„Hof Gutenberg“ – Andreas Laufhütte

“ … Als sie ausstieg, sah sie von Weitem zwei der großen Schornsteine von Hof Gutenberg. Ein kleiner Funke Stolz stieg in ihr auf, dass sie in der Nähe eines der tierfreundlichsten Betriebe in ganz Europa wohnte. …“

Stuart Gunn ist ein sexbesessener Mann aus Nevada, der mit seinem inneren Tier kämpft. Melanie Senker ein junges Mädchen aus Deutschland, das sich auf seinen siebzehnten Geburtstag freut.
Ihre Wege würden sich wohl niemals kreuzen, wäre da nicht noch Doktor Liebherr, der ein grausames Geheimnis hütet. Was geht wirklich vor sich auf seinem Vorzeigehof?

Finden Sie es heraus und besuchen Sie Hof Gutenberg! Den innovativsten und ökologischsten Betrieb für artgerechte Rinderzucht in Deutschland.

Mit seinem zweiten Roman im Redrum Verlag packt Andreas Laufhütte scheinbar harmlose Dinge in einen Topf und rührt sie ordentlich durch. Heraus kommt eine grausame Welt voller Qual, Schmerz und Tod.

Melanie plant ihren 17. Geburtstag, die Feier dazu fällt allerdings aus, denn sie wird direkt vor ihrer Haustür entführt. Als sie in fremder Umgebung wieder zu sich kommt, erklärt ihr ein Arzt ihren zukünftigen „Job“. Was sie anfangs noch für einen Scherz hält, stellt sich schon bald als grausame Realität heraus und der vorbildliche Hof Gutenberg, zu dem eigentlich am nächsten Tag ein Klassenausflug geplant war, wird nun zu ihrem Gefängnis, so nah an ihrem Zuhause und doch so weit weg vom alten Leben.
Frauen werden dort wie Vieh behandelt, wer aufmuckt, wird bestraft.
Lediglich einer der Pfleger ist nett zu Melanie und dann taucht ein neuer Arzt auf, der sich um das Wohl der Ladys kümmern soll …

Stuart und Melanie, abwechselnd begleiten wir beide Protagonisten.
Das junge Mädchen wollte ja eigentlich mit ihrer Klasse den Vorzeigehof besuchen, dazu kommt es allerdings nicht mehr, denn sie landet selbst in der unterirdischen Anlage und nicht als Besucherin. Von Anfang an hat man Mitleid mit ihr, denn das Schicksal meint es nicht wirklich gut mit ihr, dennoch versucht sie zu kämpfen, ein sympathischer Charakter, dem man sich verbunden fühlt und nur das beste wünscht.
Etwas anders sieht das Ganze bei Stuart aus, dass er schon als Kind ein Arschloch war, erfährt man bereits auf den ersten Seiten. Und er hat dieses „Sex-Tier“ in sich, das immer wieder ausbricht und nach Schmerz und Gewalt schreit. Nachdem seine Frau Bekanntschaft mit dem Raubtier geschlossen hat, verlässt sie ihn kurzerhand und er macht sich mit einem Freund auf nach Thailand, dort sind die Frauen billig und auch die Kinder…
Zurück in Deutschland, bekommt er einen neuen Job angeboten, hat er seinen alten als Chirurg doch längst verloren. Der Hof Gutenberg lockt mit überdurchschnittlicher Bezahlung und dort kann er jede Frau haben, die er will, eigentlich müsste er sich dort pudelwohl fühlen, aber ausgerechnet er bekommt ein schlechtes Gewissen … Hat man ihn anfangs als absoluten Kotzkübel kennengelernt, so übernimmt er plötzlich die Rolle des Helden und genau damit habe ich so ein bisschen meine Probleme, ich kann ihm das einfach nicht abnehmen …

Das Buch lässt sich schnell weglesen, man bangt mit Mel und möchte natürlich wissen, wie ihre Geschichte ausgeht, da kann man über Stuarts kleinen Gesinnungswechsel hinwegsehen.
Natürlich ist der Plot an sich nicht neu, eine preisgekrönte, für jeden zugängliche Nutztierfarm mit einer unterirdischen „Frauenfarm“ zu verbinden allerdings schon, man merkt, dass Andreas Laufhütte sich mit den Abläufen in einer solchen Anlage beschäftigt hat.
Das Cover verrät nicht zu viel, das Frauengesicht lässt nichts Gutes erahnen und macht neugierig.
Von daher, aller richtig gemacht, 4 von 5 Miezekatzen.
Wer herausfinden will, warum man ab und an eben doch Tiere dem Menschen vorzieht, der findet hier eine Antwort…

„Hof Gutenberg“ 
„Hof Gutenberg 2“
„Hof Gutenberg 3“
„Hof Gutenberg 4“

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