„Komm schon. Ein Gang, den es nicht geben kann, und am Ende eine riesige Tür. Willst du unbedingt von Monstern gefressen werden oder ein Portal zur Hölle öffnen oder was?“ (Seite 53)
![]()
Kara freut sich darauf, in dem wirklich sehr kuriosen Kuriositätenkabinett ihres Onkels auszuhelfen. Doch als sie dort eines Tages ein mysteriöses Loch in der Wand entdeckt, nimmt ihr Leben eine dramatische Wendung. Sie beginnt, die Gänge hinter der Wand zu erkunden – zusammen mit Simon, dem exzentrischen Barista aus dem Café. Das Loch erweist sich als Portal in eine wenig einladende parallele Welt, in der tückische Weidenbäume ein Eigenleben führen und unheimliche Gestalten hausen, von denen die meisten nicht gerade wohlgesonnen sind. Wenn man jetzt nur wüsste, wo nochmal der Ausgang war …
![]()
Als ihr Onkel ins Krankenhaus muss, übernimmt Kara seine Vertretung im Kuriositätenmuseum. Auf einem ihrer Rundgänge stößt sie auf ein Loch in der Wand, das zu einem Gang führt, der sie in eine fremde Welt voller Gefahren bringt.

![]()
Ich liebe die Bücher von T. Kingfisher, vor allem, weil ihre Held/innen erschreckend normal und durchschnittlich sind, keine Helden in strahlender Rüstung, sympathisch halt. Und so habe ich nach „Was die Toten bewegt“ und „Was die Nacht verbirgt“ auch bei „The hollow Places“ sofort zugeschlagen.
Hier dreht sich alles um Kara, die sich von ihrem Mann getrennt hat und nun wieder bei ihrer Mutter einziehen muss, zu der sie jetzt nicht das beste Verhältnis hat. Und so kommt ihr das Angebot ihres Onkels, der gesundheitlich angeschlagen ist, sehr entgegen. Earl betreibt das „Gotteslob-Museum für Naturwunder, Kuriositäten und Tierpräparate“, in dem seine Nichte schon als Teenager ausgeholfen hat und bietet ihr dort ein kleines Hinterzimmer an, wenn sie ihm ein wenig unter die Arme greift. Kara ist begeistert und fühlt sich zwischen all den skurilen Exponaten wie zu Hause, außerdem baut sie ein freundschaftliches Verhältnis zu Simon, dem Barista aus dem Café nebenan auf. Als Earl ins Krankenhaus muss und Kara das Museum allein leitet, entdeckt sie ein Loch in einer der Trockenbauwände des Museums, den sie zusammen mit Simon reparieren will. Hinter diesem Loch entdecken sie einen Gang, der sie in eine düstere, fremde Welt führt.
Leider kommt dieses Buch für mich nicht an die anderen der Autorin heran, was vielleicht auch daran liegt, dass ich Kara, der Protagonistin, keinen wirklichen Zugang gefunden habe. Dabei ist das Setting toll, schon allein Onkel Earls Museum bringt mein kleines schwarzes Herzchen zum Hüpfen. Wäre ich auf der Durchreise, würde ich diesem Ort auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Und dann die düstere Welt hinter der Wand, der meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, dabei bietet sie so viel Potenzial. Kurzum, ich hätte hier lieber mehr über das Museum und das geheimnisvolle Universum hinter dem Loch gelesen, als über Karas persönliche Probleme. Oder zu Onkel Earl, den ich irgendwie mehr mochte als die eigentliche Heldin, auch wenn er sehr leichtgläubig ist, aber er hat das Herz definitiv am rechten Fleck. Außerdem wirkt das Ende auf mich ein wenig wirr und nicht alle Fragen werden beantwortet.
„The hollow Places“ ist kein schlechtes Buch, im Gegensatz zu den anderen Werken von T. Kingfisher fehlt mir hier allerdings der letzte Kick. Die „andere“ Welt samt ihrer Bewohner war interessant, hat es aber nicht geschafft, mich zu fesseln, genauso wie die Protagonistin, darum vergebe ich 3,5 Miezekatzen.


