“ … Die graublauen Augen glichen ihren. Das zarte, spitze Kinn. Aschfahle Haut, die blasser war, als Bel sie kannte, faltiger, gezeichnet von sechzehn weiteren Jahren. Das kleine braune Geburtsmal oben an der Stirn.
Die Frau starrte sie an, als wüsste sie etwas. Sie war Rachel Price. …“ (Seite 100)
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Vor 16 Jahren verschwand Bels Mutter Rachel auf mysteriöse Weise. Die damals 2-jährige Bel war die einzige Zeugin – und erinnert sich an nichts. Der Fall wird neu aufgerollt, als ihr Vater einer True-Crime-Doku zustimmt. Bel kann es kaum erwarten, dass die Dreharbeiten zu Ende gehen und ihr Leben zur Normalität zurückkehrt. Doch dann geschieht das Unmögliche: Rachel steht plötzlich vor der Tür. Und erzählt eine haarsträubende Geschichte. Kann es sein, dass sie lügt? Und wenn ja: Wo war sie all die Jahre wirklich? Während die Kameras laufen, macht sich Bel auf die Suche nach der Wahrheit – und findet Dinge über ihre Familie heraus, die alles für sie verändern …
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Vor 16 Jahren ist Rachel Price, die Mutter der damals 2-jährigen Annabel verschwunden. Gerade als eine Doku über den immer noch ungelösten Fall gedreht wird, taucht Rachel wieder auf und erzählt eine seltsame Geschichte. Bell ist sicher, dass ihre Mutter lügt, aber was ist damals wirklich passiert?

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Es kostet Annabel viel Mut, in der Dokumentation über das spurlose Verschwinden ihrer Mutter vor 16 Jahren mitzuwirken, damals war sie erst 2 Jahre alt. Viele Erinnerungen hat sie nicht, doch als alte Videos gezeigt werden und sie auf die Schauspielerin Jenn trifft, die ihre Mutter verkörpern soll und diese dann auch noch sagt, sie hält ihren Dad für den Täter, flüchtet sie. Als die falsche Rachel ihr folgt, nervt sie und als sie ihr gegenübertritt, muss sie feststellen, dass es nicht Jenn ist, aber sie kennt diese Frau mitden dreckigen Haaren, den zerrissenen Klamotten und den blutigen Füßen. Es ist Rachel Price, ihre Mutter, die nach all den Jahren plötzlich wieder vor ihr steht und damit ihr bisheriges Leben komplett durcheinander wirbelt.
Man könnte jetzt meinen, Annabel, kurz Bel genannt, würde sich über die Rückkehr ihrer Mutter freuen, doch davon ist sie weit entfernt. Jahrelang galt ihr Dad als Hauptverdächtiger, bei manchen ist er das heute noch, auch wenn man inzwischen ja weiß, dass Rachel noch lebt. Sie ist ohne ihre Mom aufgewachsen, sicher behütet von ihrem Dad und dessen Familie und plötzlich ist alles anders, die Stimmung zu Hause schlägt um, alle verhalten sich anders. Bel gibt ihre Mutter dafür die Schuld, zumal diese ihr nicht erklären kann oder will, was damals geschehen ist. Sie lügt und hütet ein Geheimnis, dessen ist sich der Teenager sicher. Und sie soll Recht behalten, wenn auch auf eine völlig andere Art als gedacht.
Nach der „A Good Girl’s Guide to Murder“ Trilogie war ich gespannt darauf, was mich bei „The Reappearance of Rachel Price“ erwartet. Auch hier steht wieder ein Teenager im Mittelpunkt, allein schon der Titel hat mich magisch angezogen und ich wurde nicht enttäuscht. Bel ist eine sehr interessante Protagonistin, viele mögen sie als schroff und unfreundlich oder gar zynisch empfinden, aber genau dafür mag ich sie, wer hätte das gedacht.^^ Krummnehmen kann man ihr das nicht, immerhin gerät ihr Leben von einem auf den anderen Moment völlig unvorhersehbar aus den Fugen und eine ihr so gut wie völlig fremde Frau drängt sich in ihr Leben, die ihr nicht mal erzählen will, warum sie daraus vor Jahren verschwunden ist.
Neben Annabel weiß auch Rachel zu überzeugen oder Ash, der Kameraassistent und Bels Love Interest. Überhaupt hat Holly Jackson hier sehr vielschichtige Figuren erschaffen und sie schafft es, mich lange im Unklaren darüber zu lassen, was hier eigentlich vorgeht, allein schon dafür verdient sie einen Daumen nach oben. Da es sich hier um ein Jugendbuch handelt, geht es nicht wirklich gewaltätig oder blutig zur Sache, das tut der Spannung allerdings keinen Abbruch, im Gegenteil, auch als Erwachsene habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.
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Auch wenn die Story an sich ein wenig an den Haaren herbeigezogen scheint, hat mich „The Reappearance of Rachel Price“ verdammt gut unterhalten, auch, weil die Handlung am Ende eine Richtung einschlägt, die iczh so nicht erwartet hätte. Dafür gibt es von mir wohlverdiente 4 von 5 Miezekatzen.
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