„Scythe: Der Zorn der Gerechten“ – Neal Shusterman

Er zog ein schwarzes T-Shirt an, das seinen trainierten Körper unter dunklem synthetischem Gewebe verbarg,
»Ich bin Scythe Luzifer.«
Dann streifte er seine ebenholzfarbene Robe über und trat hinaus in die Nacht, um es mit einem weiteren Scythe aufzunehmen, der es nicht verdiente, auf dem Podest zu stehen, auf das man ihn gestellt hatte. … (Seite 23)

Ewige Jugend, Wohlstand, unendliches Wissen.
All das haben
die Menschen erreicht. Um die
fast perfekte Welt vor Überbevölkerung
zu bewahren, gibt es die Scythe:
Sie
richten über Leben und Tod.

Citra hat die Ausbildung zum Scythe bestanden.
Rowan sollte ihr erster »Auftrag« sein.
Doch er ist entkommen und kämpft nun gegen die Scythe.

Citra und Rowan stehen auf unterschiedlichen Seiten.
Wird dieser
Konflikt sie für immer trennen?

Während Citra, die jetzt Scythe Anastasia ist, zusammen mit ihrer Mentorin Marie Curie ihrem neuen Job nachgeht, beendet auch Rowan Leben, allerdings das von Scythe, die sich nicht an die Gesetze halten. Er wird gesucht, muss sich verstecken, trotzdem versuchen die beiden ehemaligen Lehrlinge Kontakt zueinander zu halten, denn der Machtkampf zwischen der alten und der neuen Ordnung der Scythe droht zu eskalieren. Doch das ist noch nicht alles, denn Gefahr droht auch noch aus einer ganz anderen Ecke …

Fast genau 2 Jahre hat es gedauert, bis ich zum Folgeband von „Scythe: Die Hüter des Todes“ gegriffen habe und das, obwohl ich das Buch toll fand und Neal Shusterman sehr mag, aber die Dicke hat mich dann doch etwas abgeschreckt. Völlig zu Unrecht, wie sich natürlich gezeigt hat, denn ich bin sofort wieder in die Geschichte um Rowan und Citra eingetaucht. Citra ist inzwischen eine Junior-Scythe und arbeitet mit Scythe Curie zusammen, deren Tagebucheinträge ich im ersten Teil sehr gern gelesen habe. Auch diesmal gibt es sie wieder, allerdings bekommt der Leser diesmal die Gedanken des Thunderhead mitgeteilt, jenes „Computerprogrammes“, das die Menschheit lenkt und beschützt. An seinen Gedanken teilzuhaben ist interessant, aber irgendwie auch ein wenig gruselig.
Und auch ein neuer Charakter betritt die Szenerie: Greyson Tolliver.
Er ist mir gleich ans Herz gewachsen, vielleicht sogar ein bisschen mehr als Rowan und Citra. Der Junge hatte es nie leicht im Leben und dennoch schlägt er sich durch, allen Widrigkeiten zum Trotz.
Citra hingegen erscheint mir diesmal fast ein bisschen zu mitfühlend und neunmalklug, hätte ich die Wahl, wäre ich wohl eher Team Rowan, selbst wenn der manchmal sehr aufbrausend reagiert, aber das ist ganz meine Art.^^
Neal Shustermans Schreibstil hat mich wie immer mitgerissen. Auch wenn man denkt man weiß, wie der Hase läuft, so wird man doch wieder und wieder überrascht. Seine Charaktere haben Tiefe, man kann sich in sie hineinversetzen, ihre Handlungen nachvollziehen und hofft und bangt mit ihnen. Denn auch wenn die „Scythe“ Reihe auf den ersten Blick den Eindruck erweckt, dass es den Menschen gut geht, natürlich abgesehen von denen, die nachgelesen werden, zeigt ein Blick hinter die Kulissen, dass hier Korruption und Machtgier an der Tagesordnung sind. Dem einfachen Volk bleibt das natürlich verborgen, aber am Ende muss es die Konsequenzen tragen …
PS: Falls sich jemand wundert, weil die Cover der Reihe inzwischen anders aussehen, meinen lag damals der Metallic-Wechselumschlag bei und den finde ich so viel schöner als die gesichtslosen Figuren.

Ja, ich ärgere mich, dass ich so lange mit dem zweiten Band gewartet habe und werde den letzten recht zeitnah lesen, allein schon weil der Cliffhanger ziemlich mies war, ich muss einfach wissen, wie es mit Rowan und Citra und vor allem Greyson weitergeht. 
Wer Dystopien mag, dem kann ich Neal Shusterman uneingeschränkt empfehlen, bisher haben mich alle seine Bücher begeistert und so bekommt „Scythe: Der Zorn der Gerechten“ von mir stolze 4,5 von 5 Miezekatzen.

01. „Scythe: Die Hüter des Todes“
02. „Scythe: Der Zorn der Gerechten“
03. „Scythe: Das Vermächtnis der Ältesten“

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