„Der Komplex“ – Brian Keene

“ … Mrs. Carlucci sieht die Angst, die sich in ihre Gesichter gebrannt hat, so tief wie die Falten und Furchen in ihrem eigenen. Allerdings wurden diese Falten von der Zeit geschaffen. Sie denkt darüber nach, wie wohl die aussehen, die morgen dazugekommen sind, die aus Angst geboren wurden. …“ (Seite 171)

Im Pine-Village-Apartmentkomplex leben die Menschen Tür an Tür, ohne ihre Nachbarn zu kennen.
Ein depressiver Horrorautor.
Ein junges Pärchen, frisch verheiratet.
Ein Veteran des Vietnamkrieges.
Eine alte Katzenlady.
Ein Serienmörder …
Doch die Sicherheit in den eigenen vier Wänden wird bedroht: Eine Horde nackter Irrer dringt in die Wohnanlage ein und entfesselt ein blutiges Massaker.

Elf Fremde. Wenn sie die Nacht überstehen wollen, müssen sie sich gemeinsam wehren.
Ein äußerst brutaler und actiongeladener Horrorthriller.

Terri und ihr Sohn Caleb sind noch dabei, ihr Hab und Gut in die neue Wohnung zu räumen, als sie in den Hecken vor ihrem Wohnkomplex einen fetten, nackten Mann mit einer Machete bemerken, der sich zielstrebig auf ihr Haus zubewegt. Die beiden flüchten nach drinnen.
Auch von die restlichen Bewohner bemerken den scheinbar Irren, der unbedingt ins Haus eindringen will und er ist nicht allein. Um den Angreifern zu entkommen, müssen sie zusammenhalten, sich aufeinander verlassen, Vorurteile abbauen …

Brian Keene hat eine Menge toller Bücher geschrieben, schon allein deshalb war ich begeistert, als der Festa Verlag ein neues Werk ankündigte. Natürlich ist das Buch gleich nach Erscheinen bei mir eingezogen, dann aber erstmal im Lesestapel verschwunden, obwohl ich sowohl das Cover, als auch den Klappentext sehr ansprechend fand.
Leider hat mich die Geschichte nicht so begeistert, wie erhofft. Der Autor wirft seine Leser mitten ins Geschehen, das erzeugt erstmal jede Menge Spannung, denn natürlich will man wissen, was hier vor sich geht.
Es gibt durchaus Bücher bei denen es mich nicht stört, wenn man darüber im Unklaren gelassen  wird, was eigentlich los ist und warum, hier sieht das allerdings etwas anders aus. Ein paar blutgeile Irre, die losziehen um die Bevölkerung abzuschlachten, ich hätte schon gern gewusst, wie es dazu kam. Leider haben mich auch die Figuren größtenteils kaltgelassen, lediglich Mrs. Carlucci war ne coole Socke und zeigt mal wieder, dass die cleveren und toughen nicht unbedingt zur jüngeren Generation gehören müssen. Aber vielleicht waren es auch nur ihre Katzen, die sie mir so sympathisch gemacht haben. Der Rest verkörpert für mich so ziemlich jedes Klischee, da wäre z. B. der Gangster, der gar nicht so böse ist, die Mutter, die ihr Kind beschützt, der Kriegsveteran mit Trauma, der Durchgeknallte, der die Menschheit vor Eindringlingen beschützen will und natürlich Stephanie, die früher einmal Stephen war und deswegen von einigen skeptisch beäugt wird. Alles in allen ein ziemlich bunt zusammengewürfelter Haufen, leider funktioniert in meinen Augen das Zusammenspiel aber nicht so richtig, hier es wurde viel Potenzial verschenkt. Alles richtig gemacht hat Brian Keene hingegen bei Ticktack, dem Anführer der mordenden Horde, ich hatte direkt ein Bild vor Augen, allerdings kein besonders schönes.^^

„Der Komplex“ ist durchaus unterhaltsam, neben den anderen Werken von Brian Keene wie „Leichenfresser“, meinem persönlichen Favoriten oder „Eine Versammlung von Krähen“ nicht mithalten, wer es blutig und brutal mag, kommt voll und ganz auf seine Kosten. Leider blieben die Figuren für mich zu flach, die Story an sich ist auch nicht wirklich neu und so vergebe ich am Ende nur 3 von 5 Miezekatzen, schade, hier hatte ich mir mehr erhofft.

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