„Cannibal Games“ – Jörg Bütow

“ … In dieser Staffel holen wir uns keine abgewrackten Kandidaten von der Straße. Nein, dieses Mal wird der Zufall entscheiden, wer ums Überleben kämpfen darf. Dafür haben wir uns ein Flugzeug ausgesucht und es so präpariert, dass es abstürzen wird. …“

Um gegen Monster zu bestehen, muss man sich eines Monsters bedienen. Die Überlebenden eines Flugzeugabsturzes mitten im brasilianischen Dschungel finden sich in einem perversen Spiel wieder, das von einer Gruppe Milliardäre im Darknet übertragen wird. Dort muss die Gruppe gegen einen Kannibalenstamm bestehen, während Wetten abgeschlossen werden, wer als Nächster stirbt. Ihre einzige Überlebenschance ist der Serienmörder Richard Palmer, der ebenfalls an Bord der Maschine war. Doch wer schützt die Gruppe vor Palmer?

Der reichste Mann der Welt veranstaltet im Darknet Survival Games der ganz besonderen Art, die sich die Zuschauer eine Menge Geld kosten lassen. Doch anders als zuvor sind die Kandidaten diesmal keine Freiwilligen, sondern die Insassen eines zum Absturz gebrachten Flugzeuges, unter denen auch ein Serienkiller ist.

Elton Mass ist der reichste Mensch der Welt und veranstaltet mit den  „Cannibal Games“ ein brutales Überlebenscamp im Dschungel. Auf diesen Zug möchte nun auch Jeff Sobesz aufspringen, doch der gute Elton möchte seine Einnahmen nicht teilen. Um seinen zahlenden Kunden diesmal ein ganz besonderes Schauspiel zu bieten, gibt es keine freiwilligen Kandidaten, stattdessen hat er einen Handlanger in ein Flugzeug geschmuggelt, der die Maschine zum Absturz über dem Spielgebiet bringen soll.
An Bord des Fluges befinden sich neben dem CIA-Agent Howard Grant, der den Serienkiller Richard Palmer in die USA überführen soll, unter anderem noch Julia, die Co-Pilotin, Halleck, der versoffene Pilot, Massimo, ein Hedgefondmanager, der seine Kunden betrogen hat, Influenzerin Portia mit ihrem Bruder und eben auch Hasan, der im Auftrag von Mass eine Waffe an Bord geschmuggelt hat. Überall im Flugzeug sind Kameras versteckt und so kann der reichste Mann der Welt mit seinem Publikum den Absturz live verfolgen. Als die Maschine in den Dschungel kracht, denken die Insassen, sie sind dem Tod von der Schippe gesprungen, ein gewaltiger Irrtum, denn sie müssen nicht nur in der unfreundlichen Umgebung überleben, sie werden auch noch von Kannibalen gejagt, die es gar nicht erwarten können, ein frischens Stück Fleisch zwischen die Zähne zu bekommen.
Man kennt es ja, wenn die reichesten der Reichen zu viel Geld haben, kommen sie auf merkwürdige Gedanken. So wie Elton Mass (dessen Name natürlich genauso zufällig gewält wurde wie der von Jeff Sobesz), der im Darknet blutrünstige Überlebensspiele, die sogenannten „Cannibal Games“ veranstaltet. Bereits auf den ersten Seiten zeigt sich, was für ein Mensch er ist und das alle anderen für ihn nur Figuren sind, die er auf seinem ganz persönlichen Spielfeld hin und her schiebt.
Ihm gegenüber stehen die Abgestürzten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, schon allein eine gemeinsame Entscheidungen zu treffen, wird hier zur Herausforderung. Und natürlich gibt es die Charaktere, die man sofort mag und die, denen man schnell einen möglichst blutigen qualvollen Tod wünscht. Wie nicht anders zu erwarten, ist ausgerechnet Killer Palmer der Sympathieträger, denn er ist hier in seinem Element und weiß, was zu tun ist. Doch auch der Rest dient nicht einfach nur als Kanonenfutter, alle haben sie eine Hintergrundgeschichte und es wird Wert auf ihre Beziehungen untereinander gelegt. Es geht also nicht nur um bloßes Gemetzel, zwischen all der Verzweiflung und dem Blut findet sich auch eine Menge Gesellschaftskritik.
Und bei Zeilen wie: „Je reicher Elton Mass wurde, desto dünnhäutiger wurde er, und auch seine Charakterstärke ließ spürbar nach. Ein erstes Anzeichen dafür, dass dessen Stern im Begriff stand, zu sinken. …“ könnte man meinen, Jörg Bütow hätte einen Blick in die Zukunft geworfen.^^
Wer es blutig mag, mit schwarzem Humor klarkommt und dennoch Wert auf eine Botschaft legt, für den ist „Cannibal Games“ die perfekte Lektüre.

„Cannibal Games“ ist ein unterhaltsames, blutiges Kannibalenbüchlein, in dem einige bekannte Persönlichkeiten ihr Fett wegkriegen. Doch das ist längst nicht alles, denn hier geht es neben einem blutigen Ausflug in den Dschungel unter anderem auch um Machtmissbrauch und Kritik an Trash-TV, das alles aber immer mit einem Augenzwinkern, dafür vergebe ich 4 von 5 Miezekatzen.

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