„Der Exorzismus der Ivy Good“ – M. H. Steinmetz

“ … Das Böse leitet sie. Es wird ihren Körper dazu zwingen, ihn benutzen, bis er nicht mehr funktioniert. Sie verbrauchen wie eine Batterie. Es ist stets das gleiche Spiel. …“

Ivy Good hat das vernichtende Feuer in der Hütte überlebt. Nackt und verzweifelt irrt sie durch die dichten Wälder der Black Hills, einem unbekannten Ziel entgegen. Noch immer tobt in ihr der erbarmungslose Kampf gegen das Wesen mit den vielen Namen, das in ihr haust. Wie ein Parasit nährt es sich von ihrem Verstand und treibt sie allmählich in den Wahnsinn. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ihr Geist daran zerbrechen wird.

Noch besteht Hoffnung, denn Vater Marcus, Gottes Bluthund, hat ihre Spur aufgenommen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Nur wenn Marcus zurück zum Glauben findet, kann es ihm gelingen, das Böse zu besiegen und Ivys Seele zu retten. Doch wer wird am Ende obsiegen?

Der Exorzismus der Ivy Good“ setzt dort ein, wo „Die Heimsuchung der Ivy Good“ ziemlich abrupt endete. Ivy ist es gelungen, aus der Hütte zu entkommen und sie macht sich auf den Weg zum Devils‘ Tower, nicht ohne sich vorher noch einen kleinen Snack in Form von ein paar Campern zu gönnen.
Auch Seth ist dorthin unterwegs, gefolgt von Vater Marcus, Schwester Claire und dem Sheriff. …

Wäre nicht alle paar Minuten irgendwo ein weibliches Genital aufgeklafft, hätte ich den zweiten Teil tatsächlich mehr genossen als den ersten, auch wenn ich die Charaktere immer noch etwas arg klischeehaft finde, aber M. H. Steinmetz hat das zumindest bis zum bitteren Ende durchgezogen. Hat mich im Vorgänger schon genervt, dass alles irgendwie mit einer aufklaffenden Vagina verglichen wird (allerdings wird dieser Begriff eher selten verwendet, eher das böse F-Wort, dass ich ja nicht schreiben darf^^) so hab ich hier das Gefühl, das Ganze hat sich nochmal deutlich gesteigert. Ich kam mir fast so ein bisschen vor wie bei Laymon mit seinem Titten-Fetisch.
Nein, ich habe kein Problem mit solchen Formulierungen, aber hier wird diese immer und immer wieder wiederholt, bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit und das hat mir das Lesevergnügen schon irgendwie ein bisschen madig gemacht, ich hab mich selbst dabei ertappt, dass ich auf jeder Seite danach gesucht habe.^^
Die Story hingegen mag ich nach wie vor, sie ist düster, dreckig, brutal und wird passend zu Ende gebracht. Auch Ivys „Ausflüge“ mit Vanessa fand ich toll, auch wenn sie mich erstmal etwas verwirrt haben. Ich persönlich mag es ja, eine Story aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und auch die Rückblicke zum Beginn der einzelnen Kapitel fand ich sehr gelungen.
Mit den beiden Gottesvertretern hingegen tue ich mich immer noch schwer, der saufende, zweifelnde Gottesmann und die sich selbst geißelnde sexy Nonne waren mir zu viel des Guten, ich hätte gern mal einen außergewöhnlichen Kirchendiener.
Dafür mochte ich den Ausflug in die Mythologie zum Weltenbaum und ins alte Ägypten sehr gern, das Buch war für mich fast so etwas wie eine Herausforderung, denn es gab nicht wenige Dinge, die mir nicht zusagten, aber im Ausgleich gab es auch immer wieder Dinge, die mir sehr zusagen, ein ständiges Auf und Ab sozusagen.    

Wie ich oben schon schrieb, fällt es etwas schwerer als gewöhnlich, dieses Buch zu bewerten.
„Der Exorzismus der Ivy Goods“ hat mich mit dem Kopf schütteln lassen, ein „Ach nee, nicht schon wieder“ auf den Lippen, es hat mich aber auch mitgerissen. Am Ende tendiere ich zu 3,5 von 5 Miezekatzen, denn natürlich wollte ich unbedingt wissen, ob es noch Rettung für Ivys arme Seele gibt und habe so über die für mich etwas zu stereotypen Figuren und immer wieder erwähnten Vaginas hinweggesehen.^^
Wer es also blutig und brutal mag und nix gegen durchgeknallte Frauen hat, für den wäre ein Ausflug zum Devils‘ Tower, den es übrigens wirklich gibt, vielleicht genau das richtige.

01. „Die Heimsuchung der Ivy Good“
02. „Der Exorzismus der Ivy Good“

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.