„Das letzte Haus in der Needless Street“ – Catriona Ward

“ … Wie viele Male kann sich jemand verbiegen, bevor er für immer bricht? Man muss aufpassen, wenn man mit gebrochenen Dingen umgeht; manchmal geben sie nach und brechen wiederum andere. …“ (Seite 323)

Dies ist die Geschichte von Ted, der mit seiner Tochter Lauren und der Katze Olivia in einem gewöhnlichen Haus am Ende einer gewöhnlichen Straße lebt.

Lulu, die kleine Schwester von Dee, ist vor Jahren auf mysteriöse Weise verschwunden. Man glaubt, dass sie ermordet wurde.
Als Hauptverdächtiger galt damals der Einzelgänger Ted – ein eigenartiger Mann, der an einer Entwicklungsstörung leidet. Die Anschuldigung eines solch abscheulichen Verbrechens haben sich zudem äußerst nachteilig auf sein Leben ausgewirkt.
Dee ist inzwischen erwachsen, aber immer noch fest entschlossen herauszufinden, was Lulu angetan wurde. Deshalb mietet sie ein Haus in der Needless Street und beobachtet das merkwürdige Treiben des Mannes aus der Sicherheit ihres neuen Zuhauses.
Als ein Nachbar verschwindet und sich weitere seltsame Dinge ereignen, fällt der Verdacht erneut auf Ted … Kann Dee das Monster endlich demaskieren?

Ein höllisch gut geschriebenes Psycho-Puzzle.

Du glaubst du weißt, was im letzten Haus in der Needless Street passiert? Tja, du liegst auf jeden Fall falsch.

Ted hat es nicht so mit seinen Mitmenschen, bis auf seine Katze Olivia und Tochter Lauren führt er ein zurückgezogenes Leben.Dann taucht Dee in der Nachbarschaft auf, die überzeugt davon ist, Ted habe etwas mit dem Verschwinden ihrer kleinen Schwester zu tun. Sie fängt an, den seltsamen Mann zu beobachten, überzeugt von seiner Schuld. Das Aufeinandertreffen der beiden setzt etwas in Gang, das sich nicht mehr aufhalten lässt …

Catriona Wards „Das letzte Haus in der Needless Street“ ist ein Buch, dass die Leserschaft spaltet, denn man muss sich darauf einlassen. Hat man das getan, bekommt man keine leichte Kost serviert, soviel ist schon zu Beginn klar. Da ist Ted, der zurückgezogen in seinem Haus am Ende der Straße lebt. Nur seine Tochter Lauren kommt ihn besuchen, aber mit dem Mädchen scheint etwas nicht zu stimmen, selbst Katze Olivia bemerkt das. Und noch einiges mehr, wie sie uns immer wieder mitteilt. Gerade ihre Kapitel fand ich als Katzenbesitzerin sehr interessant und herzerwärmend, aber auch grausam. Doch nicht nur Olivia plaudert aus dem Nähkästchen, auch Ted und seine Gegenspielerin Dee kommen zu Wort, ebenso wie Lauren. Auch ohne die Kapitelüberschriften ist es nicht schwer herauszufinden, wer gerade erzählt, denn alle Charaktere sind grundverschieden und mal ehrlich, wer kommt schon auf die verrückte Idee, die Katze ihre Sicht der Dinge schildern zu lassen?
Catriona Ward hat hier sehr widersprüchliche Figuren erschaffen, allen voran natürlich Ted, der einem einerseits leid tut, aber da ist eben auch so ein komisches Gefühl, dass sich immer wieder zu Wort meldet. Ähnlich ist es bei Dee. Man kann durchaus nachvollziehen, was sie antreibt, aber trotzdem … Es ist schwer, etwas darüber zu schreiben, ohne zu spoilern und mindestens genauso schwer ist es für mich, das Buch einem Genre zuzuordnen, also lass ich es einfach mal unter Thriller laufen, auch wenn das den Nagel nicht wirklich auf den Kopf trifft, denn „Das letzte Haus in der Needless Street“ ist so viel mehr.

Was soll ich noch sagen außer unbedingt lesen? Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass dieses Buch sehr düster ist und den Leser an dunkle Orte entführt, denen einige besser fernbleiben sollten. Und trotz allem ist in dieser Finsternis zwischen den Seiten so viel Poesie versteckt, dafür gibt es einen fetten Daumen hoch für die Autorin. Lange Rede, kurzer Sinn, für „Das letzte Haus in der Needless Street“ vergebe ich 4,5 von 5 Miezekatzen und hoffe, es gibt bald neuen Lesestoff von der Autorin.

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