„Ich verwese“ – Tanja Hanika

“ … Das Schmatzen ist regelmäßig. Zu regelmäßig, wie ich finde. Vielleicht ist es auch ein Tröpfeln? Ich folge dem Geräusch zur Küche. Mein Herz verkrampft, während ich noch denke: Wie süß, sie ist am Tisch sitzend über ihrem Scherenschnitt eingeschlafen. Aber sie schläft nicht. …“

Ich bin nicht mehr ich.

Elisa sitzt mit ihren Kindern beim Zahnarzt, als ihr Mann sie von der Arbeit anruft. Sie soll sofort aufbrechen und mit den beiden nach Hause fahren. Schon auf dem Parkplatz vor der Praxis erkennt sie, dass etwas nicht stimmt: Panik ist unter den Menschen ausgebrochen.
Obwohl Elisa alles gibt, um ihre Kinder und sich zu beschützen, spürt sie bald, dass sie infiziert worden ist.
Als Zombiewesen kennt sie keine Gefühle und hat keine Erinnerungen an ihr Leben mehr. Da ist lediglich dieser enorme Hunger, der nicht nur Elisa zur Gefahr für die Menschen werden lässt. Auch als Zombie gibt es Widrigkeiten zu bestehen, wenn man seine Zähne in köstliches Menschenfleisch rammen möchte.

Für Elisa beginnt der Tag wie jeder andere auch, ihre beiden Kinder haben Sommerferien, der Gatte muss zur Arbeit und ein Zahnarzttermin steht an. Doch dann kommt ein Anruf, der alles verändert, ihr Mann meldet sich und bittet sie, sich so schnell wie möglich auf den Heimweg zu machen, etwas würde nicht Stimmen. Davon kann sie sich schon bald selbst überzeugen, die Menschen auf der Straße gehen aufeinander los, fressen sich gegenseitig, die Zombieapokalyse ist da. Die Kinder zu Hause in Sicherheit gebracht, macht sich Elisa auf den Weg zu ihren Eltern, die nur wenige Meter entfernt wohnen, ein großer Fehler …  

Wie der Titel schon vermuten lässt, wird Elisa natürlich infiziert und berichtet anfangs noch selbst über ihr Befinden. Sie ahnt, was ihr blüht, als das Wasser schal und das Essen nach nichts schmeckt. Natürlich will Elisa ihre Famile in Sicherheit wissen, doch wie kann sie sich umbringen, wenn sie doch danach zur Fressmaschine mutiert wieder aufsteht? Man kann die Panik der jungen Mutter förmlich spüren. Dann kommt die Verwandlung und aus dem Ich wird ein Es, Elisa ist nicht mehr menschlich, erkennt ihre Lieben nicht mehr und wird nur noch von unstillbarem Hunger getrieben. Immer noch begleiten wir sie auf ihrem Weg und lernen, dass es auch ein Zombie nicht leicht hat, ja, ich hatte sogar etwas Mitleid, weiß ich doch, wie quälend Hunger sein kann und ist dann nichts greifbar … Zum Glück bin ich kein Zombie und weiß, wie die Kühlschranktür aufgeht.^^
Bei 77 % des eBooks ist Schluss mit der „Zombiewerdung“, allerdings gibt es dann noch eine Leseprobe von „Hexenwerk“, die mich sehr angesprochen hat, mit der Thematik kriegt man mich halt fast immer. Hätte mein SUB nicht jetzt schon unerreichbar geglaubte Höhen angenommen, wäre das Buch gleich auf meinen Reader gewandert, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Endlich mal eine Zombiegeschichte aus einer etwas anderen Sicht. An sich bin ich die wankenden Untoten ja leid, aber das Ganze mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, war eine interessante (Lese)Erfahrung, die mir 4 von 5 Miezekatzen wert ist.

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