“ … Sie spürt den Blick von jemandem in ihrem Rücken; ein sanftes, neugieriges Kribbeln wie Nachtfalterfüße, und als sie sich umdreht, erblickt sie das schönste Mädchen der Welt, das sie anstarrt. …“ (Seite 12)
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Auf einem Bauernmarkt verliebt sich Rosemary Hals über Kopf in die umwerfend schöne Ash. An ihrem Stand verkauft sie duftende Seifen und Kerzen, die sie alle aus natürlichen Zutaten herstellt. Und obwohl Rosemary sich bisher nie zu Frauen hingezogen fühlte, weckt Ash eine Neugier in ihr, die sich schnell zu einer Obsession entwickelt.
Woche um Woche kommen die beiden sich näher – bis eine Tür aufgestoßen wird, die besser verschlossen geblieben wäre.
In Bloom trifft Cottagecore auf brutalen Horror – köstlich düster.
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Als Rosemary beim Bummel über den Bauernmarkt vor dem Verkaufstand von Ash landet, ist sie sofort von der hübschen jungen Frau fasziniert, die auch Interesse an ihr hat. Doch Ash ist zu gut, um wahr zu sein und so ignoriert Ro all die kleinen Zeichen, die eigentlich ihre Alarmglocken schrillen lassen sollten. Ein großer Fehler …

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Liebe macht blind. Wir alle kennen diesen Satz und das Gefühl, wenn man total verschossen ist und alles toll findet, was der neue Partner macht. Manchmal läuten allerdings schon da im Kopf alle Alarmglocken, aber sie werden ignoriert und das wird uns dann zum Verhängnis.
Genauso ergeht es Rosemary, kurz Ro, die eine schmerzhafte Trennung hinter sich hat und nun versucht, ihr Leben neu zu ordnen. Und so zieht es sie auf den nahe liegenden Bauernmarkt, auf dem es ziemlich voll ist. Ein Hund bringt sie ins Taumeln und Ro landet vor dem Stand einer jungen Frau, die sie sofort fesselt, weil sie wie eine Elfe aussieht, wie etwas Magisches, dass sie in ihrem Leben so vermisst. Das zauberhafte Wesen verkauft neben selbstgemachten Seifen und Kerzen auch Cupcakes und gewinnt mit „Gefällt dir, was du siehst?“ und einem strahlenden Lächeln sofort Ros Herz, obwohl die bisher keinerlei Interesse an Frauen hatte. Doch ein paar Küchlein reichen um zu wissen: diese Frau ist perfekt. Der Markt wird zum wöchentlichen Treffpunkt und man kommt sich näher, denn auch Ash findet Rosemary toll und lädt sie schließlich in ihr Haus zum Essen ein.
Man könnte also meinen, „Bloom“ ist eine süße kleine Liebesgeschichte und wäre es tatsächlich, gäbe es da nicht von Anfang an gewisse Vorzeichen, die bereits andeuten, dass Ash vielleicht doch nicht ganz so perfekt ist, wie sie scheint. Vorzeichen, die Ro bei jedem Mann das Weite hätten suchen lassen, aber ihre neue Eroberung ist schließlich eine Frau, was soll ihr also passieren?
Wer eine blutige Horrorstory erwartet, wird von Delilah S. Dawsons wahrscheinlich enttäuscht sein, denn obwohl von Anfang an eine unterschwellige Düsternis mitschwingt, fließt hier kein Blut, es stirbt auch niemand. Dafür hat die Autorin einen wunderbar poetischen Schreibstil und ahnt man als Leser sehr früh, was wirklich abgeht und wartet dennoch gespannt auf jeden neuen Hinweis, jedes kleine Anzeichen.
Das ist anfangs sehr spannend, verliert für mich persönlich im Laufe der Zeit aber etwas den Reiz, denn natürlich will ich wissen, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege. Erst auf den letzten 50 Seiten passiert dann das, worauf ich die ganze Zeit über gewartet habe und obwohl es eigentlich genau wie erwartet ist, hat mir die Autorin damit komplett den Boden unter den Füßen weggezogen und lässt ihre Liebesgeschichte zu wirklichem Horror werden, der so gar nicht in die kleine beschauliche Welt von Rosemary passt. Schade nur, dass diese Geschehnisse im Zeitraffer abgehandelt werden, denn in diesen dunklen Wahnsinn wäre ich gern länger abgetaucht.
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Puh, „Bloom“ war echt ein wilder Ritt und Ro eine Protagonistin, in die ich mich sehr gut hineinversetzen konnte, auch wenn sie natürlich ein bisschen sehr naiv war. Was mich jedoch ein bisschen gestört hat, war das in meinen Augen das große Finale. Wenn man das ganze Buch über ahnt, was eigentlich abgeht, das dann aber erst auf den letzen 50 Seiten im Schnelldurchlauf abgehandelt wird, ist das schon ein bisschen ärgerlich. Das Ende fand ich toll, deswegen hätte ich genau von diesen Vibes gern mehr gehabt.
Trotzdem kann ich das Buch jedem, der kein Problem damit hat, dass es lange sehr ruhig zugeht, wärmstens ans Herz legen, denn der Schluss macht das wieder gut. Dafür gibt es von mir wohlverdiente 4 von 5 Cupcakes, öhm Miezekatzen und einen fetten Daumen nach oben für das tolle Cover.
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