„Erebos 2“ Ursula Poznanski

Mit einem Schlag waren alle Erinnerungen an die Wochen, in denen das Spiel sein Leben bestimmt hatte, wieder da. All die Gefühle, die sein sechzehnjähriges Ich damals durchlebt hatte.
»Scheiße«, flüsterte er. … (Seite 11-12)

EREBOS IST ZURÜCK …UND HAT DAZUGELERNT
Als Nick auf seinem Smartphone ein vertrautes Icon in Gestalt eines roten E entdeckt, glaubt er zuerst an einen Zufall. Aber dann wird ihm klar: Erebos hat ihn wiedergefunden …
Der sechzehnjährige Derek hingegen ist nur kurz misstrauisch, als das rote E auf seinem Handy aufleuchtet. Zu spät begreift er, dass er selbst zu einer Spielfigur geworden ist. Und es um viel mehr geht, als er sich je hätte vorstellen können …

10 Jahre sind vergangen, Nick studiert inzwischen und arbeitet nebenbei als Fotograf, als er das rote E auf seinem Handy entdeckt. All die Erinnerungen und Gefühle kommen wieder hoch, als er erneut zum Spielen aufgefordert wird, doch er weigert sich.
Das hat Konsequenzen, plötzlich verschwinden die frisch geschossenen Hochzeitsbilder, die er eigentlich bearbeiten wollte, von seinem Rechner. Will er sie zurückhaben, bleibt ihm nichts anderes, als erneut in die Welt von Erebos abzutauchen.

„Erebos 2“ spielt 10 Jahre nach dem ersten Teil, Nick ist inzwischen erwachsen und auch die Technik hat sich weiterentwickelt. So muss man das Spiel nicht mehr installieren, nein, es sucht sich seine Spieler selbst auch und unglücklicherweise ist auch Nick wieder einer von ihnen.
Schnell muss er feststellen, dass es jetzt viel leichter ist, die Zocker zu überzeugen, denn das Internet bietet unendliche Möglichkeiten.
Neu ist auch, dass der Leser diesmal zwei Charaktere begleitet, Nick, der von Anfang an nicht freiwillig bei der Sache ist und den 16-jährigen Derek, der zunächst ziemlich angetan ist.
Beide tauchen tief in die Welt von Erebos ein, die noch gruseliger ist und in der es einige Neuerungen gibt. Die alten Regeln gelten jedoch immer noch, spiele nur, wenn du allein bist und rede mit niemandem darüber.
Die Art und Weise, wie das Spiel jetzt reagiert, ist äußerst perfide, die Folgen, sollte man sich weigern, sind wesentlich drastischer als ein Ausschluss aus dem Spiel.
Natürlich hat vor allem Nick daran zu knabbern, denn er ist noch immer derselbe Hitzkopf wie damals und sieht es nicht ein, auf Kosten anderer voranzukommen, aber genau dafür mag ich ihn, er denkt nach, rennt nicht einfach los, schließlich weiß er inzwischen, dass all die Quests im Spiel auf ein ganz bestimmtes Ziel hinarbeiten. Natürlich kennt er dass nicht, sicher ist allerdings, dass dabei nichts Gutes herauskommt.
Ursula Poznanski hat die Spielwelt erneut toll beschrieben, sie hat mich an einige Online-Games erinnert, die ich selbst gespielt habe, natürlich auf ganz normalem Wege, ohne Zwang und bösartigen Aufträgen, wobei, ab und an waren die auch etwas garstig.^^
Die Autorin hat Charaktere aus dem Leben gegriffen, man versteht, warum sie am Ball bleiben müssen, auch wenn ihnen nicht gefällt, was sie tun. Der Schreibstil ist auch in „Erebos 2“ auf das Zielpublikum zugeschnitten, es gibt keine endlos langen Schachtelsätze, stattdessen geht es zackig zur Sache.
Toll fand ich außerdem, dass es ein Wiedersehen mit einigen Charakteren aus dem ersten Teil gibt.

Auch „Erebos 2“ hat mich wieder gefesselt, allerdings fand ich die Auflösung diesmal doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Ganz glücklich war ich mit ihr auf jeden Fall nicht und so ist meine Bewertung auch ein bisschen schlechter als beim letzten Mal, aber es gibt immer noch gute 4 von 5 Miezekatzen. Wer Band 1 gelesen hat, wird sich auch in der Fortsetzung sofort heimisch fühlen. 

„Erebos“
„Erebos 2“

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