„Das Vermächtnis des Jeremiah Cross“ – Andreas Laufhütte

“ … Sie hatte ihm viel erzählt. So viel zumindest, dass er es schaffte, hier zu überleben. Bis jetzt. …“

Ein verschwundener Mann taucht nach neunzehn Jahren wieder auf. Mehrfache Amputationen zeichnen seinen Körper, und während Schottlands Polizei noch rätselt, wer Jeremiah Cross derart verstümmelt hat, stirbt er an seinen Verletzungen. Es gibt nicht den geringsten Hinweis auf den Täter. Gemeinsam mit ihrem Mann versucht seine Tochter, das Geheimnis um den verstorbenen Maler zu lüften. Was sie schließlich entdecken, sprengt die Grenzen der Vorstellungskraft.

Horror hat unglaublich viele Facetten. Andreas Laufhütte schafft es wie kaum ein anderer, damit zu spielen und LeserInnen in seine Welten zu entführen. In Welten voller Grausamkeiten, Emotionen und Spannung.

Wie in vielen Orten, gibt es auch in der schottischen Kleinstadt Grantown-on-Spey ein Geisterhaus, dessen Besitzer, ein Maler namens Jeremiah Cross, ein beliebter, wenn auch zugezogener Anwohner war, bis er eines Tages spurlos verschwand. Jahre später taucht er schrecklich verstümmelt in eben jenem Haus wieder auf, in dem er kurz seinen Verletzungen erliegt. Das baufällige Gebäude geht an seine Tochter Francine, die es gemeinsam mit ihrem Mann Glen wieder auf Vordermann bringen will. Doch das Haus birgt ein dunkles Geheimnis … 

Bereits der Anfang von „Das Vermächtnis des Jeremiah Cross“ weiß zu fesseln, denn ohne einleitende Worte wird man gleich mitten ins Geschehen geworfen und erhält einen kleinen Einblick in eine fremde Welt, in der ein Mann den Verlust weiterer Gliedmaßen fürchtet, die Neugier ist also schon mal geweckt.
Bis man erfährt, was es damit auf sich hat, vergeht allerdings einige Zeit, in der man Francine und Glenn kennenlernt, die das Haus von Frans Vater geerbt haben. Ich muss gestehen, besonders sympathisch waren mir beide bei der ersten Begegnung nicht gerade. Dass beide versuchen herauszufinden, was mit Francines Vater passiert ist, ist klar, was sie dabei erwartet, weniger und eins kann ich verraten, es wird ein wilder und blutiger Trip. Die Geschichte ist etwas abgedreht, zeigt aber auch, dass man Menschen manchmal nicht halb so gut kennt, wie man glaubt.
Ich für meinen Teil muss gestehen, dass mir die „Vorgeschichte“ mit den Geschehnissen im Haus besser gefallen hat als der fantastische Teil, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich zu dem Ehepaar keine wirkliche Beziehung aufbauen konnte, zwar war ich gespannt, was beiden widerfährt, mitgelitten habe ich jedoch nicht. Dafür mochte ich Howard, der bei Not am Mann immer zur Stelle war. Trotzdem ist es erschreckend, was sich Menschen so ausdenken und wirklich neu ist diese Betrachtungsweise ja leider nicht, irgendwie gab es sie schon immer, mal mehr, mal weniger brutal ausgelegt. Freiheit hat eben ihren Preis und nur wenige sind bereit, diesen auch zu zahlen … 
Wer Fantasy und Horror mag, kann mit dem Buch nichts verkehrt machen, allerdings sollte man kein Problem mit Gewalt haben, auch nicht gegen Kinder. Ich persönlich bin jetzt nicht so der Fantasy-Freak und auch die religiösen Anspielungen am Ende waren mir ein bisschen zu viel, deswegen vergebe ich 3,5 von 5 Miezekatzen.

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