„Sandman Deluxe Bd. 9: Death“ – Neil Gaiman

“ … Auf die Gefahr hin, dass es sich blöd anhört, aber ich glaube nicht, dass der Tod ein hübsches Goth-Girl ist oder überhaupt eine Person. Der Tod ist Nichts, nur Leere. Der Tod spielt einen C-Akkord auf einer Fender, die leider unter Strom steht. …“

LEBEN, TRÄUMEN UND STERBEN Neil Gaimans SANDMAN zählt zu den bedeutendsten Comic-Werken aller Zeiten. Im Mittelpunkt der ebenso fantastischen wie literarischen Saga steht das Pantheon der Ewigen um den bleichen Traumkönig Dream und seine entzückende Schwester Death. Obwohl Death den Tod verkörpert, gehört sie zu den Lieblingen der SANDMAN-Leser. In ihren Soloabenteuern wandelt die Ewige als süßes Gothic Girl unter den Menschen. Sie trifft den hoffnungslosen Teenager Sexton, soll das Herz der 250-jährigen Mad Hettie finden und begegnet Sterblichen, die mit dem Tod hadern oder sogar sinistere Pläne für Dreams Schwester hegen … Dieser letzte Band der SANDMAN-Neuausgabe konzentriert sich auf Death, enthält aber auch Die letzte Sandman-Geschichte in deutscher Erstveröffentlichung! Geschrieben von Superstar Neil Gaiman und großartig illustriert von Chris Bachalo, Mark Buckingham, Dave McKean und Yoshitaka Amano.

Nachdem sich sonst immer alles um Dream dreht, steht diesmal seine große Schwester Death im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Sie stürzt sich mit einem lebensmüden Teenager ins Nachtleben, zeigt einer Musikerin, was wirklich wichtig ist und sieht dabei immer gut aus. Na ja, fast immer.^^

Death ist ja bekanntlich meine Lieblingsfigur aus dem Sandman-Universum und so war „Death“ der 9. Band der Sandman Deluxe Reihe, der sich Dreams großer Schwester widmet, natürlich ein Pflichtkauf, auch wenn ich mit dem Preis etwas gehadert habe.
Das Buch enthält 6 Geschichten, 3 lange und 3 kurze, wobei eine davon nicht das Geringste mit der Titelheldin zu tun hat. Zwar ist die Story um die Füchsin und den Mönch rührend, aber in meinen Augen in diesem Band fehl am Platze, zumal sie fast 1/3 der Seiten einnimmt. Auch der Ausflug in den Sexualkundeunterricht hat mich nicht gerade begeistert.  Im Gegensatz zu den  den Sandman Storys, die für mich zeitlos sind, hat hier der Zahn der Zeit etwas genagt, außerdem fand ich die Illustrationen nicht schön, Death sah aus wie eine bekiffte Madonna. Natürlich ist die Botschaft dahinter auch heute noch aktuell und irgendwie ist es ja auch witzig, wenn der Tod zur Demonstration ein Kondom über eine Banane zieht, aber zieht das auch heute noch?
Soweit meine Kritikpunkte, dafür weiß der Rest dann wieder zu überzeugen. Der Leser begleitet Death auf einen Ausflug mit einem selbstmordgefährdeten Teenager und in die zweite Geschichte dreht sich um einen Nebencharakter aus der ersten, das kennt man von Neil Gaiman ja bereits und genau dafür liebe ich ihn. Bereits in „Das Rauschen ihrer Flügel“ erwähnt Death, dass sie nicht immer glücklich mit ihrer Berufung war, auch darauf wird hier kurz eingegangen, was mich sofort an die Szene auf der Bank mit den Tauben zurückdenken ließ, sowohl im Comic, als auch in der Serie ein Highlight.
Ich muss gestehen, hätte ich die Wahl gehabt, hätte ich lieber zu einer günstigeren Taschenbuchausgabe gegriffen, so wie bei meinen Sandman Bänden, wobei ich mich bei denen inzwischen wirklich ärgere, dass ich mir nicht die hübschere Hardcover-Variante zugelegt habe. Für fast 40 Euro gibt es mir am Ende tatsächlich ein bisschen zu wenig Death, dafür die Aufmachung toll. 

In einem Band, der sich um Death dreht, eine Geschichte unterzubringen, die mit ihr absolut nichts zu tun hat, finde ich nicht wirklich toll, zumal sie ein Drittel des gesamten Buches einnimmt. Ich mag die Story, aber sie passt hier einfach nicht und ja, das hat mich ein bisschen verstimmt.
Außerdem hätte ich gern die Wahl zwischen Soft- und Hardcover gehabt, schon allein damit es im Regal nicht so chaotisch aussieht.
Ich habe lange überlegt, ob ich 4 oder doch nur 3,5 Miezekatzen vergebe, habe mich dann aber doch für 4 entschieden, gerade weil ich die ersten beiden Storys wirklich toll fand.

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