„Trümmer“ – Simona Turini

“ … Das kam Mina alles ausgesprochen suspekt vor. Leben ohne Geld; Handarbeit, tägliches Abmühen für Essen und Wärme, nicht der geringste Luxus. Mochten sie jetzt auch die Gewinner sein, in Minas Augen waren sie Wahnsinnige. Eine Sekte oder so was. …“

Wenn die Straßen nicht mehr sicher sind. Wenn das Überleben ein täglicher Kampf ist. Wenn der Traum von einem friedlichen Miteinander in Trümmern liegt. Was wird geschehen, wenn die Verzweiflung die Überlebenden zum Äußersten treibt?

Simona Turini beweist mit ihrer Novelle aus der Zombie Zone Germany-Reihe ihr außergewöhnliches schriftstellerisches Talent.

Gunnar lebt allein in seinem Haus, dass er inzwischen unter anderem mit einem Graben zombiesicher gemacht hat, doch nicht nur die Untoten stranden bei ihm.
Nicht weit entfernt lebt Mina, auch wenn sie das nicht mehr wirklich Leben nennt. Bevor die Zombies kamen, schwelgte sie in Luxus, jetzt muss sie für ihren Unterhalt hart arbeiten wie alle anderen auch. Sie ist auf dem Hof von Marcus gelandet, der als Anführer eine Art Kommune führt und das mit eiserner Hand. Doch seine einstigen Ideale hat er längst verraten …

Ich mag die Zombie Zone Germany Reihe, hab sie zwar noch nicht komplett gelesen, aber die Bände, die inzwischen im Regal stehen, haben mir gefallen, vor allem, weil sie eins gemeinsam haben: es stehen eben nicht die Zombies im Mittelpunkt, sondern der Umgang der Menschen miteinander und der ist manchmal um einiges schlimmer als die wandelnden Untoten.
So ist es natürlich auch in „Trümmer“. Die Hauptcharaktere sind nicht sonderlich sympathisch. Gunnar tut, was er eben tun muss, um zu überleben und noch ein bisschen mehr, ihm möchte man nicht wirklich begegnen. Auch Mina, die in ihrem alten Leben Yvonne hieß und ein kleines Luxusweibchen war, ist keine Heldin, um die man bangt, genauso wenig wie Marcus, der den Hof erworben hat um sein kleines Paradies zu schaffen, aber diese Zeiten sind längst vorbei. Inzwischen setzt er seine Meinung mit Gewalt durch und hat Angst davor, seine Rolle als Anführer zu verlieren. Natürlich eskaliert die Situation, aber eben anders, als man gedacht hat.

„Trümmer“ war mein erstes Werk von Simona Turini und bestimmt auch nicht das letzte, ich glaube, ich habe tatsächlich noch eine Anthologie mit einer Geschichte von ihr im Regal stehen.
Natürlich gibt es von mir hier eine Leseempfehlung, selbst wer wie ich nicht unbedingt der größte Zombiefreund ist, sollte die Reihe unbedingt mal antesten, ich vergebe 4 von 5 Miezekatzen.

Zombie Zone Germany:
01 .“Die Anthologie“ 
02. „Trümmer“ – Simona Turini
03. „Tag 78“ –  Vincent Voss
04. „Letzter Plan“ – Jenny Wood
05. „Zirkus“ – Carolin Gmyrek
06. „Blutzoll“ – Matthias Ramtke
07. „Xoa“ – Lisanne Surborg
08. „Fressen oder gefressen werden“
09. „Anthologie: Der Beginn“
10. „Hoffnung“ – Hanna Nolden

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