„In finsterer Nacht“ – Marc Prescher

“ … »Was ist los?«, fragte Janine besorgt. Ihr Blick war auf die untergehende Sonne gerichtet. Der Gedanke in der Finsternis durch dieses unbekannte Gebiet zu wandern, ließ ihr eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Sie fürchtete sich ja schon davor, nachts, in ihrer eigenen Wohnung, im Dunkeln auf die Toilette zu gehen …“

Olaf und Janine freuen sich auf ein paar schöne Urlaubstage in trauter Zweisamkeit in Schottland.
Doch bereits am ersten Tag ihres Trips, auf dem Weg zur Pension,
zwingt ein aufziehendes Unwetter die beiden von ihrer geplanten Route abzuweichen.
Als sie feststellen, dass sie sich verirrt haben, ist es schon zu spät.
Irgendetwas scheint durch die Dunkelheit zu schleichen,
sie zu beobachten und ihnen zu folgen.
Getrieben von der Angst hasten sie vorwärts, und schöpfen wieder Hoffnung,
als sie in der Ferne ein Licht auftauchen sehen.
Schnell und voller Zuversicht begeben sie sich dorthin.
Doch das war ein tödlicher Fehler!
Denn am Ursprung des Lichts wartet ein Ort der Qualen auf sie, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.
Ein blutrünstiger Psychopath hat es dort auf die beiden abgesehen, und wird nicht eher ruhen, bis er ihr Blut vergossen hat…
Ein packender Horrorthriller, der an den Nerven zerrt!

Eine kleine Wanderung durchs Moor bis zum Hotel soll den Urlaub von Janine und Olaf einleiten. Doch die Dunkelheit kommt schneller als gedacht und von der Unterkunft gibt es weit und breit keine Spur. Dafür scheint sie etwas zu verfolgen und das ausgerechnet, nachdem Olaf eine Horrorgeschichte über einen Geisterhund zum Besten gegeben hat. Auf der Flucht vor dem Vierbeiner treffen sie auf einer verlassenen Straße auf Andrea und Melanie, die dasselbe Ziel haben. Nun im Auto unterwegs finden die Vier schließlich ein altes baufälliges Gebäude.  Ihre gebuchte Unterkunft scheint schon seit langer Zeit verlassen, aber zumindest für die Nacht sollte sie Zuflucht bieten …

Ab und an greift man bei der Buchauswahl natürlich auch mal daneben, das passiert mir zwar relativ selten, dennoch kommt es vor und ich finde es dann immer unheimlich schwer, eine Rezi zu schreiben, dennoch möchte ich euch meine Meinung nicht vorenthalten.
Wenn mich beim Lesen etwas nervt, sind das ständige Wortwiederholungen, leider startete das Buch gleich damit. Janine tat dies, Janine sah das, Janine sagte jenes …, wenn das 5x hintereinander kommt, schreit mein innerer Monk ganz laut. Vielleicht bin ich zu empfindlich, aber mich persönlich stört das sehr. Hinzu kommt, dass mir auch die Charaktere alles anderes als sympathisch waren, beide Pärchen ziehen sich permanent gegenseitig auf oder lästern übereinander ab und das vor völlig Fremden. Beim ersten Mal dacht ich mir noch, okay, manche sind halt so, die brauchen das, aber doch nicht immer und immer wieder.

Die Story selbst ist nichts Neues, was mich wahrscheinlich nicht mal gestört hätte, wären einige Hintergrundinformationen gekommen, aber man erfährt weder etwas über den Täter, noch über den Tatort.  Aber genau das will ich als Leser doch wissen. Was hat den Killer dazu gebracht, anderen nach dem Leben zu trachten und was zum Teufel hat seine Mutter damit zu tun, die zwar am Rande immer mal erwähnt wird, zu der man aber nichts erfährt. Und da ich mit auch die beiden gestrandeten Pärchen relativ egal waren, war es schwer Mitleid mit ihnen zu haben, wenn sie fein brav wie das Lamm zu Schlachtbank trotteten. Extrem ist für mich auch etwas anderes, aber vielleicht bin ich einfach zu abgestumpft.
Natürlich habe ich von „In finsterer Nacht“ keine Wahnsinnsgeschichte mit tiefgründigen Figuren erwartet, ein bisschen Blut, Gedärm und Spannung hätten mir schon gereicht. Die ersten beiden Punkte kann ich abhaken, allerdings machen die allein noch keine Geschichte und auch die Erzählweise wirkt für mich teilweise sehr abgehackt.
Lange Rede, kurzer Sinn, der Klappentext weckt in mir Erwartungen, die nicht erfüllt werden und am liebsten wäre ich bei den Figuren selbst zum Killer geworden. Sorry, aber meinen Geschmack hat Marc Prescher hier nicht getroffen.

Nachts planlos durchs Morr stolpern, die Unterkunft eine Bruchbude und ein Irrer, der durch die Schatten schleicht. An sich ist das genau der Stoff, aus dem Albträume sind, leider zieht bei mir nichts davon, ich finde die Umsetzung nicht wirklich gelungen. Das liegt sowohl an den nervenden Figuren, als auch an der Erzählweise und fehlenden Hintergrundinformationen, die der Story mit Sicherheit etwas mehr Leben und Spannung beschert hätten. Ich für meinen Teil würde das Buch nicht weiterempfehlen, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Mehr als 2,5 von 5 Miezekatzen sind für mich hier aber leider nicht drin.

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