„Carnivore 2“ – A. C. Hurts

“ … Tatsächlich spüre ich ihre heimliche Bewunderung für meine Taten und mein früheres Leben, sobald wir uns darüber unterhalten, wie es war, Menschen gefangen zu halten, zu schlachten und zu essen. Ich bin der bekannteste Kannibale Deutschlands, ich bin Doktor, Koch und Gourmet in einer Person. Mein Name ist Victor von Holsten und ich liebe Fleisch immer noch. …“

Der bekannteste Kannibale Deutschlands sitzt seit fünfzehn Jahren in einer psychiatrischen Einrichtung. Seine behandelnde Ärztin will das ändern. Beatrice Stiller ist seit ihrer Jugend von Victor besessen und möchte mit ihm zusammenleben, um ihn ganz für sich zu haben. Nach der gelungenen Flucht hat Victor jedoch andere Pläne und setzt sich ab. Dabei läuft er der hilfsbereiten Natascha aus Wien über den Weg. Die beiden beschließen, ein gemeinsames Abenteuer zu erleben. Beatrice lässt sich jedoch nicht so leicht abschütteln.

Welche der Frauen wird Victors Herz erobern? Oder erliegt er der fleischlichen Versuchung eines weiblichen Körpers?

Lange hat Victors Ärztin zusammen mit einem Pfleger die Flucht ihres Angebeteten geplant, nur wegen ihm arbeitet sie in dieser Klinik. Da sie dem Opfer ihrer Begierde jedoch nicht so recht über den Weg traut, hat sie sich auch um Victors Überwachung gekümmert, die soll ausgerechnet der Sohn seines letzten Opfers übernehmen.
Doch als es endlich soweit ist, läuft nichts nach Plan und Victor landet vor dem Auto der Wienerin Natascha. …

Victor ist zurück, hach was hab ich mich gefreut.
Diesmal aber leider etwas zu früh, wie sich herausstellte.
Warum?
Nun ja, das Buch beginnt vielversprechend, Victor ist wie immer galant und sieht sein Gegenüber dennoch als nichts anderes als ein leckeres Gericht, so kenne und liebe ich ihn.
Bis er vor Nataschas Auto läuft, weiß mich die Story auch zu fesseln, dann jedoch ist es für mich plötzlich vorbei mit der Spannung, stattdessen reagiert der gefürchtete Kannibale plötzlich wie ein liebeskranker Teenager. Zwar fließt immer noch ein bisschen Blut, hauptsächlich geht es aber nur noch um Zuckerschnecke hier, Zuckerschnecke da, ja, Victor hat es zeitweise sogar geschafft, mich zu nerven. Wer mich kennt, weiß, ich kann mit solchem Geturtel nix anfangen, das mögen mit Sicherheit einige sehen, aber von „Carnivore“ erwarte ich einfach einen garstigen Victor und kein seichtes Liebesgetuschel.
Hinzu kommt, dass das Geschehen zwischen diesmal doch recht vielen beteiligten Personen hin- und herspringt und so einiges doppelt erzählt wird, nur eben aus unterschiedlichen Perspektiven, ich weiß gar nicht, ob es in den anderen beiden Büchern auch so war, wenn ja, ist es mir nicht in dem Maße aufgefallen.
Das liest sich im ersten Moment wie der totale Verriss, aber ich hatte am Buch auch durchaus meine Freude, Beatrice zum Beispiel fand ich genial und auch die kleinen Psychospielchen zwischen ihr und Victor.
Den Angehörigen eines der Opfer ins Boot zu holen, ist in meinen Augen ebenfalls eine tolle Idee, seinen Part weiter auszubauen hätte ich persönlich viel interessanter gefunden als Natascha.
Jemandem eine Rolle sozusagen auf den Leib zu schreiben ist eine Ehre, ich wäre auch hocherfreut und umso mehr tut es mir leid, das ausgerechnet dieser Charakter für mich nicht in die Story passte.

Auch wenn ich die Idee dahinter wirklich süß finde, ist „Carnivore 2“ für mich persönlich zu viel Geschnulze und zu wenig Victor wie man ihn kennt und liebt (oder hasst^^).
„Carnivore“ und „Carnivore: Sweet Summer“ mochte ich sehr gern, hier allerdings hat mich die Story doch etwas enttäuscht und die Entwicklung, die der Kannibale durchmacht, gefällt mir persönlich leider nicht wirklich, deswegen vergebe ich blutenden Herzens diesmal auch nur 3 von 5 Miezekatzen.

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