“ … Wir haben nie die Seite des Teufels gehört, weil Gott sämtliche Bücher geschrieben hat. Stellen Sie sich bloß vor, was wir hier lernen können. …“
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Im Jahr 1906 stießen Arbeiter beim Bau des Panamakanals auf etwas, das sich weder identifizieren noch erklären ließ. Etwas Bedrohliches. Und überaus Lebendiges.
Hundert Jahre später versammelt sich eine Gruppe Wissenschaftler in einem unterirdischen Bunker in der Wüste von New Mexico, um herauszufinden, was es mit diesem Wesen – der erstaunlichsten Entdeckung der Menschheitsgeschichte – auf sich hat und wie es überleben konnte. Ein Biologe wird seine genetische und molekulare Struktur untersuchen, eine Tierärztin sein Verhalten. Ein Linguist wird seine Sprache entschlüsseln. Aber selbst die besten Experten der Welt haben keine Antwort auf die unausweichliche Frage: Handelt es sich bei dieser aus grauer Vorzeit stammenden Kreatur womöglich um den Dämon, den die Menschheit unter dem Namen Satan kennt?
Schon bald ist buchstäblich der Teufel los …
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Als Linguist Andy für einen Regierungsauftrag angeheuert wird, hat er keine Ahnung, dass ihn unter der Wüste New Mexicos ein Wesen erwartet, dass man für den leibhaftigen Teufel hält. Mehr als 100 Jahre hat es geschlafen, doch jetzt ist es zurück und der Teufel hat bekanntlich immer ein Ass im Ärmel.

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Der Teufel lauert im Detail. Oder aber, wenn man J.A. Konrath Glauben schenkt, schon seit Jahrzehnten in einen unterirdischen Laborkomplex. Doch fangen wir ganz von vorne an: Im Jahr 1906 stoßen Arbeiten bei der Aushebung des Panamakanals auf eine 4 m lange Kapsel, die ein seltsames schlafendes Wesen beherbergt. Präsident Roosevelt lässt diese nach Amerika überführen. Dort erwacht die Kreatur etwa 100 Jahre später in einer Forschungseinrichtung. Um mit ihr kommunizieren zu können, wird der Linguistikexperte Andrew Dennison vom Präsidenten persönlich angeheuert, allerdings hat er keine Ahnung wofür. Er packt also, nichts Böses ahnend seine Koffer und begibt sich in eine Einrichtung unter der Wüste New Mexicos. Dort trifft er seinen Schüler zum ersten Mal und ist absolut nicht darauf vorbereitet, denn der hat Klauen und Hörner und liebt es, lebendige Schafe zu zerreißen. Bub, die Kurzform von Beelzebub, wie man ihn nennt, weil es sich bei ihm vielleicht um den Teufel handeln könnte, will mit den Wissenschaftlern reden , kann sich aber nicht verständlich machen. Hier also kommt nun Andy ins Spiel, der sich mit den anderen 7 Angestellten, unter anderem einem Priester, einem Rabbi und der Tierärztin Sunshine, um den außergewöhnlichen Gast kümmern soll. Und tatsächlich ist Bub sehr wissbegierig und kann schon bald mit ihnen reden. Er zeigt keinerlei agressives Verhalten und so sieht man ihn immer weniger als Bedrohung. Aber stille Wasser sind bekanntlich tief, Bub hat ganz eigene Pläne und so verwandelt er die Anlage im zweiten Teil in ein wahres Schlachthaus.
Im ersten Teil von „Beelzebub“ nimmt der Autor seine Leser mit in die Welt der Wissenschaft, es geht recht ruhig her, man testet, misst, redet und lernt so die Figuren besser kennen, allen voran Andy und Sun, die sich, wer hätte das gedacht, blendend verstehen. Aber auch Bub wird näher beleuchtet und ist natürlich längst nicht so harmlos, wie er tut, er manipuliert und täuscht, ohne das die Anderen ohne mit der Wimper zu zucken, wobei ich nicht weiß, ob er überhaupt Wimpern hat, wahrscheinlich eher nicht. Am Unterhaltsamsten fand ich jedoch den Rabbi und den Pater, die sich immer wieder kleine Wortgefechte liefern und damit sehr zu meiner Unterhaltung beitragen.
„Beelzebub“ ist definitiv kein Highlight und das will die Geschichte auch gar nicht sein, aber sie weiß zu unterhalten und das auf typische Konrath Art, auch wenn es hier bedeutend blutiger zugeht als in der Jack Daniels Reihe. Ich jedenfalls habe die Geschichte genossen, sowohl den etwas ruhigeren Anfang, als auch die fliegenden Körperteile, nachdem es so richtig zur Sache geht. Und ganz ehrlich, mit den Mensachen dort möchte man nicht tauschen, das könnt ihr mir glauben.
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Wenn ein Dämon in einer unterirdischen Forschungseinrichtung festgehalten wird, kann das eigentlich nur schiefgehen, dass müssen auch die Angestellten dort auf die harte Tour lernen. J-A. Konrath meint es in „Beelzebub“ nicht sonderlich gut mit seinen Protagonisten, aber das ist man ja schon gewohnt, ebenso wie den trockenen, etwas flachen Humor. Genau dafür mag ich seine Bücher und vergebe 4 von 5 Miezekatzen.
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