“ … Als die Polizei eintraf, waren die Augen der Frau groß und blickten ins Leere, ganz weit entfernt. Ihre Glieder so schlaff, dass sie nicht einmal mehr stehen konnte und von drei Beamten nach draußen geschleppt werden musste wie eine Betrunkene.
Ich frage mich, ob Grey damals schon wusste, was wir waren. …“ (Seite 8)
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Als Iris und ihre älteren Schwestern Vivi und Grey noch Kinder waren, ist ihnen etwas zugestoßen, an das sie sich nicht erinnern können. Sie verschwanden einen ganzen Monat lang.
Danach veränderten sie sich: Zuerst wurden ihre dunklen Haare weiß, dann färbten sich ihre blauen Augen langsam schwarz …
Die Menschen finden die Hollow-Mädchen beunruhigend schön und irgendwie gefährlich.
Iris ist inzwischen 17. Sie hat versucht, die dunklen Erinnerungen zu verdrängen, die in ihr lauern wie klebrige)r Teer. Doch als Grey spurlos verschwindet, erwacht die Wahrheit und Iris begreift: Grey hat all die Jahre vor ihren jüngeren Schwestern ein schauriges Geheimnis verschwiegen.
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Obwohl die drei Schwestern Grey, Vivi und Iris verabredet sind, taucht eine von ihnen nicht auf und so machen sich die anderen beiden auf die Suche nach ihr. Grey hat Spuren hinterlassen und denen folgen sie, nicht einmal ansatzweise ahnend, wo die sie hinführen werden.

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In unregelmäßigen Abständen treffen sich die Hollow Schwestern Grey, Vivi und Iris. Grey, die älteste, ist ein gefragtes Model und viel unterwegs, Vivi ist Musikerin, nur Iris lebt noch bei ihrer Mutter. Und da es sowohl Grey als auch Vivi in ihre Heimat verschlagen hat, steht wieder ein Treffen an. Doch Grey taucht nicht auf und Iris, die Protagonistin, die die Geschehnisse aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive erzählt, macht sich Sorgen. Auch, weil die drei Frauen anders sind, nicht nur dem Aussehen nach. Vor zehn Jahren sind die Mädchen während eines Spaziergangs mit ihren Eltern an Silvester spurlos verschwunden und erst einen Monat später wieder aufgetaucht, doch keine von ihnen kann sich daran erinnern, was ihnen passiert ist. Ist Grey nun wieder etwas zugestoßen? Sie geht nicht ans Telefon und selbst ihr Verlobter Tyler hat keine Ahnung, wo sie sich aufhält. Aber Grey hat Spuren hinterlassen und so begeben sich ihre Schwestern zusammen mit Tyler auf, ja, man kann fast schon sagen eine Art Schnitzeljagd und müssen dabei feststellen, dass Grey mehr über ihr Verschwinden weiß als sie.
„House of Hollow“ ist eine tolle Geschichte, die bereits mit einem düsteren Unterton startet. Drei Schwestern, die vor 10 Jahren spurlos verschwanden und dann plötzlich wieder auftauchten. Nun ist die älteste von ihnen erneut verschollen und die beiden verbliebenen jungen Frauen decken ein düsteres Geheimnis auf. Krystal Sutherland hat hier eine Horrorstory geschrieben, die von ihrer Atmosphäre lebt, denn Blut fließt so gut wie nicht, auch wenn es durchaus einige eklige Passagen gibt, gerade, wenn man kein Freund von Krabbeltierchen ist. Hinzu kommen tolle Charaktere, denn die Schwestern, die vollkommen unterschiedlich sind, üben eine ganz besondere Faszination auf mich aus, wobei ich fast sagen muss, dass ich Tyler fast noch ein bisschen mehr mochte. Und auch wenn der Twist am Ende für mich jetzt nicht wirklich überraschend kam, habe ich den Weg dorthin sehr genossen.
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Wer sich gruseln möchte, ohne knöcheltief in Blut zu waten, für den ist „House of Hollow“ die perfekte Lektüre. Die Story weiß zu fesseln und die Charaktere sind mir während ihrer „Reise“ ans Herz gewachsen, das ist mir 4 von 5 Miezekatzen wert.
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