„Blutige Schuld“ – Marc Prescher

… Ihr Blut spritzte bis in Stefans Gesicht. Angewidert wischte er sich mit dem Handrücken über seine Haut.
„Ekelhaft! Du blutest mich voll. Warum tust du das?“ …

 Tauchen Sie ab, in die kranke Psyche eines Killers! Stefan ist ein junger Mann auf der Suche nach der wahren Liebe. Er glaubt, sie in Heike gefunden zu haben. Doch nach einer kurzen, glücklichen Zeit schleichen sich die ersten Probleme in die Beziehung ein. Stefan erdrückt Heike mit seiner Zuneigung. Er neigt dazu, sie zu kontrollieren, und treibt es soweit, dass sie das Haus nicht mehr alleine verlassen darf. Die Situation eskaliert und es kommt zu einem Gewaltausbruch. Für Stefan war es nur ein harmloser kleiner Schlag. Für Heike bedeutete es das Ende der Beziehung. Stefan findet am nächsten Tag ein leeres Haus vor. Von Selbstzweifeln und Wut gequält, beginnt er einen blutigen Rachefeldzug. Frauen sollen seine Opfer sein. Er will sie bestrafen für ihr lasterhaftes, verdorbenes Leben. Alles gipfelt in der Entführung einer jungen Frau. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf und ein Strudel der Gewalt reißt alles mit sich in den Abgrund! Was tust du, wenn du in den Krallen eines Psychopathen gefangen bist?

Stefan ist seine Freundin viel zu eigenständig. Als sie alleine ausgehen will, wird er handgreiflich. Für sie ist der Faustschlag das das Ende der Beziehung, Stefan jedoch fühlt sich verraten und verkauft, wie kann man nur so überreagieren?
Frauen sind eh ein komisches Volk, also müssen sie leiden für das, was Heike ihm angetan hat.

Stefan ist 30, ein Ekel, ein Kotzbrocken, an ihm kann man leider überhaupt nichts positives finden. Er hält sich für Gottes Geschenk an die Menschheit und ist vorzeigbar, so fällt es ihm nicht wirklich schwer, Frauen kennenzulernen.
Und natürlich war er in seiner Kindheit selbst ein Opfer, was seine Taten wohl zumindest ein bisschen rechtfertigen soll. Dennoch bin ich der Meinung, dass jeder für sich selbst entscheidet, welchen Weg er wählt, immerhin wird nicht jeder mit einer schweren Kindheit auch ein Verbrecher.
Schon allein deswegen habe ich als Leser absolut kein Verständnis für seinen Rachefeldzug.
Seine ständigen Selbstgespräche fand ich persönlich nervig, auch die herablassende Art und Weise, wie er mit seinen Opfern redet, trugen für mich nicht unbedingt zum Lesevergnügen bei, alles, was ich die ganze Zeit über dachte, war: Was für ein Arschloch.
Lediglich das ältere Ehepaar, das neben Stefan wohnt, war mir sympathisch, vor allem Hans Huber, der eine sehr lebhafte Fantasie hat.
„Blutige Schuld“ ist brutal, ja, trotzdem hat es die Story nicht geschafft, mich zu fesseln.
Natürlich wollte ich dennoch wissen, wie das Ganze am Ende ausgeht, aber auch das hat mich dann leider nicht mehr vom Hocker gerissen.

„Blutige Schuld“ war mein erstes Buch von Marc Prescher und leider für mich nur Durchschnittskost, was wohl auch an dem durch und durch unsympathischen Hauptcharakter lag, der mich einfach nur genervt hat, sobald er den Mund aufgemacht hat.
Deshalb vergebe ich 3 von 5 Miezekatzen und hoffe, dass mir „Stiller Schrei“, das ich noch hier liegen hab, mehr zusagt.

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