kotzbrocken, so dass man gar nicht erst in Versuchung kommt, Mitleid mit ihnen zu empfinden, ein kluger Schachzug. Lediglich Brice schlägt etwas aus der Art und er wurde mir am Ende noch sympathischer.^^
Leider habe ich beim besten Willen nicht herausfinden können, welche Passagen von Lee oder Harding geschrieben wurden, bei „Der Teratologe“ mit Wrath James White fiel die Zuordnung irgendwie leichter. „Header 3“ ist übrigens im Festa Verlag als Sammlerausgabe limitiert auf 999 Exemplare erschienen, für alle, die sich wundern, dass das Buch über keine ISBN verfügt.

Für alle Lee-Fans und Freunde des schlechten Geschmacks natürlich ein Muss, jawollja.^^
Und das Gute ist, man kann alle drei Teile unabhängig voneinander lesen, es tauchen zwar bekannte Charaktere auf, aber die Handlung baut nicht auf den Vorgängern auf und so kann man es getrost auch zur Hand nehmen, wenn die anderen Bände fehlen. Die tollen Illustrationen von Glenn Chadbourne möchte ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen, denn sie passen perfekt ins Buch und unterstreichen das Geschehen.
„Header 3“ war für mich ein sehr stimmiges Gesamtpaket und deswegen vergebe ich, noch immer mit einem Grinsen im Gesicht, stolze 4,5 von 5 Miezekatzen.

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