„Blutbesudelt Wonderland“ – Christopher Golden, James A. Moore

“ … Dieses kleine Mädchen, das Gayle damals gewesen war … hatte diese Nacht überlebt. Sie mochte jetzt vielleicht genauso viel Angst haben wie damals, doch die Angst hielt sie nicht davon ab zu kämpfen. Die Angst brachte sie nicht zum Schweigen. …“ (Seite 147) 

1940 – sieben Jahre sind vergangen, seit Gayle miterleben musste, wie ihre Familie und Nachbarn gemetzelt wurden. Getötet von den teuflischen Geschöpfen aus OZ, die in einem Tornado in ihre Welt kamen.

Nun versucht sie gemeinsam mit Elisa, in London den Krieg zu überleben. Doch es ist nicht der Angriff der deutschen Luftwaffe allein, um den sie sich sorgen müssen.

Die Heerscharen aus OZ haben Gayle und Elisa aufgespürt. Und diesmal kommen sie nicht allein. Sie werden begleitet von alptraumhaften Kreaturen aus dem BLUTBESUDELTEN WONDERLAND. Alle wollen den seltsam grün schimmernden Anhänger, den Gayle mitnahm, als sie aus Kansas floh. Einen Stein voller Magie: Das Smaragdherz von OZ.

Nur wenn Gayle die Wahrheit über die Kraft des Steins herausfindet, haben sie und Elisa eine Chance zu überleben.

Nach den Ereignissen in Kansas sind Elisa und Gayle vor ihren Verfolgern nach London geflohen, sieben Jahre sind seit der verhängnisvollen Nacht vergangen.
Elisa ist für Gayle eine Art Mutterersatz geworden und arbeitet in einem Krankenhaus, wo sie aufgrund der Bombenangriffe der Deutschen mehr als genug zu tun hat. Auf ihrem Weg nach Hause wird sie eines Abends von einem merkwürdig missgestalteten riesigen Zwillingspaar verfolgt.
Doch auch Gayle hat einen Verfolger, allerdings ist es bei ihr eine gruselige alte Frau, die sich später als Alice vorstellt …

Ich muss gestehen, diesmal war ich ein bisschen enttäuscht, denn nach dem doch recht offenen Ende des Vorgängers war ich natürlich gespannt auf die Fortsetzung. Ich mag „Alice im Wunderland“ und ich mag „Oz“, die Idee, die Wesen dort  bösen Ausgaben ihrer selbst zu machen, war auch ganz nach meinem Geschmack, allerdings fand ich die Story an sich doch etwas platt.
Und noch etwas hat mich gestört, dieser sexuelle Aspekt, der da meiner Meinung nach überhaupt nicht hinpasste, ich kann mich nicht erinnern, das es den in „Blutbesudelt Oz“ auch gab. Hätte es zur Story gepasst, okay, allerdings hatte ich hier eher das Gefühl, die beiden Frauen sind zwar Kämpferinnen, aber hey, so ein bisschen nackte Haut auf die eine oder andere Art musste einfach sein. Ich fand es bei beiden eher deplatziert und vollkommen unnötig …
Das Buch selbst ist wieder toll aufgemacht, das Cover passt zum Vorgänger, erstrahlt diesmal allerdings in Rot und auch Glenn Chadbournes doch recht düstere Illustrationen passen perfekt zur Geschichte.
Aus dem doch recht beschaulichen Kansas geht es in „Blutbesudelt Wonderland“ nach London zur Zeit des Zweiten Weltkrieges, Bombenangriffe sind an der Tagesordnung, ringsum regiert das Chaos.
Eliza arbeitet im Krankenhaus während Gayle auf eine scheinbar verwirrte alte Frau trifft, die ihr Angst einjagt, Alice.
Ich muss gestehen, Alice ist meine Lieblingsfigur im Buch, nicht mehr die jüngste, ein lockeres Mundwerk und verdammt zäh, außerdem blitzt bei ihr immer mal wieder der Wahnsinn durch.  Die anderen Figuren aus „Alice im Wunderland“ haben meist nur kurze Auftritte, sind aber wesentlich blutrünstiger als ihre „normalen“ Ausgaben, ein wenig hat mich das Ganze an Christina Henrys „Die Chroniken von Alice“ erinnert.

Ja, mir persönlich gefällt „Blutbesudelt Oz“ besser als die Fortsetzung, hier werden mir ein bisschen zu viele Reden geschwungen, stattdessen hätte ich lieber ein paar Erklärungen mehr gehabt. Warum beide Damen ihre Geschlechtsteile präsentieren müssen, verstehe ich auch nicht. 
Dafür haben Christopher Golden und James A. Moore das Setting sehr gut gewählt und auch die bösen Versionen der Wunderlandbewohner sehr genau beschrieben.
Alles in allem war mir die Story jedoch ein wenig zu oberflächlich und so vergebe ich diesmal 3,5 von 5 Miezekatzen.
01. Blutbesudelt Oz
02. Blutbesudelt Wonderland

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