„Roadkill“ – Tanja Hanika

“ … Ein bisschen überraschte ihn seine nekrophile Seite selbst. Aber statt nur auf Menschenjagd zu gehen, wäre es äußerst praktisch, wenn ihm auch die Leichenjagd auf Friedhöfen eine solche Befriedigung verschaffte wie das Morden. …“

Blut, Irrsinn und hemmungslose Rache erwarten denjenigen, der seinen Weg verlässt. Mira und Lars fahren nach einem Besuch bei seinen Eltern von der Autobahn ab, um über abgelegene Landstraßen die Gegend zu erkunden. Nach einem verlassenen Bus finden sie bald auch einen verwirrten Busfahrer und ihr kleines Abenteuer wird zu einer Nacht voller Mord und Blut. Drei Jugendliche beenden ihre Geocaching-Schatzsuche im Wald, um stattdessen das sagenumwobene Grab einer Hexe aufzuspüren. Dabei wird ein Killer auf sie aufmerksam, der nach einer Bus-Panne durch die Wälder streift. Sie müssen sich fragen: Wird der Killer oder die tote Hexe sie holen kommen?

Mira hat zusammen mit ihrem Freund Lars ihre Schwiegereltern in spe besucht, auf der Rückfahrt sehen sie mitten im Nirgendwo an der Straße einen verlassenen Bus stehen. Aus Sorge, es könnte etwas passiert sein, halten sie an. An einer verlassenen Tankstelle treffen sie unter anderem auf Sibylle, die von ihrem Taxifahrer angemacht wurde und Elias, Jule und Flo.
Sie alle sind aus ganz unterschiedlichen Gründen hier gelandet und irren nun durch den Wald, während ein Killer Jagd auf sie macht.  

Eins vorneweg, ich mag Slasher-Filme, bei denen man das Hirn ausschalten und sich über die Dummheit der Leute aufregen kann, komischerweise funktioniert das bei Büchern bei mir aber nur bedingt. Von Tanja Hanika hab ich schon einige Werke gelesen und weiß, was mich erwartet, aber mit „Roadkill“ bin ich überhaupt nicht warm geworden. Irgendwie hat mich das Ganze ein wenig an Laymon erinnert, weil sich seine Charaktere auch immer selten dämlich verhalten. Hier stolpern Leute über Leichen und es scheint sie nicht im geringsten zu wundern oder gar zu stören. Häh? Ich weiß nicht, vielleicht verstehe ich auch einfach den Humor hier nicht, aber eigentlich ist meiner tiefschwarz und sollte genau darauf anspringen. Ich glaube, mein größtes Problem mit dem Buch ist tatsächlich, dass ich absolut nicht einschätzen kann, ob das lustig oder todernst gemeint ist und das passiert mir selten.^^
Außerdem hadere ich mit der Unmenge an Figuren, irgendwann hab ich aufgehört zu zählen, die aber alle recht flach bleiben und nur als Kanonenfutter dienen. Die meisten sind noch dazu unsympatisch und nervig, mir war also völlig egal, was mit ihnen geschieht. Zwischen den Charakteren wird munter hin- und hergehopst, was der Story eine gewisse Abwechslung verleiht und die „Kill-Szenen“ sind unterhaltsam, aber das reicht mir nicht aus, zumal auch das Ende für mich nichts mehr rausreißen kann. Ich kann mir nicht helfen, ich komme mir fast vor wie die ewig nörgelnde Besserwisserin, der man nichts richtig machen kann, aber ich hab von der Story einfach mehr erhofft.

„Roadkill“ und ich, wir sind leider keine Freunde geworden, aber so ist das halt manchmal. Die Zutaten waren gut ausgewählt, aber das Ergebnis nicht das, was ich erwartet hatte. Zu viele Charaktere, die zu dämlich handeln und Dialoge, die mich den Kopf schütteln ließen. Wenn das alles witzig sein sollte, ist der Spaß jedenfalls komplett an mir vorbeigegangen und so kann ich hier schweren Herzens nur 2,5 von 5 Miezekatzen vergeben.

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