„Weihnachtspost. Lorenz Lovis ermittelt“ – Heidi Troi

“ … »Na, meine Gute? Hilfst du mir wieder?“ Alma plusterte ihre Federn auf und setzte sich zurecht. »Kannst loslegen«, hieß das in der Hühnersprache wohl. Zumindest interpretierte Lovis das so und er begann: »Du weißt, dass ich in letzter Zeit immer wieder mal Drohbotschaften kriege?“ …“

Lorenz Lovis will eigentlich nichts als die Ruhe zwischen zwei Aufträgen genießen, da schrecken ihn geheimnisvolle Botschaften auf und er muss wieder ermitteln. Diesmal in eigener Sache. Gut, dass ihm Hanne Wiedenhof mit drei Krimiautorinnen zur Seite steht.

„Weihnachtspost“ ist ein Kurzkrimi zur Brixenkrimi-Reihe um den Privatermittler Lorenz Lovis und Teil des Projekts BLIND DATE MIT DEM TOD der Autorengruppe DIE MORD(S)LUSTIGEN.

Eigentlich soll sich Lorenz Lovis um seine Gäste kümmern, eine alte Bekannte hat sich angekündigt, mit 3 weiteren Frauen im Schlepptau. Diese erweisen sich als Krimiautorinnen, genau der passende Umgang für den Ermittler, der Weihnachtskarten mit merkwürdigen Drohungen erhält. Doch wer versucht ihm Angst zu machen und können die Damen vom Fach ihm helfen?

Weihnachten mitten im Mai, wenn ihr jetzt denkt, die Alte spinnt doch, habt ihr gar nicht mal so Unrecht. Aber ich muss gestehen, der Gedanke an Schnee hat bei dem schwülwarmen Wetter hat durchaus etwas verlockendes, doch manchmal reicht das allein eben nicht aus, wenn man in die Geschichte so gar nicht reinkommt und genau das war bei „Weihnachtspost“ leider der Fall. Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt eine Rezension schreibe, hab mir aber gedacht, dass euch vielleicht interessiert, warum mich die Story nicht überzeugt hat. Kurzgesagt, ich konnte mit diesen Wohlfühlkrimi, der genaugenommen ja nicht mal ein Krimi ist, absolut nichts anfangen. Die mysteriösen Weihnachtskarten, die Lovis bekommt, wirken für mich nicht mal ansatzweise bedrohlich und bereits als die Autorinnen im beschaulichen Örtchen eintrafen, war mir irgendwie klar, wie das Ganze ausgeht.
Spätestens da hätte ich meinen Reader zur Seite legen und kapitulieren sollen, aber nein, ich wollte die „Blind Date mit dem Tod“ – Reihe natürlich komplett lesen, ich lerne es halt nicht. Und so haben sich für mich selbst die paar Seiten gezogen wie Kaugummi, was vor allem daran lag, dass nicht wirklich viel passiert, dafür aber gemütlich über Weihnachtsmärkte geschlendert und über Rezepte geplaudert wird. Gut, das Buch spielt Weihnachten und würden die Ausflüge das Geschehen vorantreiben, hätte ich damit auch kein Problem, aber sie tun es nicht. Dafür sorgen sie dafür, eine fast schon behagliche Atmosphäre zu schaffen, die ich bei einem Krimi gar nicht haben möchte. Hinzu kommt außerdem, dass ich mit Lovis überhaupt nichts anfangen kann, ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie er in einem „richtigen“ Fall ermittelt.
„Weihnachtspost. Lorenz Lovis ermittelt“ war für mich also leider ein Reinfall, allerdings liegt das nicht an der Autorin, sondern schlicht und ergreifend daran, dass ich mit dem Genre absolut nichts anfangen kann. Wenn ich einen Krimi oder Thriller lese, möchte ich mich nicht wohlfühlen, ich möchte Spannung und Täter, bei denen es mir eiskalt den Rücken runterläuft, kein Damenkränzchen, dass sich über Rezepte austauscht oder einen Ermittler, der mit seinem Huhn redet. Natürlich gibt es auch dafür ein begeistertes Lesepublikum, ich gehöre da allerdings nicht dazu.

Wer es gerne beschaulich, gemütlich und ländlich mag, wird sich in der Geschichte sehr wohl fühlen, sucht man allerdings nach Action und Spannung, ist man hier fehl am Platz. Für mich war dieser Teil der „Blind Date mit dem Tod“ – Reihe fast wie ein Heimatfilm und denen kann ich nicht viel abgewinnen und so gibt es diesmal von mir auch nur 2 von 5 Miezekatzen.

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