„Hinter den Winkeln“ – Fred Ink

 … „Es ist wahr“, sagte sie verblüfft. „Ihr seid der Todbringer, von dem die alten Sagen erzählen. Der Manipulator der Stränge, der Opferbringer, der Sehende. Der Träumer, der die Endzeit verlängert.“ … 

Die Endzeit ist angebrochen – und niemand bemerkt es.

Nur vier Personen können das Blatt noch wenden: eine schüchterne Autorin, deren Manuskript sich auf grauenhafte Weise verändert, ein vom Pech verfolgter Privatschnüffler, der einem okkulten Buch auf der Spur ist, ein mit einem fürchterlichen Mal gezeichneter Traumreisender sowie eine knallharte Söldnerin, die Jagd auf unaussprechliche Schrecken macht. Sie wissen nichts voneinander, befinden sich noch nicht einmal am gleichen Ort, und doch sind sie Teil derselben Mission.
Jeder von ihnen wird in einen Strudel entsetzlicher Ereignisse gesogen, erlebt seinen ganz persönlichen Albtraum und muss darum kämpfen, nicht komplett den Verstand zu verlieren. Ihre Abenteuer führen sie ins beschauliche Neuengland, in die Urwälder Kolumbiens und auf das karibische Meer, doch dort endet die Reise nicht. Denn die größten Schrecken lauern jenseits der Grenzen dieser Welt – hinter den Winkeln.

Ein rasanter Horrortrip, nicht nur für Fans von H. P. Lovecraft!

Vier einander völlig unbekannte Personen kämpfen denselben Kampf ohne voneinander zu wissen, jeder auf seine eigene Art und Weise.
Agnes ist Autorin und schreibt recht erfolgreiche Liebesschnulzen, doch mit ihrem neuesten Werk ist ihr Verleger gar nicht zufrieden und putzt sie total herunter. Zu Hause liest sie sich ihr Manuskript durch und ist entsetzt, ihre Heldin Rose ist ein absolutes Miststück und geht über Leichen, so etwas hat sie nicht geschrieben …
Walter Dekker ist Privatdetektiv und beschattet den Ehemann einer Klientin, den er verdächtigt, ausgerechnet eine Affaire mit einem Pastor zu haben. Er beobachtet beide und bekommt einiges zu sehen, allerdings kein gemeinsames Liebesspiel …
Mark befindet sich in psychologischer Behandlung, hat einen imaginären Beschützer, ein Feuerwesen namens Menelaos und trägt immer Handschuhe, da alles, was er anfasst, stirbt. Nachdem sein Arzt ihn zwingt, die Handschuhe abzulegen, stirbt dieser bei einem Verkehrsunfall…
Florence hingegen ist Söldnerin, zusammen mit ihrer Truppe soll sie ein Drogenlabor im Dschungel vernichten. Dabei findet ein Kamerad auf grausame Weise den Tod und nachdem ihr ihr Boss etwas über einen uralten Stamm erzählt, der über ein Monster wacht, macht sie sich auf den Weg, ihren ehemaligen Bettgenossen zu rächen und das Viech zu töten…

Manchmal ein bisschen überzogen, aber doch irgendwie fesselnd, nimmt uns Fred Ink mit auf eine Reise, die in verschiedene Welten führt, seine Protagonisten haben nichts gemeinsam, nein, sie kennen sich noch nicht einmal. Doch Mark hat eine besondere Gabe, er kann durch die Winkel „reisen“. Nachdem Tod seines Arztes findet er sich in der Anstalt ans Bett fixiert wieder, als Menelaos erscheint und er ihm folgt. So gelangt er in eine ihm völlig fremde Welt, in der Katzen reden können und sich kleine gemeine Wesen als Köche halten, klingt abgedreht, ist es auch.^^
Aber es kommt noch besser, die Katzen halten ihn für den Auserwählten, er wird sie alle retten, aber nicht nur ihre Welt, sondern auch seine und damit alles glatt läuft, begleitet ihn Miezetatze Fostur bei seinem Unterfangen. Der Kater ist einfach herrlich und zaubert einem immer wieder ein Grinsen ins Gesicht. Mark hingegen muss erstmal lernen, sich zurechtzufinden, seine Hirngespinste sind keine Einbildung, er ist nicht verrückt und vielleicht bringt er tatsächlich den Tod. Das mag jetzt sehr negativ klingen, doch er ist der Sympathieträger des Buches, wächst über sich selbst hinaus.
Aber auch seine unbekannten Mitstreiter haben Tiefgang, besonders Agnes, die anfangs eine unscheinbare graue Maus voller Selbstzweifel ist, bis sie sich mit ihrer besten Freundin auf eine Kreuzfahrt begibt, bei der alles aus dem Ruder läuft.
Auch Walters Geschichte habe ich mit Spannung verfolgt, hat sie für mich doch den größten Lovecraft-Bezug, was soll ich sagen, Schnüffler und geheimnisvolle Bücher sind für mich einfach eine tolle Kombination und stehen im völligen Gegensatz zu Florence und ihrem Ausflug in den Dschungel, „Die neun Pforten“ versus „Predator“, sozusagen.
Wie all das zusammenhängt, werde ich natürlich nicht verraten, um das herauszufinden, müsst ihr Mark schon selbst begleiten, das Cover zeigt allerdings schon, in welche Richtung es geht und wenn man Tentakel sieht, ist Lovecraft ja bekanntlich nicht weit, hab ich mir mal sagen lassen.^^

Wer es durchgeknallt mag, ist hier ganz richtig, viel Action, eine Menge Blut, geheimnisvolle Bücher, sprechende Katzen, eine Kreuzfahrt und ein Trip in die grüne Hölle, was will man mehr? Okay, mehr sprechende Katzen wären gut, für Zuhause, aber man kann halt nicht immer alles haben. Apropos haben, für Fred Ink gibt es für „Hinter den Winkeln“ 4 von 5 Kuscheltigern.

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