„Preacher 1“ – Garth Ennis, Steve Dillon

“ … Ich habe an Gott geglaubt und dachte, das wär’s. Ich wusste nicht, dass es darauf hinauslaufen würde, einer ganzen texanischewn Stadt das geistliche Händchen zu halten … „

Auf den ersten Blick sieht Reverend Jesse Custer nicht so aus, als sei er etwas Besonderes. Nur ein weiterer Pfarrer, dem allmählich seine Schäfchen und sein Glaube abhanden kommen. Aber bald soll er höchstpersönlich erfahren, dass Gott doch existiert. Und dass ER ein ziemlich mieser Drecksack ist. In einem einzigen, explosiven Moment ändert sich Jesses Leben ein für allemal. Und er ist sehr darauf aus zu erfahren, warum. Gemeinsam mit seiner Ex-Geliebten, der schießfreudigen Tulip, und einem saufenden irischen Vampir namens Cassidy beginnt er eine Odyssee, die ihn aus dem Herzen von Texas zur dunklen Seele von New York City führen wird – und weit darüber hinaus, um von der durch Abwesenheit glänzenden Gottheit Antworten zu bekommen. DER ANFANG VOM ENDE ist der erste Band der PREACHER-Saga, einer der höchstgelobten Comic-Serien der späten 90er-Jahre. Garth Ennis und Steve Dillon erzählen ein modernes amerikanisches Epos über Leben, Tod, Liebe und Erlösung, vollgepackt mit Sex, Schnaps, Blut und Blei – nicht zu vergessen Engeln, Dämonen, Gott, Vampiren und Perversen aller Couleur. Eine Geschichte wie ein sauberer Faustschlag in den Magen.

Wenn ein Dämon und ein Engel sich zueinander hingezogen fühlen, entsteht daraus etwas, dass es nicht geben darf. Diesem Geschöpf, Genesis genannt, gelingt die Flucht aus dem Himmel und es verschmilzt ausgerechnet mit dem Kleinstadtprediger Jesse Custer, der dadurch nicht nur die Fähigkeit bekommt, Menschen nach seinen Befehlen handeln zu lassen, sondern sich auf die Suche nach Gott macht, um ihm gehörig die Meinung zu geigen.

Ich beginne eigentlich nie mit einem Zitat, aber diesmal bin ich bei Wikipedia über ein paar Worte zu Garth Ennis gestolpert und da ich das selbst nicht besser ausdrücken kann, zitiere ich hier ausnahmsweise mal: “ … Die Arbeiten von Garth Ennis sind geprägt durch seinen beißenden schwarzen Humor und dem Einsatz von exzessiver Gewalt als Stilmittel. Auch Scherze auf Kosten von Minderheiten, Blasphemie und wilde, teilweise wirre Geschichten sind bei ihm üblich. …“
Wer, so wie ich,  „The Boys“ schon gelesen hat, weiß, was ihn erwartet. „Preacher“ beginnt mit einer großen Explosion oder besser gesagt mit der Predigt von Reverend Custer in seinem kleinen Heimatstädtchen, während die Engel oben im Himmel ein schmutziges kleines Geheimnis hüten. Das aber kann entkommen und flüchtet sich in den Reverend, während die Kirche mit all ihren Besuchern um ihn herum in Flammen aufgeht. Doch Jesse ist nicht nur der einzige Überlebende, nein, er hat jetzt auch eine ganz besondere Fähigkeit, die ihn dazu bringt, sich auf die Suche nach Gott zu begeben und ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Und wie es der Zufall so will, kreuzt ausgerechnet jetzt seine Ex Tulip auf und hat mit Vampir Cassidy einen seltsamen Begleiter im Gepäck.
Ja, das liest sich alles verrückt und abgedreht und genauso ist auch die Geschichte. Die Serie habe ich schon vor einiger Zeit gesehen, dabei vor allem Cassidy und seine derben Sprüche geliebt und als mir jetzt ein Büchergutschein in die Hände fiel, dachte ich mir welch Wink mit dem Zaunpfahl, es ist Zeit für die Comics. Eine gute Entscheidung, denn auch hier habe ich den irischen Blutsauger, der bereits die Eröffnung des Empire State Buildings miterlebt hat, sofort ins Herz geschlossen, denn unter seiner rauen Schale und all den Kraftausdrücken und Flüchen steckt ein weicher Kern. Aber ich mag auch Jesse, der lieber säuft und sich prügelt anstatt zu predigen, was ich durchaus nachvollziehen kann.^^ Nur mit Tulip bin ich noch nicht so ganz warm geworden, das ging mir aber schon in der Serie so.
Wer es bitterböse, blutig und moralisch fragwürdig mag, dem kann ich Jesses etwas andere Suche nach Gott nur wärmstens ans Herz legen, denn anstatt Rosenkränzen und Hostien gibt es hier irre Serienkiller, abgerissene Gesichter, fiese Sprüche und jede Menge Blut, also definitiv nichts für Moralapostel.

Was für ein irrer Trip, für den ich stolze 4,5 von 5 Miezekatzen vergebe und das war gerade mal der Anfang. Band 2 und 3 liegen schon bereit und ich bin gespannt, was mich da erwartet, denn die Comics unterscheiden sich von der Serie und so kann ich mich noch überraschen lassen.

01. „Der Anfang vom Ende“
02.“Blut ist dicker“
03. „Sie kamen nach Masada“
04. „Für ein paar Leichen mehr“
05. „Stadt der Verdammten“
06. „Rivalen unter roter Sonne“
07. „Einsam sind die Tapferen“
08. „Bis zum letzten Atemzug“
09. „Abgerechnet wird zum Schluss“

 

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert