„Kühle Liebe“ – Elli Wintersun

“ … Du bist und warst der einzige Mensch, der mich je geliebt hat und den ich liebte. Ich kann dich unmöglich unter die Erde bringen. …“

Die Liebe endet mit dem Tod. Doch was passiert, wenn sie weit darüber hinaus geht? Was bringt einen Menschen dazu, sich an Toten zu vergehen?
Heinz, vom Schicksal gebeutelt, gleitet in einen Strudel aus unstillbarer Lust und sinkender Moral in eine Welt aus Sex und Wahn. Realität und Fiktion verschwimmen. Traust du dich, Heinz auf diesem Weg zu begleiten, und vielleicht sogar Mitleid für ihn zu empfinden?
Diese nekrophile Horrorgeschichte wird dir alles abverlangen und am Ende wirst du dir die Frage stellen müssen: Mensch oder Monster?

Warnung: Der Abstieg in die menschlichen Abgründe ist nichts für einen schwachen Magen. Bist du stark genug?

Heinz ist ein Loser. Schon als Kind war er immer das Opfer, verspottet, weil er nicht schön anzusehen war und seine Eltern als Bestatter arbeiteten. Doch jeder Topf findet seinen Deckel, für Heinz war der Magda, auch keine Intelligenzbestie, aber ein treues Weib, immer zur Stelle und willig, bis sie schwanger wird. Als sie schließlich bei der Geburt stirbt, deponiert er das Neugeborene in einer Babyklappe, von seiner Frau aber kann er sich nicht trennen. Wie praktisch, dass er das Geschäft seiner Eltern übernommen hat …

„Kühle Liebe“ von Elli Wintersun ist der erste Band der Hardcore Horror Stories aus dem Blutwut Verlag. Das Ziel der Kurzgeschichte war wohl, Mitleid mit dem Protagonisten Heinz zu erwecken, der seine Frau verloren hat, aber irgendwie funktioniert das zumindest bei mir nicht, zu bedauernswert wird er beschrieben, bis er endlich eine Frau trifft, die ihn akzeptiert. Komischerweise scheint ihre Ehe jedoch nur aus Vögeln zu bestehen, etwas anderes wird nicht erwähnt, bis sie schwanger wird und dann bei der Geburt stirbt. Spätestens da verspielt Heinz alle Sympathiepunkte, als er das Kind mal eben so nebenbei in der Babyklappe entsorgt. Was dann kommt, ist klar, er will den einzigen Menschen, der ihn je geliebt hat nicht gehen lassen und so bleibt seine Frau erstmal im Kühlhaus, sehr praktisch. Mit anfänglich noch etwas schlechtem Gewissen wird die Leiche bestiegen, nach und nach wird das zur Obsession und immer neue Körper müssen her.
An und für sich ein interessantes Thema, leider ist mir der Sprachstil hier zu vulgär. Wenn das Thema zum Nachdenken anregen soll, wäre vielleicht eine andere Wortwahl angebracht, so wirkt alles leider ziemlich flach und nur darauf ausgerichtet zu schockieren, aber auch das gelingt nicht so ganz. Bestatter ist so ein faszinierender Beruf, darauf hätte Elli ruhig etwas näher eingehen können.
Leider kann auch das Cover bei mir nicht punkten, obwohl das Bild mit dem bekannten Zettel am Zeh sehr passend ist, allerdings ist es oben und unten sehr unglücklich beschnitten, dadurch wirkt es etwas unprofessionell.

Leider konnte mich Elli diesmal nicht so ganz überzeugen, zu sehr war mir die doch recht kurze Geschichte darauf ausgelegt, einfach nur zu schockieren, wieder und wieder. Vielleicht hätte das Ganze besser funktioniert, hätte man Heinz etwas mehr Raum gegeben. So bleiben leider nur 3 von 5 Miezekatzen. Wer allerdings auf komische Käuze steht oder einfach mal einen etwas anderen Einblick ins Tätigkeitsfeld eines Bestatters erhalten will, kann durchaus mal einen Blick riskieren, aber Achtung, warm ums Herz wird es dabei wohl eher nicht.^^

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