„Der Untergang des Hauses Usher“ – Edgar Allan Poe

“ … Ich betrachtete das Bild vor mir – das einsame Gebäude in seiner einförmigen Umgebung, die kahlen Mauern, die toten, wie leere Augenhöhlen starrenden Fenster, die paar Büschel dürrer Binsen, die weißschimmernden Stümpfe abgestorbener Bäume … “ (Seite 46)

Der Untergang des Hauses Usher, William Wilson, Der Doppelmord in der Rue Morgue, Hinab in den Maelström, Die Maske des roten Todes, Grube und Pendel, Der Goldkäfer und viele andere: Poe ist der unübertroffene Meister der Fantastik und des literarischen Grauens, der mit messerscharfer Feder die Nachtseite der menschlichen Seele seziert. Seine Erzählungen gehören seit Langem zum Kanon der Weltliteratur und haben Generationen von Schriftstellern nach ihm beeinflusst und begeistern die Leser bis heute. Dieser Band versammelt 19 unheimliche Geschichten, klassisch gebunden in Cabra-Leder, mit Prägung.

Die Anthologie „Der Untergang des Hauses Usher“ enthält die folgenden 19 Kurzgeschichten von Edgar Allen Poe: „Schweigen“, „Ligeia“, „Der Teufel im Glockenstuhl“, „Der Untergang des Hauses Usher“, „William Wilson“, „Der Mann in der Menge“, „Der Doppelmord in der Rue Morgue“, „Hinab in den Maelström“, „Die Insel der Fee“, „Eleonora“, „Die Maske des Roten Todes“, „Wassergrube und Pendel“, „Der Goldkäfer“, „Eine Erzählung aus den Ragged Mountains“, „Der entwendete Brief“, „Der Teufel der Verkehrtheit“, „Das Fass Amontillado“, „Der Herrschaftssitz Arnheim“, „Von Kempelen und seine Entdeckung“  

Als Teenager fand ich Edgar Allan Poe toll, die bedrückende Stimmung und der eher langsame Spannungsaufbau waren damals ganz nach meinem Geschmack. Dann habe ich jahrelang nichts mehr von ihm gelesen und so konnte ich an der in rotes Leder gebundenen Ausgabe aus dem Anaconda Verlag einfach nicht vorbeigehen. Und was soll ich sagen, einige seiner Geschichten wie „Die Maske des Roten Todes“, „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ und auch die Titelstory „Der Untergang des Hauses Usher“ haben in all den Jahren nichts von ihrer Faszination verloren. Gerade bei dem alten Usher Anwesen, das den Verfall seiner Bewohner widerspiegelt, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut, die Erzählung in der Ich-Perspektive macht das Ganze noch gruseliger. Immer wieder trifft man in Poes Geschichten auf verfallene Häuser, alte Keller oder Landschaften im Nebel, die er sehr stimmungsvoll, fast schon poetisch und dennoch düster beschreibt, seine Figuren hadern oft mit sich selbst, sind zerrissen von Schuldgefühlen, Trauer oder Wahnsinn. Die Sichtweise auf die Psyche seiner Charaktere und die immer wiederkehrende Symbolik macht seinen Schreibstil für mich ganz besonders. Trotzdem haben mich viele der Geschichten in diesem Buch erstaunlich kalt gelassen und irgendwie finde ich die Auswahl auch nicht so wirklich geglückt. Zum einen, weil das Cover zwar ein Rabe schmückt, Poes wohl bekanntestes Werk aber gar nicht enthalten ist, was, wie ich finde, einfach gar nicht geht. Zum anderen fehlen mit „Das verräterische Herz“ und „Der schwarze Kater“ zwei weitere wichtige Kurzgeschichten.

Wenn in einer Kurzgeschichtensammlung die wichtigsten Werke des Autors fehlen, passt irgendwas nicht, mich lässt das auf jeden Fall unzufrieden zurück und so sind hier nur 3 von 5 Miezekatzen drin, auch wenn die Aufmachung des Buches wirklich schön ist.

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