„Cupido“ – Jilliane Hoffman

“ … Sie rechneten mit einem ausgewiesenem Ungeheuer, einem schmierigen, ekelhaften, dreiäugigen Monster mit Mundgeruch und einem Messer, in dem sie auf den ersten Blick Cupido erkennen würden. Aber nicht mit einem charmanten Cappuccino-Trinker in Armani-Anzug mit Rolex, Jaguar und dem perfekten Lächeln. …“ (Seite 124)

Der Albtraum jeder Frau:
Du kommst abends in dein Apartment. Du bist allein. Alles scheint wie immer, nur ein paar Kleinigkeiten lassen dich stutzen. Du kümmerst dich nicht darum. Du gehst schlafen. Und auf diesen Moment hat der Mann, der unter deinem Fenster lauert, nur gewartet …

C. J. Townsends arbeitet als Staatsanwältin und ihr neuer Fall bringt sie an den Rande des vollkommenen Zusammenbruchs.
Seit Jahren werden in Miami junge blonde Frauen ermordet, ihnen wird der Brustkorb aufgebrochen und das Herz entnommen. Nun ist Willian Bantling der Polizei durch Zufall ins Netz gegangen und alles spricht dafür, dass er der gesuchte Mörder ist, doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig und in C. J. keimt ein böser Verdacht …

„Cupido“ ist kein geringerer als Amor, der Gott der Liebe und Begierde.
Wenn man bedenkt, dass der Killer im Buch jungen Frauen im wahrsten Sinne des Wortes ihr Herz stiehlt, ist der Titel doch sehr treffend.^^
Eigentlich ist das Buch ein Gerichtsthriller, aber wer jetzt schon voreilig mit den Augen rollt, der irrt sich, denn „Cupido“ ist alles andere als langweilig, auch wenn die Gerichtsverhandlung einen großen Teil der Handlung ausmacht. Aber da ist noch so viel mehr, denn C. J. ist keine „gewöhnliche“ Anwältin und handelt nicht immer ganz legal. Warum sie das tut, würde an dieser Stelle einfach zu viel verraten, aber ich kann zumindest sagen, dass ich ihre Handlungen voll und ganz nachvollziehen kann, auch wenn ich nicht alles gutheiße.
Ihr Gegenspieler William Bantling hingegen ist ein aalglatter Schönling und sich sicher, dass er aus der ganzen Sache als Sieger hervorgeht, dass gibt er auch C. J. immer wieder zu verstehen.
Doch in die Enge getriebene Frauen sind gefährlich und nicht zu unterschätzen.
Neben der Verhandlung vor Gericht spielt auch die Ermittlungsarbeit eine große Rolle, gerade die finde ich ja immer sehr faszinierend, ich mag es, wenn man den Ermittlern sozusagen über die Schulter schauen kann und genau das ist hier der Fall. 
Jillian Hoffman hat ihren Figuren leben eingehaucht, sie haben eine Hintergrundgeschichte, allen vorweg natürlich C. J., gerade bei ihr versteht man genau, warum sie tut, was sie tut. Aber auch die anderen Charaktere sind mehr als bloß Randfiguren, den mitfühlenden Dominick schließt man genauso schnell ins Herz wie seinen Partner Manny, für Bantling hingegen hat man von Anfang an nichts als Abscheu übrig.
Nebenbei gibt Jillian Hoffman dem Leser noch einen Einblick in den Alltag vor Gericht, für sie nicht schwer, hat sie doch selbst jahrelang als Anwältin gearbeitet und die Polizei bei Ermittlungen unterstützt, dieses Wissen merkt man dem Buch auch an.
Zum Abschluss muss ich noch sagen, dass ich die Weltbildausgabe gelesen habe, da gab es damals die ersten drei Bände der Reihe als Paket und daran konnte ich nicht vorbeigehen. Leider hab ich dazu aber keinen Preis mehr, also habe ich die Angaben aus der aktuellen Taschenbuchausgabe von Rowohlt übernommen. Allerdings hat mein Buch 560 statt der da angegebenen 476 Seiten, meine Seitenangabe beim Zitat bezieht sich also auf das Weltbild-Exemplar, nur, falls sich jemand wundern sollte.^^

„Cupido“ ist ein spannender Thriller, der nicht an Grausamkeiten spart und einen Einblick in die  Ermittlungsarbeit der Polizei und die darauf aufbauende Verhandlung vor Gericht gibt.
Ich bin gespannt auf die Fortsetzung, aber erstmal vergebe ich 4 von 5 Miezekatzen für den ersten Band der Reihe rund um die Anwältin C. J. Townsend.

C.-J.-Townsend-Reihe:
01. „Cupido“
02. „Morpheus“
03. „Argus“
04. „Nemesis“

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