„Das Grauen von Cape De Ville 2“ – G. S. Foster

“ … Bis heute schöpfte niemand Verdacht, dass Xander Ripley gar nicht Xander Ripley war. Und dass er den Untergang von Cape De Ville nur deswegen überlebt hatte, weil er allein dafür verantwortlich war. …“

Ein Jahr nachdem der Schriftsteller Xander Ripley die Zerstörung des Küstenstädtchens Cape de Ville überlebt hat, befindet er sich auf einer Lesereise quer durch die Vereinigten Staaten. In den Städten, die Xander dabei besucht, verschwinden unter mysteriösen Umständen unzählige Menschen. Männer, Frauen und Kinder sind von heute auf morgen wie vom Erdboden verschluckt. Nie werden Leichen gefunden, nie gibt es Hinweise oder Zeugen. Während die Polizeibehörden im Dunkeln tappen und keinen Zusammenhang zwischen dem Schriftsteller und den Vermisstenfällen herstellen, schöpft Xanders Tochter Olivia einen grausamen Verdacht. Sie hat längst bemerkt, dass sich ihr Vater seit seinem Aufenthalt in dem Leuchtturm vor der Küste von Massachusetts verändert hat. Cape De Ville mag zerstört worden sein, doch das Grauen, das die Stadt terrorisiert hat, existiert offenbar weiter. Und es scheint tödlicher denn je …

Die Zerstöruing des Küstenstädtchens Cape De Ville hat viele Opfer gefordert, nur der Autor Xander Ripley, der dort seiner Schreibblockade zu entkommen hoffte, hat überlebt und sein eues Buch ist ein gefeierter Bestseller, mit dem er auf Tour ist. Dass der echte Xander längst nicht mehr existiert und das Monster Tommy seinen Körper übernommen hat, ahnt keiner und Tommy hat einen unstillbaren Hunger auf frischer Menschenfleisch. Nur Olivia, Xanders Tochter, fällt auf, dass ihr Vater sich verändert hat und seltsam kalt geworden ist.

Was für ein irrer Trip.
„Das Grauen von Cape De Ville 2“ beginnt so, wie der Vorgänger endet, mit jeder Menge Blut und Saugnäpfen, denn Tommy, das Tentakelwesen aus dem Leuchtturm hat sich im Körper des Bestsellerautors Xander Ripley häuslich eingerichtet und ist auf Lesereise. Im Hotel, in dem er gerade abgestiegen ist, verrät ein Angestellter einem Fan seine Zimmernummer. Als sich schließlich dessen schlechtes Gewissen meldet und er nach dem Rechten sehen will, trifft er im Gang auf eine völlig verängstigte Frau. Die beiden haben gegen den Schreiberling keine Chance und landen auf dessen Speiseplan. Doch der Hotelangestellte hat einen Freund, der nach ihm sucht und immer wieder bei der Polizei auftaucht und ihnen erzählt, dass er Xander Ripley verdächtigt, etwas mit dem Verschwinden seines Partners zu tun zu haben. Und als er keine Unterstützung bekommt, reist er dem Autor hinterher in der Hoffnung, auf Beweise zu stoßen. Auch Xanders Tochter ist unterwegs zu ihrem Dad. Sie hat Semesterferien und ist es leid, ständig mit ein paar schroffen Worten abgefertigt zu werden, so kennt sie ihren Vater nicht  und beschließt, ihn ein paar Tage auf seiner Lesereise zu begleiten. Der Empfang ist frostig und während sie größtenteils ignoriert wird, trifft sie immer wieder auf Pedro, der ihren Dad für einen Killer hält.
Ach was habe ich mich gefreut, der gute alte Tommy treibt erneut sein Unwesen und hinterlässt, wer hätte das gedacht, stapelweise brutal zugerichtete Leichen. Man macht es ihm aber auch leicht, denn im Körper von Xander Ripley, dem einzigen Überlebenden von Cape De Ville, ist er unterwegs um Werbung für sein Buch zu machen und trifft so immer wieder auf neue Bekanntschaften, ähm schmackhaftes Futter. Außer seiner Tochter Olivia findet es scheinbar niemand seltsam, wie sehr er verändert hat. Aber in der derangierten Körperhülle ist auch noch ein kleiner Teil von Xander vorhanden, dem es hin und wieder unter großen Anstrengungen gelingt, die Kontrolle zu übernehmen. Und er weiß eines, sein ungeliebter Wirt muss sterben. Obwohl der „richtige“ Xander nicht viele und vor allem kurze Auftritte hat, finde ich gerade die sehr fesselnd, denn sie zeigen, wie sehr er leidet und wie wenig er gegen all das tun kann. Er muss sich auf seine Tochter verlassen, die sich in einer sehr schwierigen Lage befindet, denn einerseits liebt sie ihren Vater, andererseits erkennt sie schnell, dass das Wesen wenig mit ihm gemein hat und ist so hin und hergerissen. Ganz im Gegensatz zu Pedro, der vor allem eines will: Rache. Was soll ich sage, ich kann ihn verstehen und mag seinen Charakter unheimlich gern und finde es toll, dass G. S. Foster seinem schleimigen Tentakelwesen auch noch eine zweite Runde spendiert hat. Nachdem der Vorgänger sich wie eine gruselige Stephen King Kleinstadtgeschichte liest, geht es diesmal auf einen blutigen Roadtrip, der keinem der Teilnehmer etwas schenkt.
Unbedingt lesen, was soll ich mehr schreiben.^^

Ein Wesen, dass sich eines menschlichen Körpers bemächtigt, um sich auf eine kulinarische Reise quer durch Amerika zu begeben, was für eine durchgeknallte Story ist das denn bitte. Abgesehen davon hat G. S. Foster auch hier wieder sehr dreidimensionale Figuren erschaffen, mit denen man sich ohne Probleme identifizieren kann, mit denen man leidet und ab und an auch mal triumphiert. Dafür gibt es von mir 4 von 5 Miezekatzen.

01. „Das Grauen von Cape De Ville“
02. „Das Grauen von Cape De Ville 2“

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