„Ogrish 3“ – Jean Rises

“ … Noch einmal herzlich willkommen. Die meisten von euch sind nicht ganz freiwillig hier und suchen nach Antworten. Meine Männer werden nach und nach jedem erin Tabletz überreichen, das Informationen bereithält. Seid kooperativ. Seid kreativ und macht eine gute Show. …“ (Seite 29)

Was würden verzweifelte Menschen für eine Million Hongkong-Dollar tun?
Lai Yanlin hat hohe Spielschulden bei den Triaden und bekommt per anonymer E-Mail einen Link für eine Dark Web-Gameshow namens Re:Spawn zugeschickt. Ausgesetzt in einer Geisterstadt muss er gegen neun andere Teilnehmer bestehen, die zu allem bereit sind – so wie er selbst.
Das Ziel: Nur einer kann gewinnen – und es gibt keine Regeln.

Auftragskiller Tagawa hat seinen Job in Russland zwar erledigt, wurde jedoch geschnappt und ist  nun als Spieler in einer tödlichen Gameshow gelandet, in der er sich, ausgesetzt in einer verlassenen chinesischen Stadt beweisen muss. Jeder gegen jeden bis zum bitteren Ende.

Nach dem fiesen Cliffhanger bei „Ogrish 2“ war eigentlich schon klar, dass es auch in der Fortsetzung wieder brutal zur Sache gehen würde, das habe ich erwartet und auch bekommen.
Am Ende von Teil 2 erwacht der Auftragskiller Tagawa in einer Zelle und er ist nicht der einzige, mit ihm sind auch noch andere Männer eingesperrt, die nicht unbedingt freundlich aussehen. Genau dort setzt jetzt „Ogrish 3“ ein. Wie sich schnell zeigt, ist der Japaner unfreiwilliger Spieler in einer tödlichen Gameshow, aus der am Ende nur einer als Sieger hervorgehen wird. Acht nicht ganz freiwilligen Teilnehmer werden in Containern an unterschiedlichen Orten in einer Geisterstadt ausgesetzt und müssen von da an komplett auf sich allein gestellt um ihr Überleben kämpfen. Die  Zuschauer kostet dieser Stream eine Menge Kohle, für noch mehr können sie selbst eingreifen und ihrem Favoriten Vorteile wie Waffen etc. verschaffen.
Nach dem Blutbad in Russland ist Tagawa nun also in China gelandet und damit vom Leben in die Traufe gekommen, erneut hängt sein Leben am seidenen Faden. Gut, einige seiner Mitspieler haben absolut keine Kampferfahrungen, sind aufgrund von Schulden hier gelandet und absolut keine Gegner, aber da gibt es eben auch andere, allen voran ein durchgeknallter drogensüchtiger Afrikaner, der keinerlei Grenzen kennt. Doch Jean Rises wirft auch einen Blick hinter die Kulissen, denn nicht nur vor den Kameras geht es blutig und brutal her, auch das Verhalten und die Vorlieben des Gamemasters und seiner Angestellten lassen tief blicken und würgen, es geht hier teilweise wirklich sehr eklig zur Sache. Wer also einen schwachen Magen hat, sollte besser nicht zur „Ogrish“ Reihe greifen, ansonsten drohen Würgereiz und Appetitlosigkeit oder minutenlanges Kopfschütteln. Ich sage nur Dirty Sanchez …
Wer die anderen beiden Bände gelesen hat, weiß hingegen was auf ihn zukommt: Mord, Folter, Vergewaltigung, niemand ist sicher und die Grenze zwischen gut und böse verschwimmt. Wobei, gut ist hier eigentlich niemand und trotzdem kommt man nicht umhin, bestimmten Figuren mehr die Daumen zu drücken als anderen, so wie eben Tagawa, der als Killer zwar auch keine weiße Weste hat, den ich inzwischen aber schon so lange begleite, dass ich auch diesmal nicht anders kann als mitzufiebern. Und natürlich auf Band 4 zu warten, denn da scheint wieder so einiges auf mich zuzukommen.

„Ogrish“ ist Extrem-Horror, dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man zu einem der drei Bücher greift, es geht nicht nur brutal, sondern auch wirklich eklig und verstörend her. Wer damit umgehen kann, stößt hier auf eine fesselnde Geschichte, die auf Anstand und Moral pfeift und mit deren Antihelden man trotzdem mitfiebert, auch im aktuellen 3. Band.

„Ogrish“
Ogrish 2″
„Ogrish 3“

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert