„Ring Shout“ – P. Djèlí Clark

“ … Knochen knacken, und Muskeln und Fleisch dehnen sich und reißen, dass einem schlecht wird von den Geräuschen. Der Körper des schlaksigen Mannes wächst auf unwahrscheinliche Weise, bricht so leicht aus seiner Haut wie aus der weißen Robe, die in Fetzen hinabfällt. Das Ding, das nun an seiner Stelle steht, kann man nicht mehr als Mensch bezeichnen. …“ (Seite 23)

USA, 1915: Der Ku-Klux-Klan wird neu gegründet, aber diesmal mit echter Hexenkraft und dunkler Höllenkunst. Aus den Kapuzenträgern werden Monster – und das wortwörtlich. Ihr Zauber schürt Hass in den Köpfen der Menschen.
Einige Jahre später jagen Maryse und ihre Freunde die »Ku-Kluxe« mit Sprengstoff und magischen Schwertern. Dabei kennen sie keine Gnade.
Doch die Zeit drängt. Die dämonischen Schergen des Klans läuten bereits das Ende der Welt ein …

Fantastische Alternativwelt-Geschichte, die dem Schrecken des Rassismus ein monströses Gesicht verleiht. Gewinner des Locus und Nebula Award.

Nach der Vernichtung des Ku-Klux-Klans tritt der Film „Die Geburt einer Nation“ seinen Siegeszug durch Amerika an. Überall wird er gefeiert, verbreitet Hass, lehrt die Zuschauer, dass die Helden weiße Roben mit Kapuzen tragen und die Farbigen nichts wert sind, dunkle Zauber machen Klan-Mitglieder zu Monstern. 
Mit ihrem Schwert, dass sie bei Gefahr herbeirufen kann, kämpft Maryse gegen die ständig wachsenden Monsterhorden, selbst in ihren Träumen ist sie vor ihnen nicht sicher.

Der Klappentext von „Ring Shout“ hat mich neugierig gemacht, klingt er doch nach einem total durchgeknallten Buch, das natürlich unbedingt bei mir einziehen musste. Rassismus gepaart mit Dämonen, darauf muss man erstmal kommen. Keine Ahnung, was genau ich erwartet habe, wahrscheinlich einfach zu viel, denn für mich war es leider ein Flop.
Dabei gab es durchaus einige Dinge, die ich toll fand, der Film, der Hass in den Menschen sät zum Beispiel. Ein Blockbuster, den jeder sehen will, eine Verbreitung, die sich nicht eindämmen lässt. Die Idee finde ich toll, leider reißt mich der Rest aber nicht vom Hocker, dabei hätte ich das Buch so gerne gemocht, denn die Handlung ist total abgefahren und ich mag so etwas eigentlich total. Trotzdem sind „Ring Shout“ und ich keine Freunde geworden und das hat gleich mehrere Gründe. 
Keine der Figuren fand ich auch nur ansatzweise sympathisch, bereits auf den ersten Seiten haben mich die meisten einfach nur genervt, ganz besonders Maryse, die dem Leser ihre Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt. Was mich ihr eigentlich näher bringen soll, bewirkt hier bei mir eher das Gegenteil und macht die Story zäh wie Kaugummi. Hinzu kommt, dass die unterdrückten Farbigen sich darüber beklagen, wie sie behandelt werden, aber selbst sehr merkwürdige Ansichten über die Weißen haben, die mich teilweise den Kopf schütteln ließen.
Die titelgebenden Shouts selbst werden im Buch zwar kurz erklärt, allerdings hätte ich mir hier mehr Informationen gewünscht und auch die Anmerkungen, die immer wieder vor den Kapiteln auftauchen, haben mich eher verwirrt, da sie in keinerlei Zusammenhang mit den Ereignissen stehen. Was also sollen sie mir sagen? Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, vielleicht stehe ich aber auch einfach nur auf der Leitung. Ich kann nicht mal wirklich sagen, wo sich diese Geschichte einordnen lässt. Ist das eine Dystopie? Fantasy? Science Fiction? Horror? Irgendwie von allem etwas, aber nichts so richtig.
Im Laufe der Zeit driftet das Geschehen mehr und mehr ins Übernatürliche ab, – natürlich weiß ich, dass auch kuttentragende Monster nicht der Realität entsprechen – aber irgendwann wurde es mir einfach zu viel und ich habe mich nur noch durch die Seiten gequält, weil ich wissen wollte, wie  das Ganze ausgeht. Doch auch das Ende reißt da nichts mehr raus.

Wenn ich mir die Bewertungen so durchlese, scheint „Ring Shout“ eine Menge Leute begeistert zu haben, leider gehöre ich nicht dazu. Unsympathische Figuren, ein Schreibstil, mit dem ich nicht zurecht kam und eine Story, die sich in sich selbst verliert, haben mein Lesevergnügen getrübt. Die Idee dahinter mag ich immer noch, von der Umsetzung kann ich das jedoch nicht behaupten und so vergebe ich diesmal auch nur 2,5 von 5 Miezekatzen.

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