„Was ist dein Preis?“ – Matt Shaw

… „Diese Leute … Sie haben alle nichts gemein sam?“ „Nee. Jeder ist was ganz Eigenes. Jeder für sich so ein richtiges Individuum. Es ist sinnlos, Leute zu nehmen, die alle ähnlich sind. Dann würden wir nie finden, was wir suchen …“
„Und das wäre?“ … (Seite 19)

Das Spiel ist ganz einfach. Jeder Teilnehmer gibt ein Gebot ab, für welchen Preis er eine bestimmte Aufgabe erledigen will. Bietet man zu hoch, ist man raus aus dem Spiel.
Die Person, die am wenigsten verlangt, muss am Ende die Aufgabe erledigen. Egal wie eklig oder gefährlich sie ist. Ein Zurück gibt es nicht!!!
Wer leitet dieses perverse Spiel? Und warum?

Fremde treten gegen Fremde an in Matt Shaws neuestem Extreme-Horror-Roman.

Brian, Simone, Michelle, Jennifer, Laura, Dean, Audra, Trudy, Billy und Svenja haben etwas gemeinsam, sie alle erhielten eine Einladung zu einem Spiel, bei dem dem Sieger eine Menge Kohle versprochen wird, worum es dabei allerdings genau geht, weiß keiner von ihnen. Geld brauchen sie alle, sei es für die bevorstehende Trennung vom Ehemann, zur Begleichung von Spielschulden oder schlicht und ergreifend, um sich einen Pool im Garten zuzulegen.
Es scheint ganz einfach zu sein, 10 Aufgaben und sie müssen nur angeben, für welchen Preis sie bereit sind, das geforderte zu tun, wer am Ende die niedrigste Summe auf seinem Zettel stehen hat, bekommt das Geld, allerdings nicht, ohne vorher auch alle Aufgaben zu erledigen.
Was also ist dein Preis?  

Matt Shaw hält uns in „Was ist dein Preis?“ erneut einen Spiegel vor, denn die meisten Menschen tun immer so verdammt moralisch, was gut oder böse, richtig oder falsch ist, ist genau definiert. Ganz anders sieht es allerdings aus, wenn Geld ins Spiel kommt, dann werfen wir all unsere Bedenken gern schnell mal über Bord.
Je dringender man Knete braucht, umso mehr ist man dafür zu tun bereit und das nutzen die Spielleiter natürlich gnadenlos aus. Zwar sind Steven und Nate nur zwei Rädchen im Getriebe, sie erledigen lediglich ihren Job, allzu viele Skrupel haben sie dabei jedoch nicht. Bei Nate ist das klar, immerhin ist er schon einige Jahre dabei und dementsprechend abgestumpft, für Steven hingegen ist es der erste Arbeitstag und er scheint recht schnell Gefallen an seinem neuen Job zu finden.
Was mich ein wenig verwundert, ist, dass er nichts wirklich hinterfragt.
Die Probanden hingegen wirken recht austauschbar, außer dem Grund ihrer Teilnahme erfährt man nicht wirklich viel über sie und das ist auch gar nicht nötig, sie dienen einfach nur dazu, sämtliche Reaktionen auf die gestellten Aufgaben abzudecken. Matt Shaw lässt den Leser dabei an den Gedankengängen der Spieler teilhaben, so fühlt man sich fast wie live dabei.
Einen Favoriten hatte ich nicht, klar gibt es den Einen oder Anderen, dem man den Sieg gönnt, oder eben nicht, aber mitgefiebert habe ich mit keinem.
Nachdem feststeht, wer der Sieger ist, hat das Buch für mich dann leider seinen Reiz verloren, denn wieder einmal kommt alles anders als gedacht, allerdings gefiel mir die Wendung diesmal gar nicht. Das Hin- und Herspringen in der Zeit und die verschiedenen Erzählperspektiven fand ich hier eher nervig. 

So ganz glücklich macht mich „Was ist dein Preis?“ aus der Festa Extrem Reihe nicht.
Während ich erste Hälfte durchaus gelungen fand und ab und an ans „Dschungelcamp“ denken musste, ging es in der zweiten bergab.
Natürlich weiß ich, dass bei Matt Shaw selten das passiert, was man erwartet, gerade das macht einen gewissen Reiz aus. Bisher war ich damit immer zufrieden, man weiß halt vorher nie, wohin die Reise führt, aber diesmal war ich leider enttäuscht.
Sorry Matt, aber mehr als 3 von 5 Miezekatzen sind diesmal einfach nicht drin.

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