“ … Wenn etwas bedrohlich ist, dann spricht es etwas tief in dir an. Dann fühlst du, dass eine Gefahr davon ausgeht, ehe du verstehst, warum. …“
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»Markus war hier!«
Ein Brief ihrer Tante wirft Mara zurück in die Vergangenheit. Doch anstatt ihres seit Jahren verschollenen Vaters, findet sie in der alten Heimat nur noch wirre Skizzen, Spiegelsplitter und vergilbte Zeitungsausschnitte – Relikte eines Wahns, den sie längst begraben glaubte.
Entschlossen, Markus zu finden, folgt Mara seinen Spuren auf das Swartzhorn und verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Erinnerungen und düsteren Vorahnungen. Je näher sie der Wahrheit kommt, desto lauter wird der Ruf aus dem Schlund des Berges, der sie mit aller Macht in die Tiefe ziehen will …
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Maras Mutter ist schon seit Jahren tot, ihr Vater Markus hat sie bei ihrer Tante gelassen und sich vom Acker gemacht. Nun ist er zurück und noch immer besessen von den Bergen, in die er sie als Kind so oft mitgenommen hat.

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Mit „Cold Creeps“ hat sich die Herausgeberin Mara Schwarzfels einen Traum erfüllt. In dieser Reihe erscheinen kurze Horrorgeschichten, der leckere kleine Snack für Zwischendurch oder eine gruselige Gutenachtgeschichte. Den Anfang macht Jules B. Ashes mit „Die Rückstrahlung“.
Hier dreht sich alles um Mara. Als Kind hat sie mit ihrem Vater immer Ausflüge in die Berge unternommen, zum Ärger ihrer Mutter. Ein Anruf ihrer Tante bringt sie zurück in ihr Heimatdorf. Ihr Vater Markus, der sie nach dem Tod ihrer Mutter bei Tante Esther gelassen und sich aus dem Staub gemacht hatte, ist wieder zurück. Doch sie kommt zu spät, alles, was ihre Tante für sie hat, ist der Schlüssel zu seinem Motelzimmer. Dort trifft sie ihren Dad nicht an, dafür stößt sie jedoch auf stapelweise alte Zeitungsberichte und zerschlagene Spiegel. Ihr wird klar, dass Markus immer noch in den Bergen nach ihrer Mutter sucht, trotz all der Warnungen. Gemeinsam mit einem alten Bekannten folgt sie ihm auf das Swartzhorn, um das sich dunkle Legenden ranken.
Band 1 der „Cold Creeps“ Reihe verbreitet eher unterschwelligen Grusel, den aber sehr atmosphärisch. Man ahnt von Anfang an, dass da etwas im Hintergrund lauert, unter der Oberfläche brodelt, versteckt, nicht greifbar. Aber auch die Figuren sind toll ausgearbeitet, allen voran natürlich Mara und ihr Vater. Sie sind sich fremd, die junge Frau ist ohne Markus aufgewachsen, hat aber bruchstückhafte Erinnerungen an früher, die zeigen, dass sich beide einmal sehr nahe waren. Diese Rückblicke scheinen erst willkürlich, setzen sich aber wie ein Puzzle Teil für Teil zusammen und ergeben schließlich ein erschreckendes Bild, einen Sog, dem weder Mara, noch ihr Vater entkommen kann.
Jules B. Ashes zeigt mit „Die Rückstrahlung“ auf sehr überzeugende Weise, dass Horror auch mit leisen Tönen ohne Gewalt und Blutvergießen funtioniert und im Gedächtnis bleibt. Man braucht nur Vater, Tochter und einen Berg.
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Für mich war der erste Teil der „Cold Creeps“ Reihe die perfekte Bettlektüre, sowohl von der Länge her, als auch inhaltlich. Mara ist eine Protagonistin, mit der ich mich identifizieren konnte, wobei ich den Hut vor ihr ziehe, weil sie sich trotz allem noch in die Berge wagt.
Wer auf „ruhigen“ Horror ohn Blutvergießen, aber mit Nervenkitzel steht, dem kann ich diese Geschichte ins Herz legen, ich vergebe dafür 4 von 5 Miezekatzen.
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01. „Die Rückstrahlung“ – Jules B. Asches
02. „Seelenweiß“ – Michael Schwendinger
03. „Wen die Nacht verschlingt“ – Marie Meier
04. „Snuff“ – Marlene Emmert


