“ …Dann kippte sie sich mit weit aufgerissenen Augen langsam die Säure über ihre Stirn. Sofort färbte sich ihr Blickfeld blutrot. Gezackte Blitze folgten wie tanzende Dämonen, schließlich völlige Schwärze. …“ (Seite 7)
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Patel und Pardoe ermitteln in ihrem ersten Fall.
Eine junge Frau übergießt sich mit Schwefelsäure. Ein liebender Ehemann zerstückelt seine Frau. Eine Schulleiterin stößt ihre Schüler aus dem Fenster.
Wer oder was treibt die Menschen zu solch grausamen Taten?
Jerry Pardoe und Jamila Patel vom Polizeirevier Tooting im Süden Londons stehen vor einem Rätsel und vermuten ein Virus oder eine Modedroge als Ursache.
Doch als Kleidungsstücke beginnen, sich von selbst durch die Straßen zu bewegen, nimmt die Bedrohung eine völlig neue Dimension an …
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Eine junge Frau, die sich kurz vor ihrer Hochzeit mit Säure übergießt, ein in einem Kleidercontainer gefangener Teenager, eine Angestellte, die einen Mantel aus dem Second Hand Shop, in dem sie arbeitet, mitnimmt und während sie ihn trägt immer wütender auf ihren Freund wird. All diese Fälle haben eines gemeinsam: Kleidung, mit der man sich besser nicht anlegen sollte.

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Ach was habe ich mich gefreut, als in Festas Horror & Thriller Reihe nach einer halben Ewigkeit endlich wieder ein Buch von Graham Masterton angekündigt wurde, auch wenn das Cover so gar nicht meins war und der Klappentext mich nicht von Hocker gehauen hat. Aber immerhin, ein Masterton, der muss doch gut sein, oder? Oder? Nach genmanipulierten Schweinen, Panzern und Serienmördern übernimmt diesmal Kleidung der böse Antagonist, klingt verrückt und ist es auch Hauptrolle.
Der Einstieg in die Geschichte ist gelungen und blutig, denn als Leser schaue ich Samira über die Schulter, einer jungen Pakistani, die kurz vor ihrer Hochzeit steht. Doch anstatt ihr Hochzeitskleid anzuprobieren oder von Familienplanung zu träumen, schüttet sie sich Säure ins Gesicht und so erwartet DC Jerry Pardoe und seine Vorgesetzte Jamila Patel ein grauenhafter Anblick. Doch es bleibt nicht bei einer Toten, nein, in London kommt es immer wieder zu seltsamen Vorkommnissen und Todesfällen, immer scheint gebrauchte Kleidung dabei eine Rolle zu spielen.
Hört sich verrückt an, ist es auch irgendwie, für mich aber leider auf keine gute Weise. Mäntel, Jacken und Hemden, die mordend durch die Gegend ziehen und Passanten brutal Körperteile abreißen, Graham Masterton hat sich hier eine sehr besondere Story ausgedacht, in der er zeigt, was passiert, wenn der Inhalt des Kleiderschrankes zum Leben erwacht. Doch auch wenn ich noch nichts in dieser Richtung gelesen habe, außer vielleicht „Blind“ von Joe Hill, war es mir das Ganze am Ende zu unrealistisch, ich kann die Mörderklamotten einfach nicht ernst nehmen und auch zu den beiden Ermittlern nicht wirklich eine Beziehung aufbauen. Während Pardoe gefühlt das halbe Buch über seine Vorgesetzte anschmachtet und sich bei mir damit so ein bisschen ins Aus schießt, erzählt Patel zumindest hin und wieder mal etwas über die Mythen und Legenden ihrer Heimat Pakistan und kann damit mehr punkten. Doch trotz der Gewalt, die Graham Masterton immer wieder sehr bildhaft schildert und dem außergewöhnlichen Thema, kommt keine rechte Spannung auf, ein paar Seiten weniger wären hier vielleicht ganz gut gewesen. Was mich jedoch am meisten gestört hat, ist die Aufklärung am Ende, die irgendwie einfallslos und halb gar wirkt. Ich rate immer gern, wer der Täter und was sein Motiv ist, das funktioniert hier allerdings gar nicht und hinterlässt ein schales Gefühl, so dass „Ghost Virus“ in meinem Masterton Ranking weit unten landet. Schade eigentlich, denn hier wäre storytechnisch wesentlich mehr dringewesen.
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Ich liebe Graham Masterton, aber so leid es mir auch tut, „Ghost Virus“ war leider nicht meins und das lag nicht nur an den unglaubwürdigen Ereignissen, sondern auch an den beiden Ermittlern, die für mich absolut austauschbar waren. Schade, aber mehr als 3 von 5 Miezekatzen sind hier nicht drin.


