“ … Ich hatte immer den Eindruck, dass Brom mehr über den Reiter wusste, als er vorgab. Später entdeckte ich, dass dies, wie so vieles, sowohl richtig als auch falsch war. …“ (Seite 10)
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Fürchtest du den kopflosen Reiter? Was einst in Sleepy Hollow geschah, ist noch nicht vorbei … Der neue Bestseller von Horror-Queen Christina Henry!
Dreißig Jahre ist es her, seit der kopflose Reiter das verschlafene Dorf Sleepy Hollow in Angst und Schrecken versetzte. Da wird in den Wäldern die Leiche eines Jungen gefunden, dessen Kopf und Hände abgetrennt wurden. Ist der Reiter wieder erwacht? Um die Lebenden vor den Toten zu beschützen, ist diesmal jedoch nicht Ichabod Crane zur Stelle, sondern ein 14-jähriges Kind: Ben Van Brunt weiß, welches Monster durch die Wälder streift. Doch außer seinem Großvater Brom schenkt ihm niemand Glauben. Bis zu dem Tag, als die Bewohner von Sleepy Hollow am eigenen Leib erfahren, dass selbst alte Legenden alles andere als vergangen sind …
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Wie alle anderen Kinder von Sleepy Hollow ist auch Ben fasziniert von der Story des kopflosen Reiters. Als jedoch in den Wäldern eine Kinderleiche ohne Kopf und Hände auftaucht, macht sich in dem kleinen Örtchen erneut Angst breit. Ist der grausame Reiter zurückgekehrt, um erneut Angst und Schrecken zu verbreiten oder steckt etwas ganz Anderes hinter dem brutalen Mord?

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Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom kopflosen Reiter, der unweit des kleinen Örtchens Sleepy Hollow sein Unwesen treibt. Christina Henry führt sie auf ihre ganz eigene Weise fort, denn ihr Buch spielt einige Jahre später und sie macht ein Mädchen, das eigentlich viel lieber ein Junge wäre um ungestüm durch die Wälder toben zu können, zur Protagonistin.
Bente ist 14 und wächst bei ihren Großeltern Brom und Katrina auf. Als sie zusammen mit ihrem Freund Sander durch die Wälder zieht, erspäht sie Reiter, die es sehr eilig zu haben scheinen, es muss also etwas passiert sein. Heimlich folgen die beiden Teenager den Männern und sehen etwas, dass nicht für ihre Augen bestimmt ist, die verstümmelte Leiche eines Kindes aus dem Dorf. Ist der kopflose Reiter, dem wahrscheinlich auch Bens Vater zum Opfer fiel, etwa wieder zurück? Oder ist vielleicht sogar jemand aus Sleepy Hollow ein brutaler Mörder? Und warum hört Ben immer wieder eine seltsame Stimme, die sie zu sich ruft?
Wie schon im Orignal, so ist auch bei Christina Henry die kleine Gemeinde Sleepy Hollow der Schauplatz der Geschichte, auch die wichtigsten Charaktere tauchen auf. Neu ist jedoch Ben, die es als Mädchen schwer hat, denn antstatt sich Handarbeiten zu widmen, tobt sie lieber durch die Wälder, sehr zum Ärger ihrer Oma Katrina van Tassel. Wer die Kurzgeschichte gelesen oder den Film mit Johnny Depp gesehen hat, dem dürfte dieser Name sehr bekannt vorkommen.^^ Aber zurück zu Ben, die zwar Mitglied der angesehendsten Familie des Ortes ist, aber trotzdem eine Außenseiterin, da sie sich nicht mal bemüht, sich der vorgesehenen Geschlechterrolle anzupassen, was natürlich immer wieder zu Ärger führt und zeigt, wie unterschiedlich Jungen und Mädchen behandelt werden. Aber fühlt sich Ben nun wirklich als Junge oder will sie nur die Freiheit des männlichen Geschlechts genießen? So ganz wird das irgendwie nicht klar.
Ich mochte sie und die düstere Stimmung, aber dieser Gender-Einschlag war völlig unnötig, denn er hatte keinerlei Einfluss auf die Story an sich, denn wäre Bente ein Junge gewesen, hätte sich nichts geändert, so wirkt das Ganze etwas erzwungen, außerdem ist das Buch für mich eher eine Familien- als eine Horrorgeschichte. Ja, es gibt durchaus ein paar blutige Stellen, aber bei dem Titel hätte ich mir mehr Reiter-Anteil gewünscht.
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Wer bei „Die Legende von Sleepy Hollow“ auf einen schwertschwingenden und rachsüchtigen Reiter hofft, könnte ein wenig enttäuscht sein, denn Christina Henry wendet sich hier eher der Familie zu, die bereits aus Washington Irvings Kurzgeschichte bekannt ist, den van Tassels. Die haben zwar so einiges zu verbergen, aber mehr als 3,5 von 5 Miezekatzen sind trotzdem nicht drin.


